Wenn man Business Software entwickelt, hat man einen anderen Blick auf die Landschaft mobiler Endgeräte. Die Plattformunabhängigkeit, die ein wesentlicher Innovationstreiber bei der klassischen Anwendungsentwicklung ist, ist im mobilen Bereich kein Thema. Denn dort tobt der Kampf der Plattformen unvermindert. Nach und nach kristallisiert sich sich jedoch ein Sieger heraus: Android wird das Rennen machen. Warum schafft es der Newcomer gegen die eingessenen Platzhirsche ?
1. iPhone ist als geschlossene Plattform businessuntauglich. Der App Markt ist gesättigt. Businessanwendungen gehen gar nicht. Die Zukunft der Geräteklasse iPhone ist ungewiss. Die 1rst Mover Vorteile von Apple sind aufgezehrt, und auch der Coolness Faktor sinkt. Es kann zwar noch eine ganze Weile erhebliche Zuwachsraten geben, aber das Rennen ist dennoch schon verloren.
2. MeeGo hätte technisch das Zeug zum Matchwinner, aber Nokia geht den Weg nicht konsequent. Daher: Nur ein einziger verfügbarer Gerätetyp, noch dazu ausschließlich im Luxussegment, das wird leider nichts. Ich mag mein N900 sehr, aber an Nokia glaube ich nicht. Die indifferente Strategie mit dem kaputten Symbian tut ein übriges. Das wird auch nichts.
3. Auch wenn es noch an vielen fehlt und die Gefahr durch Fragmentierung besteht: Android macht das Rennen, da bin ich mir 100% sicher. Viele verschiedene Geräte, gleichzeitig für den Massenkonsumenten wie für Spezialeinsätze geeignet, Open Source, das sollte genügen.
Vielleicht mag das bei den iPhone Fans wenig Begeisterung hervorrufen, und auch keine Zustimmung. Aber das das iPhone seinen Zenit überschritten hat kann man nicht ignorieren. Und Nokia kann sich langsam auf ein Leben ohne Marktführerschaft vorbereiten.
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30. August 2010
Verfasst von:
Elmar Geese
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Kürzlich präsentierte Jean Staten Healy, IBM-Direktor für Worldwide Linux Strategy, auf der LinuxCon einen Beitrag, warum sich IT-Chefs immer stärker Linux zuwenden. Er stützte sich dabei auf nicht veröffentlichte Ergebnisse der letztjährigen Studie „The New Voice of the CIO“, für die IBM mehr als 2500 IT-Leiter aus 78 Ländern befragt hat. Demnach verbringen CIOs im Durchschnitt 55 Prozent ihrer Arbeitszeit mit Aktivitäten, welche die Innovation in ihren IT-Abteilungen voranbringen sollen. Der Rest der Zeit, also eine recht beträchtliche Anzahl Stunden, geht für das Management der bestehenden IT-Strukturen drauf, bringt die IT ihrer Firmen also nicht wirklich voran.
Eins der wichtigsten Ziele, die mit Innovation verfolgt werden, ist Kosteneffektivität der IT. Dieser Aspekt sorgte in den vergangenen Jahren dafür, dass Linux zunehmend auf die Agenda der CIOs kam. Inzwischen sei dem nicht mehr so, erklärte Healy auf der LinuxCon: Die IT-Chefs wählen Linux aus strategischen Gründen. Es helfe ihnen, mit den Anforderungen mitzuhalten, flexibel und agil zu sein. Es bringe schneller Ergebnisse und Innovation. Das spreche inzwischen mehr für Linux als der Kostenaspekt.
Besonders heben die CIOs laut Healy die Virtualisierungsfähigkeiten von Linux und die ihm eigene Flexibilität hervor. Das erleichtere es, aus den IT-Investitionen mehr zu machen. Die CIOs stellten sich heute andere Fragen als noch vor wenigen Jahren, nämlich: Wie bringe ich etwas schnell zum Laufen? Wird es mit den Veränderungen des Business wachsen? Kann ich geschultes Personal für die Plattform bekommen?
Die Ausführungen von Healy stimmen überein mit den Befunden einer Befragung des Marktforschungsunternehmens Accenture unter 300 sehr großen Anwenderunternehmen in den USA, England und Irland. Wie hier berichtet, sind den Anwendern nicht mehr Kostenvorteile das wichtigste Argument für Open Source. Vielmehr haben mehr als drei von vier Antwortenden (76 Prozent) ihre Qualität genannt, 71 Prozent Zuverlässigkeit sowie 70 Prozent bessere Beseitigung von Bugs und Schwachstellen. Genau die Hälfte befand, Open Source reduziere die Total Costs of Ownership.
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23. August 2010
Verfasst von:
Ludger Schmitz (freier Journalist)
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Die Patentklage von Oracle gegen Google’s Open-Source-Smartphone-Betriebssystem Android hat einen Sturm der Entrüstung in der Community ausgelöst, wie ihn diese schon lange nicht mehr erlebt hat. In den Blogs kursiert die Analogie zum Fall SCO. Diese einstige Marktgröße in Sachen PC-Unix und Distributor der Linux-Variante Caldera meinte vor sieben Jahren, das dicke Geschäft durch Patentklagen gegen Red Hat, Novell, IBM, und eine erlesene Auswahl von Anwendern machen zu können. Linux verletze Unix-Rechte von SCO.
SCO Unix und Caldera sind längst vergessen, die Firma steht unter Bankrottverwaltung, probiert es vor Gericht, obwohl die Sache längst abgeschmettert ist. Dass sie darüber ihr Business verloren hat, ihr Unix- und ihr Linux-Geschäft vor die Hunde gingen, dafür haben SCO-Aktionäre mit einem bodenlosen Kurssturz bezahlt. Genau genommen haben weniger als fünf Jahre gereicht, eine florierende Firma durch einen Angriff auf Open Source in den Ruin zu treiben.
Das scheint keine Lehre gewesen zu sein, jedenfalls nicht für Oracle-Chef Larry Ellison. Die SCO-Lektion war eine einfache: Wer mit Patentklagen den Open-Source-Trend niederzukämpfen versucht, verliert mehrfach. Er bekommt es nicht nur mit einem Heer inzwischen mächtiger Firmen zu tun, deren Business auf Open Source aufbaut. Vielmehr verliert er Anwender, die auf quelloffene Software setzen. Und noch wichtiger: Die Entwickler-Community, diese Gruppe besonders erfahrener Anwender, wendet sich ab; die Protagonisten und Propagandisten verduften.
Open-Source-Software hat etwas Bemerkenswertes bewirkt. Patentklagen gegen sie überlebt kein Produkt. Deswegen ist auf allen Blogs inzwischen von SCOracle die Rede. Den ganzen Irrsinn der Versuche, sich die Open-Source-Konkurrenz per Patentklagen vom Hals zu schaffen, hat Marc Shuttleworth, Spiritus Rector und Financier von Ubuntu, in seiner Antwort auf eine Anfrage des US-News-Kanals ZDnet formuliert. Hier die Übersetzung in den wichtigsten Auszügen:
„Oracle hat seine Beziehungen zur Open-Source- und Entwickler-Gemeinde signifikant untergraben. Das … wird echte Herausforderungen für die Adaption wichtiger Oracle-Technologien stellen, wie Java und MySQL… Entwickler waren die Treiber zur Verbreitung von Open-Source-Plattformen, und sie werden Plattformen vermeiden, die wie Patentfallen aussehen.“
„Größere Softwarehäuser waren historisch Promoter von Softwarepatenten. Sie haben erklärt, dass Patente ihnen helfen werden, ihre Einkünfte zu verteidigen und die ihnen zustehende Position in lukrativen Märkten zu verteidigen. Microsoft hat beispielsweise einen großen Teil des letzten Jahrzehnts darauf verwendet, Linux außen vorzuhalten und zu versuchen, Einkünfte aus seinem Patentportfolio zu generieren. Wenn man sich aber die Zahlen anschaut, wird offensichtlich, dass Patentklagen die größten Softwarefirmen am meisten kosten … sie sind besonders verletzlich durch Patenklagen. Sich auf die Verteidigung bestehender Märkte zu konzentrieren ist inzwischen ein Rezept, die nächsten Gelegenheiten zu verpassen. Microsoft spürt das heute sehr schmerzhaft.“
„In der Tat treten die größten Softwarefirmen heute dafür ein, von einer verminderten Patentwirkung in der Softwareindustrie zu profitieren. Oracle dürfte wohl der Letzte sein, der das realisiert.“
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19. August 2010
Verfasst von:
Ludger Schmitz (freier Journalist)
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Zwei Meldungen innerhalb weniger Tage haben für reichlich Aufregung gesorgt: Oracle lässt erstens OpenSolaris, die Open-Source-Version von Solaris, fallen und verklagt zweitens Google wegen angeblicher Patentverletzungen durch das Smartphone-Betriebssystem Andriod. Das waren zwei klare Affronts gegen Open Source.
Mit dem Kauf von Sun sind Oracle einige interessante und wichtige Open-Source-Produkte zugefallen: Glassfish, InnoDB, Java, Java ME (Micro Edition), MySQL, Netbeans, OpenJDK, OpenOffice.org, OpenSolaris und Virtual Box. Aber die Firma scheint mit Open Source nicht viel am Hut zu haben. „Oracle hat nicht wirklich eine Open-Source-spezifische Strategie“, erklärte kürzlich Chief Technology Officer Edward Screven. Oracle sei „open for Business“.
Das ist eine klare Ansage. Es geht ums Geschäft und sonst gar nicht. Das war immer schon Oracle’s Maxime, auch im Umgang mit Open Source. Nur zur Erinnerung: Als MySQL zur lästigen Konkurrenz wurde, kaufte Oracle die finnische Firma Innobase und damit deren InnoDB, das bis dahin die Storage Engine der Open-Source-Datenbank war. Als JBoss sich lieber von Red Hat kaufen ließ als von Oracle, versuchte Oracle kurzerhand gleich den Linux-Distributor zu kaufen. Als das auch nicht klappte, sollte der eben platt gemacht werden, nämlich durch die 1:1-Red-Hat-Kopie „Unbreakable Linux“.
Nun müssen eben die für Sun rausgeworfenen Gelder wieder in die Kassen kommen. Aus all den Open-Source-Produkten soll „Business“ werden. OpenSolaris hätte das proprietäre Solaris-Geschäft untergraben können. Also weg damit. In der Java ME für mobile Geräte stecken einige Patente. Die lassen sich jetzt vielleicht per Patentklage gegen Google versilbern. Damit sorgt Oracle auch gleich dafür, dass Android-Hersteller verunsichert werden und einige wohl vorsorglich Lizenzgebühren zahlen werden.
Was kommt als nächstes dran? Vor allem: Was wird Oracle mit den drei ganz wichtigen Produkten Java, MySQL und OpenOffice machen? Immerhin hat Oracle ihre Fortführung proklamiert. Die Frage ist bloß: wie? Oracle hat es geschafft, nicht nur in der Entwicklergemeinde, sondern auch unter Anwendern Angst, Verunsicherung und Zweifel zu verbreiten. Allein das behindert die Verbreitung von Produkten. Was wiederum bedeutet, dass sich Oracle „in den Fuss geschossen“ haben könnte, wie Oliver Diedrich einen bemerkenswerten Kommentar auf heiseOpen betitelt hat.
Denn wie die Open-Source-Community auf Oracle reagieren könnte, ist klar. Open-Source-Software stirbt eben nicht wie proprietäre Produkte. Offener Quellcode lebt weiter, andere greifen ihn auf, machen auf seiner Basis weiter. Forking nennt man das.
Bei zwei Open-Source-Produkten aus dem Oracle-Bestand gibt es das schon. Aus MySQL ist unter der Leitung dessen einstigen Initiators der Fork MariaDB entstanden. Und mit OpenSolaris macht das Projekt Illumos weiter.
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18. August 2010
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Ludger Schmitz (freier Journalist)
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Die Gründe für die Nutzung von Open-Source-Software verschieben sich offenbar. Ihr Preisvorteil ist nicht mehr das Hauptargument. Wichtiger sind den Anwendern Qualität, Verlässlichkeit und schnelle Beseitigung von Schwachstellen. Das ist der Befund zweier Anwenderbefragungen.
Das Marktforschungsunternehmen Accenture hat 300 große Organisationen aus der Privatwirtschaft und der öffentlichen Verwaltung in den USA, England und Irland befragt. Es zeigte sich, dass die Verwendung von Open Source selbstverständlich wird: Die Hälfte der Befragten ist grundsätzlich für quelloffene Software, während nur noch 28 Prozent solche Programme testen. Zwei Drittel haben ihre Open-Source-Strategie schriftlich fixiert, der Rest arbeitet daran. Neun von zehn Organisationen werden in diesem Jahr ihre Investitionen in quelloffene Programme gegenüber 2009 vergrößern, 38 Prozent migrieren „mission-critical“ Anwendungen auf Open Source.
„Sowohl bei unserer Forschungsarbeit als auch in den Gesprächen mit unseren Kunden, sehen wir eine zunehmende Nachfrage nach Open Source. Diese basiert auf Qualität, Zuverlässigkeit und Geschwindigkeit – und nicht nur auf der Möglichkeit Kosten zu sparen“, merkt Paul Daugherty, Chief Technology Architect bei Accenture, an. Denn auf die Frage nach den wichtigsten Vorteilen von Open-Source-Software hatten mehr als drei von vier Antwortender (76 Prozent) ihre Qualität angekreuzt, 71 Prozent Zuverlässigkeit sowie 70 Prozent bessere Beseitigung von Bugs und Schwachstellen.
Genau die Hälfte befand, Open Source reduziere die Total Costs of Ownership. Die größten Kostenvorteile bringt Open Source nach Ansicht von 71 Prozent bei Softwarepflege, ferner (für je 33 Prozent) beim Zeitaufwand und bei den Kosten für Softwareentwicklung. 2009 flossen vielleicht deshalb schon 20 Prozent der Entwicklungsaufwendungen in quelloffene Programme. Accenture erwartet, dieser Anteil werde 2010 auf 23 und 2013 auf 27 Prozent steigen. Allerdings war nur weniger als ein Drittel der Organisationen bereit, ihre Arbeiten wiederum der Community zugutekommen zu lassen.
Von einigen ähnlichen Ergebnisse berichtet der Monitoring- und Systemmanagement-Spezialist Zenoss nach seiner vierten jährlichen Befragung von fast 1000 Administratoren. Weil darunter auch Kunden des Open-Source-Anbieters sind, fallen hier die Ergebnisse noch krasser aus. So verwenden nur zwei Prozent der Unternehmen keine quelloffenen Programme. 2009 erklärten 71 Prozent, Open-Source-Software sei einfacher in Betrieb zu nehmen, als proprietäre Programme. 2006 sagten das 26 Prozent, 2007 waren es 38 Prozent, und 2008 dann 48 Prozent. Drei Viertel der Admins verwenden Open Source, wann immer das möglich ist.
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16. August 2010
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Ludger Schmitz (freier Journalist)
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11. August 2010
Verfasst von:
Nina Haering
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Wer Code zu einem Open-Source-Project beisteuern will, muss immer öfter zunächst einmal ein „CLA“ ausfüllen und unterzeichnen, ein Contributor License Agreement. In den Projekten der Apache Software Foundation ist das beispielsweise üblich. Wer nur wenig Code beiträgt, vielleicht nur an einem Bugfix mitarbeitet, mag das als ziemlich lästig empfinden. Vielleicht wird er keine Lust auf den Aufwand haben und die Lösung für sich behalten. Trotzdem sind CLAs wichtig und richtig. Detailreichere Informationen dazu hier.
Jeder denkt sich, die Sache sei einfach: Wer Code in ein Open-Source-Projekt einbringt, liefert Open Source. Das heißt nicht nur, dass der Code quelloffen ist, sondern auch, dass andere mit diesen Programmierzeilen später machen können, was sie wollen. Sie dürfen ihn jederzeit verwenden, verändern, wieder ganz aus dem Programm schmeißen etc.
Ein Fall von Denkste, denn rechtlich ist dem nicht so. Der Code ist mit etwas behaftet, das nach deutschem Recht (nicht nach US-amerikanischem) sogar unabtretbar ist: Urheberrecht. Es können noch andere Dinge dazu kommen: Code kann Patente und Markenrechte enthalten. Wie ist die Lage, wenn der Autor seinen Code später in einem anderen Kontext verwenden möchte, gar in einer proprietären Entwicklung?
Kurz und gut: Was geschieht, wenn ein Programmierer seinen Code später nicht mehr als Teil eines Open-Source-Produkts betrachtet wissen möchte. Muss das Projekt den Code entfernen? Gründe gibt es genug, dass ein Code-Autor seine Meinung ändert. Open-Source-Projekte sind kein Streichelzoo, und es geht in ihnen auch mal derbe zur Sache.
Damit Open-Source-Projekte nicht ständig dem Risiko ausgesetzt sind, dass ihnen plötzlich Code abhandenkommt, gibt es Contributor License Agreements. Sie haben unterschiedliche Formen und decken häufig ein sehr breites Spektrum ab: A priori sind sie Voraussetzung, dass jemand überhaupt Code zu einem Projekt beitragen kann. Das sorgt im Projekt für einen ziemlich bürokratischen Aufwand, um diese Rechte zu verwalten.
Wer die CLA unterzeichnet, erteilt dem Projekt eine Menge Ermächtigungen. Das kann darauf hinauslaufen, dass faktisch das deutsche Urheberrecht ausgehebelt wird. Ob derlei im Zweifelsfall vor einem deutschen Gericht durchginge, ist fraglich. Soweit Marken- und Patentrechte in dem Codebeitrag betroffen sind, werden CLAs den Projekten das Recht übertragen, diese unwiderruflich und kostenlos nutzen zu dürfen. Ferner gibt es Absätze zu Codebeiträgen von Minderjährigen, die ja noch nicht in vollem Umfang rechtsfähig sind.
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9. August 2010
Verfasst von:
Ludger Schmitz (freier Journalist)
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Nach dem iPhone läuft schon die nächste Welle durch den Handy-Markt. Täglich werden 200.000 Smartphones mit dem Betriebssystem Android verkauft. Das hat jedenfalls Google-Chef Eric Schmid behauptet. Und das wären – schon sagenhaft – doppelt so viel wie vor zwei Monaten oder sechs Millionen Geräte in diesem August.
Google bietet selbst kein eigenes Smartphone mehr an, aber die Firma verdient am Android-Boom prächtig. Schließlich vermehren diese mobilen Systeme die Suchanfragen, und Google lebt von den Anzeigen auf seiner Suchmaschine. Es verwundert folglich nicht, dass Schmid bekundet, die Einkünfte durch das von Google zur Verfügung gestellte System Android seien weit höher als die Kosten für dessen Entwicklung und Pflege. Android könnte das erfolgreichste Business-Modell für Open Source werden.
Sechs Millionen Android-Smartphones dürften dem Paradeaufsteiger im Handymarkt, Apple, ziemlich zu schaffen machen. Das iPhone 4 verkauft sich vor allem in den USA zwar ganz gut, drei Millionen Geräte sind bisher weltweit insgesamt über die Ladentheken gegangen. Der Zahlenvergleich mit Android deutet aber auch auf ein Image-Problem für Apple hin: „Antennagate“ – wer das Gerät unglücklich in der Hand hat, reduziert die Empfangs- und Sendeleistung bis zum Gesprächsabbruch. Außerdem ist Apple mit einem Wettbewerbsproblem konfrontiert. Immer mehr Handyhersteller überfluten den Markt mit preislich günstigeren Android-Geräten.
Der Smartphone-Markt explodiert geradezu, alles spricht dafür, dass der Google-Chef kein Märchen erzählt hat. Nach einer Analyse des britischen Marktforschungs-Unternehmens Canalys wuchs der Smartphone-Umsatz nach Stückzahlen im zweiten Quartal 2010 um 64 Prozent. Das sind fast fünfmal mehr als der Handymarkt insgesamt. Oder anders ausgedrückt: Normale Handys laufen nur noch wie bisher, alle Hersteller suchen ihr Heil in Smartphones.
Apple brachte es im letzten Quartal im Vergleich zum vorhergehenden nach Stückzahlen auf ein Plus von 61 Prozent. Research in Motion (Blackberry) und Marktführer Nokia waren mit plus 61 beziehungsweise 41 Prozent klar auf die Plätze verwiesen. Das sind immer noch fantastische Zahlen, wie sie die ITK-Branche wohl zuletzt in den 80er Jahren erlebt hat.
Der Hammer aber ist Android. Smartphones mit diesem Betriebssystem haben in den ersten zwei Quartalen dieses Jahres um 886 Prozent zugelegt. Das ist ziemlich genau eine Verzehnfachung des Geräteumsatzes und nicht einfach Folge einer niedrigen Basiszahl am Start. Der Android-Weltmarktanteil beträgt laut Canalys jetzt 17 Prozent, mehr als das iPhone macht. In den USA sind es sogar 34 Prozent Marktanteil. Da kann nicht einmal der einstige Marktführer RIM mithalten.
Fazit: Unternehmen, die im IT-Softwaremarkt unterwegs sind, müssen sich erstens zügig auf einen starken Trend zu mobilen Anwendungen einstellen. Zweitens müssen sie sich auf Android einrichten. Und drittens auf MeeGo. Smartphones mit diesem Open-Source-System wird eine Phalanx von Herstellern im 4. Quartal dieses Jahres herausbringen. Das wird diesen Markt ein weiteres Mal umkrempeln. Dabei dürfte MeeGo zusätzlichen Schwung bekommen, weil es sich als Kern künftiger Infotainment-Systeme in Autos abzeichnet. Aus diesen Punkten folgert viertens: Wer für die Mobility-Märkte der Zukunft nicht eher über kurz als über lang auf Open Source setzt, kann seinen Laden bald dichtmachen.
Publiziert:
6. August 2010
Verfasst von:
Ludger Schmitz (freier Journalist)
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Es dauert, bis sich der Amtsschimmel in Bewegung setzt. Die alte Erfahrung hat die Free Software Foundation Europe (FSFE) bestätigt bekommen. Die hatte wissen wollen, ob Behörden dem Rat der IT-Beauftragten nachkommen, der Anfang dieses Jahres von staatlichen Dienststellen verlangt hatte, dass sie das Open Document Format (ODF) unterstützen. Denn wenn sie dieses Format nicht lesen und schreiben können, schließen sie seine Nutzer von der Kommunikation mit Behörden aus.
Also verschickte die FSFE Briefe an 87 Ministerien und ihnen direkt zugeordnete Ämter. Darin forderte die FSFE sie auf, ihre Fähigkeit unter Beweis zu stellen, indem sie eine Antwort im OD-Format zurückschicken sollten. Nur sieben Behörden antworteten. Nur zwei machten es wie gewünscht per ODF-Datei: Das Bundeskanzleramt und das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV). Ein Lob also an Angela Merkels IT-Beauftragten im Bundeskanzleramt, Johannes Geismann, und seine DV-Spezialisten sowie an die IT-Verantwortlichen im BMELV.
Fünf weitere Behörden antworteten, verwendeten dabei aber nicht ODF; das Julius-Kühn-Institut (JKI, ein Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen), das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, das Bundesministerium des Inneren, das Bundespräsidialamt sowie der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit. Alle fünf betonten immerhin in ihren Antworten, dass sie Offene Standards wichtig nähmen.
Enttäuschend ist, dass 80 Behörden nicht auf die Anfrage reagierten. Das müssen sie zwar nicht, aber ein Zeugnis von Bürgernähe ist solch ein Verhalten nicht gerade. Richtig ärgerlich ist, dass einige Ministerien nicht auf die Anfrage antworteten, obwohl ihre IT-Beauftragten im Rat der IT-Beauftragten sitzen und die ODF-Forderung beschlossen haben.
„Obwohl die Bundespolitik vernünftigerweise auf Offene Standards für Interoperabilität, Barrierefreiheit und Sicherheit setzt, wird deutlich, dass die meisten Behörden immer noch ineffiziente proprietäre Formate einsetzen“, kommentiert FSFE-Präsident Karsten Gerloff. „Insgesamt ist es eindeutig noch ein weiter Weg, bevor die Praxis der Richtlinie für ODF im öffentlichen Sektor entspricht.“
So ist das mit dem Amtsschimmel: Er braucht, um in Bewegung zu kommen. Aber schließlich bewegt er sich doch.
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4. August 2010
Verfasst von:
Ludger Schmitz (freier Journalist)
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Vom 23. bis zum 27.07.2010 fanden beim Heinrich-von-Zügel Gymnasium in Murrhardt drei Projekttage statt. Mit dem Motto „Afrika“, wurden alle Schüler in verschiedene afrikanische Stämme aufgeteilt, in denen die Schüler trommeln, schneidern oder afrikanische Tänze lernten. Von jedem Stamm wurde eine Person ausgesandt, um neue Technologien zu erforschen. Diese neue Technologie hatte in diesem Fall den Namen „freedroidz“.
Drei Mitarbeiter der tarent GmbH machten sich auf den Weg von Bonn nach Murrhardt, um 14 Schülern Software-Entwicklung beizubringen. Im Gepäck befanden sich sieben Lego Mindstorm Roboter, ein Haufen Sensoren und sieben Notebooks, die mit einem vorkonfigurierten Linux-Betriebssystem (Kubuntu) bestückt waren, damit der Programmierung nichts mehr im Weg stand. Bei den Teilnehmern handelte es sich um Schüler der siebten bis achten Klasse und einem Fünftklässler, die wenig bis gar keine IT-Vorkenntnisse hatten.Am ersten Workshop-Tag wurde den Schülern die Grundlagen der Programmierung in der Programmiersprache Java beigebracht, indem Schritt für Schritt die wichtigsten Bestandteile eines Programms erklärt und danach sofort auf dem Roboter praktisch umgesetzt wurden. Am Ende dieses Tages hatte jeder Schüler einen Roboter programmiert, der fahren und mit Sensoren umgehen konnte.
Am zweiten und dritten Workshop-Tag durften die Schüler sich einen Roboter ausdenken und diesen bauen und programmieren. Hierzu wurde ihnen eine Liste mit Beispielrobotern ausgelegt, von der aber kein Roboter ausgewählt wurde, da die Schüler schon ihre eigenen kreativen Ideen hatten. Während die Roboter entwickelt wurden, waren die Workshop-Leiter nur noch unterstützend am Werk, falls einer der Schüler Probleme hatte. Ansonsten haben die Stammes-Entsannten alleine und eigenständig programmiert.
Das Ergebnis der drei Projekttage wurde am Abend des 27.07. beim afrikanischen Schulfest vorgestellt, mit dem Resultat, dass das Projekt ein voller Erfolg war. Stolz präsentierten die Workshop-Teilnehmer ihre Programme und ernteten großes Lob bei allen Zuschauern. Und selbst während des Schulfestes konnten einige nicht ihre Finger von ihrem Programm lassen und optimierten fleißig ihren Code.
Durch die Projekttage konnte man klar sehen, dass man mit Hilfe von freier Software, Kindern das Programmieren schnell und einfach beibringen kann. Die Mitarbeiter des freedroidz-Projekts hoffen, dass das Projekt auch in Zukunft am Heinrich-von-Zügel Gymnasium genutzt wird und auch bei anderen Schulen auf Interesse stoßen wird.
Weitere Informationen befinden sich auch unter http://freedroidz.org.

Einen kleinen Eindruck von den Ergebnissen des Workshops kann man sich bei Youtube machen.
Publiziert:
2. August 2010
Verfasst von:
Nina Haering
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