von: Ludger Schmitz (freier Journalist) | am: 09.04.2010 | Kommentare: 0

Die in Deutschland und in der EU drohende Aufweichung offener Standards sorgt in Open-Source-Kreisen für Unruhe. Der deutsche IT-Staatsvertrag empfiehlt die „vorrangige Verwendung bestehender Marktstandards“ in der öffentlichen Verwaltung. Der EU-Entwurf eines „European Interoperability Framework“ definiert Offenheit so unbestimmt, dass sich alles offen nennen darf. Solche bedenklichen Entwicklungen haben dafür gesorgt, dass der LIVE Linux-Verband und die Linux Solutions Group (LiSoG) erstmals in ihrer Geschichte eine gemeinsame Pressemitteilung veröffentlicht haben.

In dieser bringen die Open-Source-Protagonisten zum einen ihre Sorge über die schleichende Abkehr von offenen Standards zum Ausdruck. Zum anderen schlagen sie eine Definition von Offenheit vor, die Interoperabilität der IT-Systeme der Behörden gewährleistet und den Bürgern den elektronischen Datenaustausch mit Ämtern ermöglicht, ohne die Verwendung bestimmter Systeme zur Voraussetzung zu machen.

Die Veröffentlichung einer ersten gemeinsamen Pressemitteilung zeigt, wie groß die Sorgen über eine falsche IT-Politik auf europäischer Ebene und in der Bundesrepublik inzwischen sind. Bisher agierten LIVE und LiSoG weitgehend unkoordiniert, obwohl einige deutsche Open-Source-Anbieter Mitglied in beiden Verbänden sind.

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