16.04.2010 – Offenbar sind Sorgen über die Zukunft von MySQL unter den Fittichen von Oracle nicht mehr geboten. Der IT-Gigant hat die Open-Source-Datenbank in seinem riesigen Angebot klar positioniert: als Konkurrenz zu Microsofts SQL-Server.
Dieses hohe Ziel hat jedenfalls Edward Screven, Oracles Chief Corporate Architect, nach Berichten auf der O’Reilly MySQL Conference and Expo verkündet. Gleichzeitig solle MySQL eine schlanke und leicht zu administrierende Datenbank bleiben, obwohl sie einige Features der Oracle-Datenbank bekommen soll. Auch in Zukunft werde es Community-Versionen der quelloffenen Datenbank geben, um ihr eine weite Verbreitung zu sichern. Die Enterprise-Varianten von MySQL will Oracle erhalten und mit neuen Versionen fortlaufend verbessern.
Die schon angekündigten Neuerungen für MySQL scheinen darauf hinauszulaufen, die quelloffene Datenbank nicht im direkten Leistungsvergleich gegen SQL-Server zu positionieren. Vielmehr soll MySQL dem Microsoft wohl bei den Anwendern Boden streitig machen, denen besonders an einer Interoperabilität mit ihren großen Oracle-Datenbanken gelegen ist. Denn im Zentrum der Oracle-Pläne steht die Schaffung einer einfachen Datenmigration zwischen der großen eigenen Datenbank und dem Open-Source-Produkt. MySQL.
Eine deutliche weitere Änderung erfährt MySQL gleichwohl: Oracle wird seine Storage-Engine Falcon wieder durch InnoDB ersetzen. Diese war ursprünglich in MySQL eine zentrale technische Komponente. Aber die Entwickler hatten auf Falcon gesetzt, nachdem Oracle im Jahre 2005 InnoDB gekauft hatte.