tarent Interview im Beiheft der Financial Times

von: Nina Keller | am: 30.07.2010 | Kommentare: 0

Offenheit ohne Grenzen

die tarent im MediaPlanet der Financial Times
“Maßgeschneiderte Lösungen mit Herz, Hand und Hirn” so ist die tarent Anzeige auf der Rückseite des Financial Times Deutschland Beiheftes betitelt.
In der Sonderausgabe “Digitaler Sommer” des MediaPlanet berichten die Geschäftsführer der tarent GmbH, als Experten in einem Interview über Ihre Erfahrungen mit Open Source.
“Fast jeder von den ehemaligen Bedenkenträgern nutzt inzwischen in irgendeiner Form Open Source” so Geschäftsführer Boris Esser, auch sein Kompagnon Elmar Geese ist überzeugt von der Open Source Strategie “…unsere Kunden brauchen Systeme, die mitwachsen können”.

Lesen Sie das komplette Interview hier oder in der aktuellen Ausgabe der Financial Times Deutschland, welche ab dem 30.07.2010 erhältlich ist.

FroSCOn 2010- Wir sind dabei

von: Nina Keller | am: 29.07.2010 | Kommentare: 0

Am 21. und 22.08.2010 ist es wieder soweit – die Experten der Open Source Branche sammeln sich in der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg in St. Augustin zum plaudern, inspirieren und programmieren.
Auch in diesem Jahr unterstützt die tarent die FrOSCon mit einem Platin Sponsoring.

Zudem lassen wir es uns natürlich auch nicht nehmen, an unserem Stand in der Eingangshalle Kontakte zu pflegen und neue Partner, Kunden und Freunde kennen zu lernen.
Als großes DANKE an die Community haben wir nicht nur kompetente Mitarbeiter, sondern auch eine Verlosung im Gepäck.
Zwei Android Handys  warten nur darauf unter die Besucher gebracht zu werden.
Sowohl Samstag, als auch Sonntag um 17.00Uhr verlosen wir unter allen Verlosungsteilnehmern ein HTC Wildfire ! Kommt vorbei!
Wir freuen uns Interessierten die tarent näher zu bringen und hoffen auf eine spannende Zeit.

Nutzt Open-Core-Business nur Open Source aus?

von: Ludger Schmitz (freier Journalist) | am: 26.07.2010 | Kommentare: 0

Begonnen hat es ganz unscheinbar. Es schien eine akademische Diskussion zu sein. Hierzulande fand sie nicht statt, sondern ist unverändert auf den englischsprachigen Raum beschränkt. Anfangs schien es so, als habe Simon Phipps, der ehemalige Open-Source-Chef von Sun Microsystems, seinem Ärger einmal richtig Luft gemacht. Doch offenbar hat seine Attacke gesessen. Denn inzwischen beschäftigt das Thema höchste Open-Source-Kreise. Selbst die Open Source Initiative (OSI), zuständig für Open-Source-Definition und -Lizenzbewilligungen, ist inzwischen involviert.

Es geht um Open Core. Der Ausdruck bezeichnet ein Business-Modell, nachdem es die Grundversion eines Programms als Open Source gibt, Business-relevante Software-Erweiterungen aber Closed Source sind. Viele, vor allem US-amerikanische Firmen arbeiten mit diesem Prinzip, und es fällt auf, dass diese Anbieter allesamt von Venture-Kapital finanziert sind. Bekannte Beispiele sind SugarCRM, Alfresco oder Compiere.

Simon Phipps hat kritisiert, dass Anwender solcher Programme letztlich die so genannten Enterprise-Version verwenden. Das heißt sie arbeiten mit proprietären Software-Elementen, was bedeutet, dass sie nicht Eigentümer des Source Codes sind. Also können sie nicht im Zweifelsfall oder beim Untergang des Softwareanbieters auf eigene Rechnung an dem Programm weiterarbeiten. Sie können den Code dieser Erweiterungen nicht einsehen, dürfen ihn auch nicht verändern, geschweige denn weitergeben. All das sind eindeutige Verletzungen der Open-Source-Bestimmungen.

Gegen diese Argumentation haben sich andere Vertreter der Branche zur Wehr gesetzt. Einer der prominenteste Vertreter dieser Seite sind Marten Mikos, einst Marketing-Chef von MySQL und heute in der gleichen Rolle beim Cloud-Anbieter Eucalyptus, Larry Augustin, Chef und Großinvestor bei SugarCRM. Inzwischen haben sich in der englischsprachigen Open-Source-Szene etliche zu Wort gemeldet, die dort durchaus Ansehen haben. Und es eben so weit gekommen, dass es in der OSI Überlegungen gibt, diesem Geschäftsmodell den Garaus zu machen, indem man den Firmen die Verwendung des Begriffs Open Source untersagt.

Die Diskussion ist inzwischen so breit und vielfältig, dass nur die Skizzierung der wichtigsten Positionen hier zu umfangreich wäre. Wer die Debatte genauer verfolgen möchte, kann das glücklicherweise über einen einzigen Link machen. Denn Simon Phipps verlinkt auf seinem Blog, den ich hier zum wiederholten Male lobend erwähne, auch auf die Diskussionsbeiträge von Open-Core-Vertretern.

Österreichische Initiative „Open-Commons-Region Linz“

von: Ludger Schmitz (freier Journalist) | am: 23.07.2010 | Kommentare: 0

Etwas Einzigartiges tut sich in unserer alpinen Nachbarrepublik. In einem einstimmigen Gemeinderatsbeschluss hat die Stadt Linz das Projekt „Open-Commons-Region Linz“ gestartet. Jetzt liegen die Leitlinien für die Realisierung auf dem Tisch. Etwas Vergleichbares gibt es in Europa nicht.

Folgende Schritte sind geplant: Ein Open-Commons-Beirat wird die grundsätzliche Anlage und Ausrichtung der einzelnen Maßnahmen begleiten. Zur praktischen Realisierung entsteht eine Koordinationsstelle. Erste Maßnahmen zielen auf die Bereiche Bildung (Open Courseware) und öffentliche Datenbestände, zum Beispiel Stadtinformationen und Stadtkarten. Des Weiteren wird das Intranet des Magistrats auf Open-Source-Software für das Betriebs-, Redaktions- und Datenbanksystem umgestellt. Schließlich wird geprüft, bei welchen städtischen Unternehmen mehr Open-Source-Produkte zum Einsatz kommen könnten.

Es geht also zum einen darum, Daten und Dokumente aller Art uneingeschränkt nutzbar machen. Zum anderen soll verstärkt Open-Source-Software zum Einsatz kommen. Das unterscheidet Linz deutlich von anderen kommunalen Initiativen wie in München, Schwäbisch Hall oder Wien, die sich auf Software beschränken. Linz betont stärker den freien Zugang zu Informationen. Schon der Name erinnert an die Lizenz „Creative Commons“ für Autoren, Fotografen etc.

In einer Erklärung der Stadt Linz heißt es: „Open Commons, das immaterielle Gemeingut des 21. Jahrhunderts, ist aus unserer Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Dafür gibt es handfeste technische, wirtschaftliche, kulturelle und gesellschaftliche Gründe. Die Linzer Politik hat das erkannt und macht sich im Bewusstsein ihrer Verantwortung für eine zukunftsorientierte Entwicklung der Region auf den Weg, aus dem Großraum Linz die erste Open-Commons-Region Europas zu machen.“ Im Vergleich mit anderen kommunalen Projekten ist ebenfalls sehr ungewöhnlich, dass ausdrücklich „die Bevölkerung, Wirtschaft, Verwaltung, Communities, Kunstschaffende, Wissenschaftler, Bildungseinrichtungen und alle anderen“ zur Mitwirkung eingeladen sind.

Vor der jetzigen Initiative gab es zwei Befragungen von insgesamt 150 sogenannten „MeinungsführerInnen“ aus verschiedenen Branchen. Dabei gab es einen überwältigenden Zuspruch für Open-Source-Software, und zwar vom Betriebssystem bis zu Anwendungen. Die Befragten verbanden mit Open Source vor allem die Möglichkeit der Kostenersparnis. Ein zweites überaus wichtiges Anliegen der Befragten war die Wissensvermittlung und -verbreitung.

Linz ist die Landeshauptstadt von Oberösterreich und mit rund 190.000 Einwohnern nach Wien und Graz die drittgrößte Stadt Österreichs. Sie ist für eine sehr offene, bürgernahe IT-Politik bekannt. Seit 2005 wurden bisher 118 Hotspots für den kostenlosen Zugang ins Internet eingerichtet. Seit September 2009 stellt Linz über den „Public Space Server“ allen interessierten Linzern ab 14 Jahren einen fix definierten Speicherplatz sowie ein persönliches E-Mail-Postfach und Programme für die nichtkommerzielle Veröffentlichung von Inhalten im Internet zur Verfügung.

Linux ist verdammt angreifbar

von: Ludger Schmitz (freier Journalist) | am: 22.07.2010 | Kommentare: 0

Vor ein paar Tagen erst habe ich hier geschrieben, dass Überschriften besonders viel Aufmerksamkeit bekommen, wenn sie das Gegenteil des Erwarteten oder Üblichen enthalten: Mann beißt Hund. Jetzt schon wieder so ein Fall. Dabei geht es hier gar nicht um eine Kritik an Linux, sondern um gleich mehrere wertvolle Lektionen. Die vermittelt eine DVD mit dem Titel „Damn Vulnerable Linux“ (DVL).

DVL stammt von Thorsten Schneider, Lehrender an der Uni Bielefeld. Es ist ein Trainingssystem, das er für seine Lehrveranstaltungen entwickelt hat. Nach Schneiders Worten: „Damn Vulnerable Linux ist alles, was eine gute Linux-Distribution nicht ist.“ Sein Ziel war es, ein System zu schaffen, das so angreifbar wie irgend denkbar ist. Es enthält neben Linux ältere, mit Fehlern versehene Versionen von Apache, MySQL, PHP etc. plus Tools, um Applikationen zu kompilieren, zu debuggen und anzugreifen. Es sind 1,8 GB kaputte, schlecht konfigurierte, und löchrige Software, offen für Reverse Code-Engineering, Buffer Overflows, Shellcode-Manipulation, SQL Injections und was es sonst noch an Gemeinheiten gibt, um ein System zu korrumpieren.

Die DVD ist ein regelrechtes Security-Training. Darum enthält sie Lektionen zu verschiedenen Sicherheitsthemen, Beschreibungen von Angriffsmöglichkeiten und Lösungen. Das ISO-Image von Damn Vulnerable Linux kann man kostenlos hier herunterladen.

Mann beißt Hund! Open Source behindert Innovation

von: Ludger Schmitz (freier Journalist) | am: 20.07.2010 | Kommentare: 0

Patente verhindern Innovationen. Das wird in den Open-Source-Community fast jeder unterschreiben. Außerdem: Urheberschutz ist okay und ausreichend. Dabei bin ich mir nicht so sicher, eher in der Phase der Meinungsbildung. Zweifel habe ich da schon, aber nicht in Sachen Patente. Und während ich das Thema surfender Weise auf dem Radar habe, entdecke ich eine Variante dessen, was auf allen Journalistenschulen als ultimative Schlagzeile (weil Umkehrung des Alltags) gelehrt wird: Mann beißt Hund. Hier die Variante: „Why Open Source Stalls Innovation and Patents Advance It“

Naja, arg holprig formuliert, bei Springer würde man diesen akademischen Stil nicht einmal einem Volontär durchgehen lassen. Aber für einen, der Uni-Sprech kennt und sich Open Source verbunden fühlt, ist das schon die Faust auf’s Auge. Also das andere auf und lesen, weil jetzt kann ja nur etwas vom Stil der „Titanic“ kommen oder jemand lässt die Hosen runter. Es ist Letzteres, und dieser Jemand ist der US-Patentanwalt Gene Quinn, President und Gründer der IPWatchdog Inc.

Der will richtig lang über Open Source und die Patentfrage nachgedacht haben, bis ihn dann angeblich eine E-Mail mit einer schon unterirdisch dämlichen Position in die Tastatur langen ließ. Die Dämlichkeit der E-Mail muss gleichzeitig Klebrigkeit gehabt haben. Anwalt Quinn lässt einfach nichts aus. Streckenweise habe ich gedacht, eine US-amerikanische Schwesterpublikation der „Titanic“ habe eine Fake-Site aufgemacht.

In Open Source stecke eine „anarchistische Vision“. „Im Laufe der Jahre habe ich viel Flakfeuer auf mich gezogen, weil ich gesagt habe, dass jene, die Open Source zu ihrer Sache machen, schlicht kopieren wollen und wahrscheinlich nie innovieren werden. Zugegebener Weise ist diese Erklärung etwas zu spitz, aber nicht zu sehr.“ Sun Microsystems habe sich auf die Open-Source-Seite geschlagen und sei deswegen vor die Hunde gegangen. Quinns Warnung: „Etwas anderes muss getan werden – und zwar bald!“

Nein, Quinn meint nicht irgendeinen „dritten Weg“, sondern das alte proprietäre System mit seinen Patenten. Genau das System, was Sun eben nicht vor dem Untergang gewahrt hat – und Microsofts Aufstieg vor der Linux-Welle zu einem Abstieg gemacht hat. Ich kann Quinn nur empfehlen. Wer hat, nehme sich die Zeit. Um zu erleben, wie die andere Seite argumentiert, und um zu verstehen, wie sie tickt. In dieser Beziehung, seiner ganzen Beschränktheit, komplexe ökonomische und gesellschaftliche Prozesse überhaupt zu begreifen, ist Quinn ein Lehrmeister.

Frauen und Open Source – Nicht anders als anderswo

von: Ludger Schmitz (freier Journalist) | am: 19.07.2010 | Kommentare: 0

Die Free Software Foundation (FSF) hat sich mit einem nicht zu übersehenden Problem der Bewegung für freie Software befasst: Nur ganz wenige Frauen sind in ihr aktiv, in hervorgehobenen Positionen sind äußerst wenige zu finden. Daran möchte die FSF etwas ändern. Jetzt hat sie Empfehlungen vorgestellt. Und wer macht die per Mail in aller Welt bekannt? Ein Mann. Siehste!

Grundsätzlich scheint mir das kein spezifisches Problem von Open Source zu sein. Eher eins der Informatik? Die wenigen Frauen, die ich in der IT kenne, haben einen anderen Hintergrund. Sie kommen aus der Mathematik. Jetzt bin ich als Journalist seit 23 Jahren in der IT-Branche und erinnere mich nur an eine Ausnahme, die studierte Informatikerin Adele Goldberg. Die hat 1988 den Smalltalk-Spezialisten Parcplace gestartet, eine Ausgründung aus dem Palo Alto Research Center, dem legendären PARC von Xerox. Sie war gleichzeitig eine der ganz wenigen Frauen in einer Führungsposition, die ich kennengelernt habe, nämlich Geschäftsführerin. Alle anderen waren im Marketing, in der PR. Und da war „bella figura“ karrierefördernd.

Nun hat ja die Open-Source-Szene nicht ganz die übliche Business-Attitude. Etwas alternativ, querdenkender gefällt man sich hier schon, was aber ganz und gar nicht politisch links heißen muss. Ist es da anders? Mir laufen ständig Männer über den Weg. Die einzige Ausnahme, die mir jetzt einfällt, ist Jacqueline Rahemipour, eine treibende Kraft im deutschen Segment von OpenOffice.org. Alle anderen Frauen haben die klassischen Aufgaben: Marketing und PR. Immerhin gilt es zu konstatieren, dass deutsche Open-Source-Anbieter offenbar die körperliche Erscheinung nicht zum K.O.-Kriterium bei der Anstellung machen. Wenigstens etwas.

Immerhin hat die FSF das Thema Frauen in der Free-Software-Entwicklung im Spätsommer letzten Jahres zum Thema eines kleinen Kongresses gemacht. Aus dem ging ein Frauenkomitee hervor, das sich eingehender mit der Diskrepanz beschäftigt und nun Vorschläge zur Verbesserung der Situation, vorgelegt hat, die sich an Frauen, Männer, Open-Source-Projekte und -Firmen gleichermaßen richten.

Die Analyse der Barrieren für Frauen ist ein selbstkritischer Befund: Die Bewegung für freie Software werde als „Boys’ Club“ wahrgenommen, der Frauen keine Rolle in ihr zubillige und keine Fehler erlaube. Die von Frauen trotzdem wahrgenommenen Rollen jenseits der Programmierung würden unterbewertet; die wenigen aktiven Frauen fühlten sich isoliert. Finanzielle Engpässe würden bei Frauen eher zu einem Hinderungsgrund für Aktivitäten als bei Männern. Das Gute an dieser Analyse ist, das sich in ihr die üblichen Klischees nicht finden.

Daraus leitet das Frauenkomitee Empfehlungen ab: Hebt Frauen in ihrer Arbeit hervor, wobei sie insbesondere weitere Beteiligte rekrutieren könnten. Unterstützt ihre Arbeit durch Mentoren sowie Mailing-Lists und andere Events, die nur Frauen offen sind. Jeder Form von Beitrag zu Bewegung gebührt Anerkennung, auch wenn es nicht um Code geht. Kooperation geht vor Wettbewerb. Und schafft für Frauen mehr Möglichkeiten, ohne finanzielle Zusatzbelastungen an Events und einer besseren Kommunikation teilzunehmen.

Soweit nur der grobe Überblick; die Vorschläge sind viel detaillierter, beziehen sich zum Teil aber eher auf die Situation in den USA. Vieles aber ließe sich auf hiesige Verhältnisse übernehmen. Die Frage ist nur, ob es – wieder einmal – bei netten Vorschlägen bleibt.

Freedroidz geht an die Schulen!

von: Nina Keller | am: 16.07.2010 | Kommentare: 0

“Freie Roboter sind glückliche Roboter” – das ist der Leitspruch des freedroidz- Projektes, welches von der tarent GmbH supported wird.
Und nun wird das Motto sammt vieler kleiner Lego Mindstorms eingepackt und nach Murrhardt, einer Stadt in Baden-Württemberg gebracht.
Frau Wurst, Lehrerin des Heinrich-von-Zügel-Gymnasiums in Murrhardt, war bei den Chemnitzer Linuxtagen auf das Projekt aufmerksam geworden und kurz danach ging es auch schon an die detailliertere Planung.

Am 23. ,26. und 27. Juli werden 12 Schüler der 9. bis 12. Klasse zum ersten Mal in Berührung mit Software Entwicklung kommen.
Und hier ist nicht nur Konzentration, sondern auch Kreativität gefragt. Während die Projektler den Schülern am ersten Tag anhand von freedroidz die Grundlagen der Informatik erklären, wird an den Folgetagen am eigenen Roboter ausprobiert und entwickelt. Dabei ist Voraussetzung, dass jeder Schüler sich zunächst überlegt, was sein Roboter so können soll.
Der Abend des letzten Tages wird genutzt, um den Eltern zu zeigen, was die Schüler in dem Workshop gelernt haben.
Wir wünschen den teilnehmenden Schülern und Lehrern des Heinrich-von-Zügel-Gymnasiums viel Erfolg!

ISO-Rache an Microsoft: neue Standardisierungsverfahren

von: Ludger Schmitz (freier Journalist) | am: 14.07.2010 | Kommentare: 0

Die International Standardization Organization (ISO) hat ihre Verfahren zur Definition und Verabschiedung von Standards geändert. Ihr für IT-Standards zuständiges Gremium ISO/IEC Joint Technical Committee (JTC) 1 hat sich neue Verfahrensrichtlinien gegeben. Die bisher mögliche Verabschiedung eines Standards im Schnellverfahren („fast track“) gibt es künftig nicht mehr. Unter den zahlreichen Details der Neuerungen fällt auf, dass Änderungswünsche an einer Vorlage künftig als Ablehnung gewertet werden und nicht mehr so einfach beiseitegeschoben werden können. Besonders wichtig ist, dass ein Vorschlag nun eine Zweidrittelmehrheit im Komitee benötigt und 25 Prozent Neinstimmen das Verfahren sofort beenden.

Das Standardisierungsgremium reagiert mit seinen neuen Verfahrensregeln auf massive Kritik, die es sich eingehandelt hatte, als es Microsoft gelang, mit allen möglichen Tricks das eigene Dokumentenformat Office Open XML (OOXML) im April 2008 zum Standard ISO 29500 durchzuboxen. Microsofts damaliger Antrag würde heute die erforderliche Mehrheit nicht bekommen und wäre damit abgeschmettert.

Erledigt ist OOXML ohnehin. Es gibt keine Anwendung, die dem ISO-Standard 29500 entspricht. Das ist bei einem Standard, der dank Microsoft rund 6000 Seiten umfasst, auch kaum zu erwarten. Bisher entspricht nach einer Analyse von ISO-Mitarbeiter Alex Brown nicht einmal eine MS-Office-Version dem eigenen Standard; von entsprechenden Bemühungen sei nichts zu sehen.

Insgesamt lässt sich heute die Standardisierung von OOXML als einer der größten Flops in der Geschichte von Microsoft bezeichnen. Das Unternehmen bekam weltweit eine denkbar schlechte Publicity als Mammutkonzern, der Manipulationen zum eigenen Zweck gegen die sensiblen Kräfteverhältnisse in internationalen Organisationen einsetzt und diese der Lächerlichkeit preisgibt. Microsoft wird in Standardisierungsgremien seither eher kritisch beäugt.

Klage gegen Schweizer Auftrag an Microsoft vorerst gescheitert

von: Ludger Schmitz (freier Journalist) | am: 08.07.2010 | Kommentare: 0

Vor dem Schweizer Bundesverwaltungsgericht ist eine Klage gegen die Vergabe eines staatlichen Großauftrags an Microsoft gescheitert. Das Verfahren hatte Red Hat im Verein mit 17 weiteren Open-Source-Anbietern, darunter Univention, Collax, Zarafa und Open-Xchange angestrengt. Es richtete sich dagegen, dass das Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL) ohne Ausschreibung einen Auftrag im Wert von 47 Millionen Schweizer Franken an Microsoft vergeben hatte.

Der Auftrag betraf offiziell die Verlängerung von Lizenzen, Wartung und Support. Die Kläger hatten bemängelt, dass es vielmehr um die Softwareausstattung von 10.500 neuen Desktops und 17.500 neuen Notebooks ging. Außerdem führten sie an, dass es nicht um Lizenzverlängerungen gehe, sondern um eine Migration von Windows XP auf Vista bei gleichzeitiger Einführung von Sharepoint.

Dieser Argumentation wollten vier der fünf Richter nicht folgen. Das Angebot der Kläger könnte die Microsoft-Umgebung nicht ersetzen. Lediglich ein Richter votierte im Sinne der Beschwerdeführer: Sie seien im gleichen Markt wie Microsoft tätig, das Ergebnis des Auftrags sei nicht der einfache Unterhalt einer bestehenden Lösung, sondern eine Zementierung der Verwendung von Microsoft-Produkten. Die Vergabe schränke den Softwaremarkt auf einen einzigen Anbieter ein.

Die Kläger haben noch nicht entschieden, ob sie in Revision gehen. Dann wäre das Bundesgericht der Eidgenossenschaft zuständig. Wohl eher spaßeshalber hat ein Kommentator auf dem privaten Blog des RedHat-EMEA-Managers Jan Wildeboer vorgeschlagen, 100.000 Unterschriften würden reichen, um in der Schweiz eine Volksabstimmung zu erzwingen.

Wahrscheinlicher ist schon, dass es Druck aus der Politik auf das BBL und andere Behörden geben wird. Denn der Informatikrat der Schweizer Bundesverwaltung gibt seit 2004 die Strategie vor, bei jeder Beschaffung Open-Source-Software gleichberechtigt mit proprietären Produkten in Betracht zu ziehen. Im Parlament haben Nationalräte mehrerer Parteien eine „parlamentarische Gruppe Digitale Nachhaltigkeit“ gebildet. Die setzt sich dafür ein, mit Hilfe von Open Source Steuergelder effizienter einzusetzen. Im März dieses Jahres hat die Schweizerische Fachstelle für Informationstechnologie im Bildungswesen (SFIB) vor einem Microsoft School Agreement gewarnt. Dieses Microsoft-Angebot, nach dem Schulen in Österreich und der Schweiz Softwarelizenzen preisgünstig erwerben können, führe zu verstärkten Abhängigkeiten und Bergen versteckter Kosten.

« Ältere Einträge |