Patente, Standards, SAP und Open Source

von: Elmar Geese | am: 22.01.2011 | Kommentare: 1

Seit 10 Jahren wehrt sich der europäische IT Mittelstand gegen den Import des US Patentunsinns, Zeit für ein kleines Fazit und einen Ausblick. Vieles ist schon so lange her, das es nicht schaden kann, die verheerenden Folgen von Softwarepatente für den IT Markt wieder ins Gedächnis zu rufen.

Ein aktueller Versuch, die europäische IT Wirtschaft unter das Patentjoch zu knechten, sind die Lobbybemühungen mit denen Patente über sogenannte Standards verbreitet werden sollen. Ziele sind hier zum Beispiel der SAGA Standard des Bundes oder das EIF der EU. Diese sind bislang an Offenen Standards, deren Nutzung nicht an Abgeltung von Patentrechten gebunden ist, orientiert. Dagegen ist die Patentlobby recht erfolgreich Sturm gelaufen, was insbesonders bei der Neuformulierung des EIF einigen Wirbel verursacht hat, auch wenn es dieser nicht zu einer hinreichenden medialen Wahrnehmung gebracht hat, dafür ist das Thema leider zu komplex und nicht sensationsträchtig genug.

Eine Art Zoll für die Nutzung von Basistechnologie können wir uns nicht leisten, und unser Rechtssystem gibt es auch nicht her. Softwarepatente erfüllen eine zentrale Vorraussetzung für ihre Zulassung in unserem Rechtsraum nicht: Sie sind nur Literatur, wie pseudotechnisch und künstlich verkompliziert sie auch formuliert sein mögen, ein Beispiel:

“Methods and systems to improve change description information dissemination are described. When an altered version of a distributed data processing service is deployed, information about the altered service is published in a service information registry. The published information includes a link to a natural-language description of the altered service.”

Dieses Beispiel, ist aus einem von Claus von Riegen, Director of Technology Standards and Open Source at SAP AG, eingereichtem Patent. Es beschreibt zu einem eine technische Trivialität, zum anderen die Vorstellung, die SAP von Open Source hat.

Sein Nährwert beschränkt sich darauf, in einer Service Datenbank (konkret UDDI), Änderungen an Services die dort registriert sind auch bekannt zu machen. Das ist ebenso sinnvoll wie nicht patentwürdig. Es fehlt an Vorraussetzungen wie Technizität, Erfindungshöhe, Neuheit der Idee, usw.

Wenn Repräsentanten von Unternehmen wie SAP von Open Source erzählen sollte man eben besonders genau hinschauen. Um hier nicht in die Frage abzugleiten, ob vorgebliche Freunde von Open Source nicht gefährlicher sind als ihre offen kommunizierenden Feinde, belasse ich es mal bei diesen Hinweis, und der folgenden Zusammenstellung, warum Softwarepatente nach wie vor nichts bei uns zu suchen haben:

  1. Softwarepatente beschreiben keine Software
    Im Gegensatz zu technischen Patenten, die die Lösungen konkret beschreiben, enthalten Softwarepatente nichts weiter als Ideen. Quellcode, aus denen jede Software besteht, enthalten sie nicht.
  2. Softwarepatente dienen nicht der Innovation
    Der Zweck von Patenten ist die Förderung von Innovation, dadurch, das ErfinderInnen wirtschaftliche Anreize und Kompensation ihrer Aufwände zuteil wird. Oder es werden alternative Wege zur Lösung eines Problems forciert. Beides passiert bei Softwarepatenten nicht. Sie dienen nur strategischen Zwecken: Verhandlungsmasse für Patentpools und Cross Licensing Abkommen.
  3. Softwarepatente manifestieren Marktbarrieren
    Da die meisten Patente heute im Besitz US-amerikanischer Großkonzerne sind, die ein softwarepatent-freundliches System seit einigen Jahren umgesetzt und mit Herrscharen von Anwälten betreiben, ist der Rest der Welt ausgesperrt.
  4. Softwarepatente sind so generisch formuliert, das sie nicht eine konkrete Implementierung schützen, sie sind nicht belastbar, prüfbar, evaluierbar.
  5. Das Patentsystem, angewendet auf Software, produziert zwingend Patenttrolle. Wenn in den Medien von Zahlungen aufgrund von Softwarepatenten die Rede ist, sind es immer Verwertungsgesellschaften, die selber keine Software herstellen, die das Geld einstreichen.
  6. Patente sind in den USA längst eine Handelsware geworden, keine Innovationstreiber.
  7. Softwarepatente befördern Kartelle

KNN : Was ist da mit Apple los?

von: Nina Keller | am: 20.01.2011 | Kommentare: 0

Kaotic Nerd News berichtet heute über Apple. Steve Jobs ist krank und was das mit sich bringt, erfahren sie hier.

Gebt den Bürgern die Daten, die ihnen ohnehin gehören!

von: Ludger Schmitz (freier Journalist) | am: 18.01.2011 | Kommentare: 1

Ganz langsam macht sich auch hierzulande eine Forderung breit, die in anderen Ländern längst erfüllt ist: Die Behörden sollen alle Daten freigeben, für die Bürger über die Steuern längst bezahlt haben. Ausgenommen sind dabei personenbezogene und sicherheitsrelevante Informationen.

Im Prinzip müsste das auch in Deutschland längst laufen. Schließlich gibt es seit fünf Jahren ein Informationsfreiheitsgesetz, wonach auf Antrag jeder Bürger Auskunft erhalten muss – mit oben erwähnten Ausnahmen. Und seit zwei Jahren ist ein Verbraucherinformationsgesetz in Kraft, was eine Schutzfunktion haben könne. Wären da nicht jede Menge Ausnahmen von der Auskunftspflicht, wie jene der „wettbewerbsrelevanten Informationen“. Ein Paradies für Behördentrickser, sich ihrer Aufgaben zu entledigen, indem sie die Informationspflicht anderen Ämtern zu- oder das Ausstehen von rechtskräftigen Urteilen vorschieben können. Peter Schaar, der Bundesbeauftragte für den Datenschutz, erklärte, die Behörden seien „sehr kreativ“, um das Auskunftsrecht der Bürger auszuhebeln.

Der aktuelle Dioxin-Skandal hat die fehlende Transparenz deutlich gemacht; nicht einmal zwischen den Landes- und Bundesbehörden flossen die notwendigen Informationen. Da wird nach außen noch fleißiger gemauert, so emsig, dass es Greenpeace gelungen ist, den „Spiegel“ für einen Artikel darüber zu gewinnen. Die Umweltschutz-Organisation fordert die Abschaffung des Verbraucherinformationsgesetzes und ein völlig neues, auf Transparenz zielendes Gesetz.

Greenpeace verweist auf Beispiele in anderen europäischen Ländern. Deswegen hätte die Forderung eigentlich viel weiter gehen und auch das Informationsfreiheitsgesetz einbeziehen müssen. Denn es ist eigentlich Unsinn, dass erst Bürger mit spezifischen Anträgen daherkommen müssen. Es geht darum, dass die Bürger von den Behörden verlangen können, dass die Informationen, deren Erhebung sie mit ihren Steuergeldern bezahlt haben, grundsätzlich öffentlich zu machen haben. Wie gesagt: Außer es handelt sich um personenbezogene oder sicherheitsrelevante Daten.

In Großbritannien gibt es die jetzt hier einsetzende Debatte seit geraumer Zeit. Sie steht unter dem Slogan „Open Data“. Auch dort war sie Gegenstand gelegentlich heftiger Debatten; wer die nachvollziehen möchte, schaue sich einmal den Blog des Open-Source-Journalisten Glyn Moody auf „Computerworld UK“ an. Britische Behörden sind inzwischen verpflichtet, Daten in einem Ausmaß im Internet zu veröffentlichen, wie man es sich hier kaum vorstellen kann.

Es wird auch in Deutschland höchste Zeit, dass die Bürger die von ihnen finanzierten Informationen auch einsehen können. Denn es geht nicht nur um ihr Geld, sondern auch um unkalkulierbare Werte wie Gesundheit. Wo sind belastete Lebensmittel in den Handel gelangt, wie lassen sich die erkennen? Welcher Laden ist bei einer Lebensmittelkontrolle negativ aufgefallen?

Wir haben ein Anrecht darauf, dass öffentlich finanzierte Forschungsarbeiten auch digital öffentlich gemacht werden und nicht nur als Print in irgendeiner Bibliothek zur Einsicht verschimmeln. Warum sollen wir teure Karten-Updates für Navis kaufen, wenn das Bundesamt für Kartographie und Geodäsie diese Karten mit unseren Geldern erstellt? Und insbesondere bei Großprojekten wäre schon interessant, wie die Kosten/Nutzen-Kalkulationen im Detail aussehen. Es ist an der Zeit, dass in Deutschland noch eine Mauer fällt: die Informationsmauer zwischen Behörden und Bürgern.

Enterprise Open Source Day in Nürnberg

von: Nina Keller | am: 11.01.2011 | Kommentare: 0

Die tarent wird auf dem EOSD einen Vortrag über das Open Source Identity and Access Management System OSIAM halten. Erfahren Sie mehr über unsere neuste Entwicklung und besuchen Sie uns am 01.02.2011 in Nürnberg.

Open Source Software ist heute in vielen Unternehmen selbstverständlich geworden. Unternehmen bewerten  pragmatisch deren Möglichkeiten und setzen Open Source dort ein, wo sich Kostenvorteile ergeben oder mehr technologische Beweglichkeit gefordert ist. Zwischenzeitlich ist so ein stark wachsender Markt für Enterprise Open Source Lösungen entstanden, der von etablierten Herstellern bedient wird. Heute stehen viele robuste Lösungen zur Verfügung, die häufig nicht nur  kostengünstiger, sondern oft auch innovativer sind als vergleichbare, herkömmliche Lösungen.

Der Enterprise Open Source Day soll eine Informationsplattform für  Enterprise Open Source Business Lösungen bieten.
Dort werden neueste Produkte und Entwicklungen von Open Source-Herstellern vorgestellt und in Technologie-Workshops vertieft.

Believe it or not: Open-Source-Kochen in Essen

von: Ludger Schmitz (freier Journalist) | am: | Kommentare: 1

Ganz schnell noch eine Einladung ins „Unperfekthaus“ in Essen (Friedrich-Ebert-Str. 18, 45127 Essen, http://www.unperfekthaus.de): Am Samstag, den 15. Januar findet dort ab 17 Uhr das „Open-Source-Kochen 3.0 statt. Das funktioniert so: Als Hauptgericht wird es bayerische Kässpatz’n, wahlweise mit oder ohne Speck geben. Für die Vorspeise und den Nachtisch ist die Kreativität der Mitkocher und -esser gefragt.

Jeder Teilnehmer muss den regulären Eintritt ins Unperfekthaus in Höhe von 5,50 € bezahlen, der alkoholfreie Getränke und Kakao bzw. Kaffee in beliebiger Menge umfasst. Für das Essen selbst rechnen die Veranstalter mit maximal 15 € pro Teilnehmer. Freund, Freundin, Oma, Opa, Onkel oder Tante dürfen auch dabei sein. Erfahrungen im Kochen sind nicht nötig. Maximal 15 Personen können mitmachen – und sollten anschließend auch beim Putzen mithelfen. Es ist notwendig, sich bis Freitag, den 14. Januar, 12:00 Uhr per E-Mail bei Florian Effenberger von der Document Foundation anzumelden: floeff@documentfoundation.org.

Das kurios anmutende Open-Source-Kochen ist zuerst in München veranstaltet worden. Florian Effenberg hat in einer Erläuterung die Analogie zwischen Kochen und Programmieren so dargestellt: „Freie Software ist wie ein gutes Essen. Jeder einzelne Beitragende ist ein Koch, vom Programmierer über den QA-Verantwortlichen bis hin zum Übersetzer und Marketing-Vertreter. Die verschiedenen Aufgaben und Codeteile, mit denen diese Köche betraut sind, das sind die Zutaten. Das Rezept ist der Prozess, wie sie jede einzelne Zutat verarbeiten. Und das, was dabei herauskommt, das ist meistens nicht nur gesund und günstig, sondern schmeckt zudem auch noch ziemlich lecker.“ Viele Köche verderben eben nicht den Brei. Guten Appetit!

tarent auf Cebit 2011

von: Nina Keller | am: 07.01.2011 | Kommentare: 0

Heute gibt es eine wirklich erfreuliche Nachricht zu verkünden. Nachdem wir im letzten Jahr ausschließlich mit unserem Netzwerk osb auf der Cebit waren, haben wir dieses Mal zusätzlich zu unserem osb Gemeinschaftsstand auch einen eigenen Stand, gleich daneben.
Wir wollen Ihnen in diesem Jahr unsere Lösung für ein Open Source Identity and Access Management, OSIAM, vorstellen.
Wenn wir Sie neugierig gemacht haben, dann schauen Sie doch einfach zwischen dem 1. und 5. März in der Messe Hannover vorbei. Halle 2, Stand D40/1.
Wir freuen uns!

Kosten einer Open-Source-Migration gar nicht so hoch

von: Ludger Schmitz (freier Journalist) | am: 04.01.2011 | Kommentare: 0

Zurück aus dem ausgedehnten Weihnachtsurlaub in alles andere als eiskalten Breitengraden ist es unerlässlich, die üblichen News-Sites und Blogs durchzuschauen. Irgendwelche Aufreger verpasst, die einem vermutlich das neue Jahr unangenehm begleiten werden? Entwarnung. Stattdessen fällt eine unscheinbare Meldung auf heise.de/open positiv auf.

Die Fraktion der Grünen im Berliner Abgeordneten hat ihre Serversoftware vollständig auf freie Software umgestellt. Die Desktops sind von der Migration unberührt. Scheinbar nichts Bewegendes; so etwas geschieht seit Jahren in vielen IT-Abteilungen. Dort aber, wo nichts oder nur wenig dergleichen passiert, hört man immer wieder ein Argument: Sicher hat Open Source einen Lizenzkostenvorteil, der wird aber durch die Kosten einer Migration zunichtegemacht – jedenfalls im Rahmen eines wirtschaftlich überschaubaren Zeitraums von vier Jahren.

Genau diesem Argument hat Thomas Birk, Sprecher für Verwaltungsreform der Berliner Grünen-Fraktion, so nebenbei widersprochen. Er räumt nämlich ein, dass es im Rahmen der Migration nötig gewesen sei, „einiges nachzustricken“. Den Anforderungen der Abgeordnetenhaus zu genügen hat also durchaus zu den Kosten der Migration beigetragen. Dann aber merkt Birk an: Die Kosten seien trotzdem deutlich unter denen einer sonst fälligen Umstellung auf aktuelle Microsoft-Produkte geblieben.

Heutzutage stehen Tausende IT-Abteilungen vor der Herausforderung, dass sie XP, Windows Server 2003, Exchange und weitere Microsoft-Produkte durch neuere Versionen ersetzen müssen. Diese Modernisierung wird allein ins Geld gehen, von den Lizenzkosten ganz zu schweigen. Immer mehr Anwender werden in ihre Kostenkalkulationen einmal die Alternative Linux und Open-Source-Anwendungen durchrechnen. Auf sie warten in diesem Jahr gute Nachrichten.

KNN: das Jesus Tape ist da!

von: Nina Keller | am: | Kommentare: 0

Heute präsentiert KNN aus der Fülle der WikiLeaks-Dokumente etwas ganz Besonderes und obendrein jahrszeitlich Passendes: Das Jesus-Tape.
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