Die „Deutsche Wolke“ – Open-Source-Cloud auf der CeBIT

von: Ludger Schmitz (freier Journalist) | am: 25.02.2011 | Kommentare: 0

Cloud Computing kommt trotz klarer IT-strategischer, finanzieller und praktischer Vorteile gegenüber dem In-house-Computing nicht recht voran. Die wichtigsten Gründe treten immer deutlicher zutage: Die potenziellen Anwender befürchten ein Anbieter-Lock-in, und deutsche Datenschutzgesetze lassen sich mit den Details der meisten Cloud-Angebote nicht vereinbaren. Diese Situation könnte sich jetzt schnell ändern. Denn nimmt Gestalt an, was seit geraumer Zeit als das beste Argument gilt, um Bedenken der Anwender auszuräumen: ein Open-Source-Cloud-Angebot im geografischen Rahmen nationaler Gesetze.

Seit einiger Zeit schon streben hierzulande Open-Source-orientierte Softwarehäuser und Service-Anbieter ein Cloud-Angebot an. Dabei orientieren sich einige eher in Richtung einer Corporate Cloud, was im Wesentlichen auf Virtualisierung, insbesondere auf virtualisierte Desktops auf Basis der internen IT-Ressourcen eines Unternehmens hinausläuft. Eine andere Ausrichtung versucht sich auch in Richtung Public Cloud, Anwenderunternehmen übergreifenden Services aus der Wolke. So hat die Linux Solutions Group (LiSoG) ihren Fokus auf einen einfach zu implementierenden Referenz-Stack von Open-Source-Lösungen in der letzten Zeit in Richtung eines Open-Source-Cloud-Stack (OSCS) verschoben.

Diese Open-Source-Cloud-Initiative ist sehr breit angelegt und umfasst auf allen Layern von der Linux-Basis bis hinauf zu Business-Anwendungen mehrere Anbieter. Die unter einen Hut zu bringen war wohl nicht so einfach. Denn bisher gibt es dieses technisch heute schon realisierbare Cloud-Angebot nicht. Logische Anbieter wären größere Servicefirmen, insbesondere Internet-Provider. Aber Fehlanzeige.

Nach einigen Monaten Vorarbeiten wird nun auf der CeBIT (an den Ständen von LiSoG in Halle 2/D44 und Equinix in Halle 4/A58) eine neue Gruppe einen Showcase präsentieren. Die Grundlage ist dabei strikt Open Source. Die Hersteller wollen den Anwendern völlige Souveränität über ihre Daten in der Wolke lassen. Und deren Adjektiv „deutsche“ signalisiert, dass alle Daten und Verarbeitungsinstanzen in Deutschland bleiben, was datenschutzrechtliche Probleme vermeidet.

Mit von der Partie sind zehn Beteiligte; nämlich neben Tarent die Boston Server & Storage Solutions Group, der RZ-Betrieber Equinix, Emulex, Rising Tide, Fortinet, OpenQRM, Datenwerk und SEP. Hinzu kommt die LiSoG. Deren Mitgliedschaft deutet an, dass die Gruppe für die Mitarbeit weiterer Unternehmen offen ist.

Im Rahmen des Open Source Forums in Halle 2 auf der CeBIT beschäftigen sich gleich eine Reihe von Vorträgen mit dem Thema Open-Source-Cloud. Unter anderem berichtet tarent-Entwicklungschef Michael Kleinhenz über Grundlagen dieses offenen Computing-Modells und seine Prinzipien.

Die sind gar nicht so blöd bei Microsoft. Nur von Zeit zu Zeit.

von: Ludger Schmitz (freier Journalist) | am: 21.02.2011 | Kommentare: 0

Gute Güte, sind die in Redmond aber schreckhaft! Wie hier dargestellt, hat Microsoft seinem App-Shop Windows Phone Marketplace Regeln verpasst. Zu deren Restriktionen zählte auch das Verbot so gut wie jeder Open-Source-App – worunter auch Apps von Nokia und die unter der Microsoft-eigenen MS Reciprocal License (RL) und der MS Public License (PL) gefallen wären. Kaum haben deswegen ein paar dutzend Journalisten sämtliche erreichbaren Spottkübel ausgekippt, schon werden etliche Mannwochen Arbeit auf den Müll geworfen.

Kommando zurück, es wird neue Regeln geben, und die sollen ausdrücklich auch Open-Source-Software gestatten. Den Rückzieher erklärte ein Microsoft-Sprecher: „Anhand von Rückmeldungen von Kunden und Entwicklern überarbeiten wir unser Application Provider Agreement von Zeit zu Zeit, und wir untersuchen die Möglichkeit, eine künftige Version für weitere Open-Source-Anwendungen anzupassen.“ Diesmal dauerte von Zeit zu Zeit drei Tage von Entdeckung der Einschränkung bis zu ihrer Rücknahme. Sage niemand, große Firmen seien lahme Enten.

Matthew Aslett vom Marktforschungsunternehmen „the 451 group“ wollte mal prüfen, wie viel Open-Source-Apps denn aktuell im MS-Phone-Shop sind. Das hat auf die Schnelle nicht geklappt. Aber er hat eine andere interessante Information ausgegraben, nämlich über die Lizenzformen auf Microsofts Open-Source-Software-Plattform Codeplex. Erwartungsgemäß steht dort eine deutliche Mehrheit der Software, nämlich 4175 an der Zahl, unter der MS PL. Doch an zweiter Stelle rangiert mit 4315 Fällen die GPLv2. Es folgt die MIT-Lizenz für 2293 Programme. Zwischen 1500 und 1300 Programme stehen jeweils unter der LGPL, der BSD-Lizenz und der Apache Public License.

Es hat Microsoft gedämmert: Den App-Shop gegen Software unter einer Open-Source-Lizenz zu sperren, könnte auch auf der Codeplex-Plattform Schaden anrichten. Vom Spott und der vernichtenden Kritik ganz zu schweigen. Der schnelle Rückzieher sagt schon etwas aus über die Verfassung von Microsoft.

Das sagen Schüler über freedroidz

von: Nina Keller | am: | Kommentare: 1

freedroidz ist ein Projekt, was der tarent sehr am Herzen liegt. Das Wichtige an freedroidz ist Kinder und Jugendliche für Software und die IT Branche zu begeistern. Zu zeigen, was alles mit Open Source möglich ist und wie viel Spaß man beim lernen neuer Dinge haben kann. freedroidz soll motivieren und Erfolgsmomente bescheren.
Mit dieser Mission macht sich das freedroidz Team regelmäßig auf den Weg zu Schulen um dort Workshops zu halten. Alles frei nach dem Thema “Mit freedroidz spielend Programmieren lernen”. Besonders schön ist es natürlich im nachhinein zu hören, dass freedroidz die Mission erfüllt hat, wie zuletzt in einem Bericht eines Schülers des Willi-Graf-Gymnasiums Berlin zu lesen war , der im September 2010 an einem freedroidz Workshop teilnahm.

Mehr über freedroidz finden Sie hier.
Sie wünschen Informationen zu freedroidz? Wenden Sie sich gerne via “info@freedroidz.org” an das Team.

Microsoft verbietet eigene und Nokia-Apps im Windows-Phone-Shop

von: Ludger Schmitz (freier Journalist) | am: 18.02.2011 | Kommentare: 2

Welch eine verrückte Zeit! Nur noch wenige Tage bis zur CeBIT, und das heißt eigentlich Hektik ohne Ende. Davon gibt es auch genug. Aber glücklicherweise auch nicht zu knapp Meldungen, die all den Trubel vergessen machen, die unsereins schallend lachen lassen. Nokia schmeißt sich Microsoft an die Brust, und ich ergötze mich über das Bild wie Nokia-Chef Stephen Elop von einer „brennenden Plattform“ (so nannte er sein Unternehmen) auf eine sinkende (Windows Phone 7) herüberspringt.

Es folgt Schlag auf Schlag: Unser Verteidigungs-Sunnyboy Guttenberg outet sich als txt-Sharer, liefert zur Entschuldigung immer tollere Ausreden für Raubkopierer, entgeht aber der von der BSA geforderten harten Bestrafung für solche Leute, weil er als Plagiator mildernde Umstände kriegt. Kaum geschehen, kommen Dokumente über das Aus für Linux im Auswärtigen Amt ans Licht, welche diese Entscheidung zu einer absurd-schrulligsten der Geschichte der IT in der öffentlichen Verwaltung machen. Liegt das jetzt an der Karnevalzeit?

Kaum ist die Bütt frei, stürzt Microsoft auf die Bühne – und liegt augenblicklich auf den Brettern: Die Firma hat seinem Windows-Phone-App-Shop Regeln verpasst. Nach denen ist im MS-Shop alles nicht zugelassen, was irgendwie der GNU General Public License ähnelt oder Dinge nutzt, die wiederum GPL-lizenziert sind, Libraries zum Beispiel. Open-Source-Apps haben bei auf Windows-Phone-7-Smartphones nichts zu suchen. Und nicht nur die.

Man spendiere Nokias Elop einen finnischen Wodka, um das zu verdauen: Nokia-Apps dürfen in den Microsoft-Shop auch nicht rein. Denn ihre Oberfläche verwendet Qt, eine Plattform unter der GPL. Nicht aus Mitleid, sondern ebenfalls leidend greifen in Redmond MS-Entwickler zur Whiskey-Flasche. Ihre Software, soweit sie unter der MS Reciprocal License oder der MS Public License steht, darf auch nicht in den hauseigenen App-Shop.

Natürlich haben die Microsoft-Anwälte, welche die App-Shop-Regeln verfasst haben, auch diese beiden OSI-akzeptierten Lizenzen geschrieben, aber wer soll bei dem Lizenzchaos bei Microsoft noch durchblicken? Da kann man nicht böse sein, sondern nur dankbar für den schönen Gag. Jetzt müssen die Anwälte wohl Überstunden machen, um eine neue Version der Shop-Regeln zu formulieren.

Das Kind ist aber in den Brunnen gefallen. So lang schon haben Ballmer und eine ganze Riege von Vice Presidents nichts Abfälliges mehr über Open Source sagen dürfen. So oft haben die PR-Mannschaften beteuert, die Firma habe sich geändert, finde nun Open Source eigentlich ja ganz toll. Und dann stellt sich heraus, dass dieses Gerede noch nicht einmal in den Redmonder Büros für bare Münze genommen worden ist. Die PR-Leute haben sich zuletzt wohl ziemlich amüsiert, dass immer mehr Pressehanseln über die Öffnung von Microsoft geschrieben haben. Wer lacht jetzt? Na, ich schon wieder.

Was alles mit einem Windows Phone 7 nicht geht

von: Elmar Geese | am: 16.02.2011 | Kommentare: 0

Das ist wirklich erstaunlich, was man im Discussion Board des Nokia Forum lesen kann, im Thread Symbian C++ to WP7 migration questions (Danke Jens). Dort stellt ein Entwickler fest, was mit dem neuen Windows Phone Betriebssystem alles nicht geht, und seine Annahmen überstehen ein ausführlichen Thread dazu. Auch wenn es teilweise absurd klingt, hier ein paar Auzüge:

* Users may not set custom ringtones (our app exports ringtones :( )
* No OpenGL-ES
* There is no support for third-party C/C++ on WP7 [...]
* WP7 does not support third-party multitasking or background tasks.
* Third-party apps can not open network socket connections
* No support in browser for any streaming – i.e. no HTML5, no Silverlight, no Flash.
* Publishers are limited to a maximum of 5 free apps …

Das sieht einfach nicht gut aus, und bedeutet:

  • Alles was für andere Plattformen gemacht wurde kann man wegwerfen, keine Chance für Wiederwertung. Bei Null anfangen
  • Geringe Attraktivität für App Entwicklung durch die offensichtlichen Restriktionen
  • Erwartungshaltung der Anwender werden nicht bedient, weil zeitgemäße Features fehlen

Wenn nicht so viele Arbeitsplätze dran hingen, wäre das ganz großes Kino. Jetzt will eine Gruppe mit dem Namen Nokia Plan B sich ins Board von Nokia wählen lassen. Dort soll Elop rausgeworfen, aber keine radikale Anti Microsoft Strategie gefahren werden. Auf dem US Markt könne man es ja mal versuchen, und wenn das Modell erfolgreich ist auch weiter ausdehnen. Aber bis dahin solle Nokia auf MeeGo und Qt setzen. Denn wie es den vormaligen strategischen Partnern ergangen ist, ist nur einen Link entfernt nachzulesen. Um es kurz zu machen: Natürlich schlecht.
Wird es diesmal anders sein? Wie lange wird es bei MS/Nokia dauern, bis Technik und Strategie so ausgerichtet sind, das konkurrenzfähige Geräte produziert werden können. Wie will man die Lücke zu den riesigen Android und iPhone Marktplätzen schliessen?
Das Plan B tatsächlich erfolgreich sein kann erscheint heute eher unwahrscheinlich, auch wenn zur Zeit der Nokia Kurs bis auf Übernahmeniveau abstürzt, obwohl sie immer noch Weltmarktführer sind. Es ist eine verrückte Welt, in der uns nichts mehr wundert. Auch nicht das Elop keine Lust auf Google als Partner hatte, ohne das irgendwie schlüssig begründen zu können. Nokia hätte von der Zusammenarbeit mit Google sicherlich profitiert, der Kurs stünde heute anders da. Jetzt warten wir zusammen auf das Ende von Nokia. Schade, ich habe die Geräte immer gemocht.

Ein schwarzer Tag für BSA und Co – zu Guttenberg ist Sharer

von: Ludger Schmitz (freier Journalist) | am: | Kommentare: 1

Es schaut so aus, als hätten sie ihn erwischt, ausgerechnet die populärste Figur im Bundeskabinett. Er soll für seine Promotionsarbeit, 2006 an der Uni Bayreuth abgegeben und summa cum laude benotet, in Jura ein Wahnsinn, seitenweise fremde Texte kopiert haben.

„Plagiat!“ schreit jetzt alle Welt. Wieso eigentlich nicht „Raubkopie“? Nun, ersteres klingt nicht ganz so übel, und letzteres bezeichnet ein vollständig oder fast komplett „kopiertes“ Produkt materieller oder geistiger Art. Raubkopien, sagt die BSA, sind ein Verbrechen. Als Plagiator kriegt zu Guttenberg also mildernde Umstände. Schließlich hat er nur seitenweise kopiert, nicht von A bis Z abgeschrieben.

Trotzdem ist so ein Vorfall natürlich nicht angetan, zur Tagesordnung überzugehen. Wer will Studenten vom Abkupfern abhalten, wenn selbst unser Verteidigungsstrahlemann das gemacht hat? Wenn das anscheinend alle machen, ist das eben ein Teil unserer gesellschaftlichen Kultur. Solch ein Werteverfall ist es, was den Verfolgern von Raubkopierern und File-Sharern, also der Business Software Alliance (BSA) und Co, Sorgenfalten in die Stirn meißelt. Wenn heute Plagiate nah am Kavaliersdelikt sind, werden es morgen Raubkopien sein.

Und Guttenbergs Verteidigungsstrategie macht alles nur noch schlimmer. Der Vorwurf sei „abstrus“ wird morgen jeder Raubkopierer seine Verteidigung einleiten. Es folgt fast schon staatsmännisch: „Dem Ergebnis der Prüfung sehe ich mit großer Gelassenheit entgegen.“ Raubkopie? Völlig ausgeschlossen: „Ich habe die Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen angefertigt.“ Schließlich das Verhandlungsangebot, man werde eventuelle Unkorrektheiten „bei einer Neuauflage berücksichtigen“. Für Version 2 werden ein paar umlackierte Bytes oder so versprochen.

Nur die Ruhe, liebe Jäger von der BSA. Es wird sich bestimmt noch herausstellen, dass die Vorwürfe gegen Guttenberg völlig aus der Luft gegriffen sind. Der hat nicht einmal ein klein wenig kopiert, er ist kein Plagiator. Vielmehr ist er ein Opfer hinterhältiger Vorwegnahme seines epochalen Werkes durch andere Autoren.

Der Ausdruck „hinterhältige Vorwegnahme“ stammt übrigens nicht vom Autor dieser Zeilen. Ihn gebrauchte vor fast 40 Jahren ein damaliger wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachbereich 3 der Universität Marburg. Jürgen Ostrowsky oder so ähnlich lautete sein Name.

Ein neues Feld für Open Source: Hardware

von: Ludger Schmitz (freier Journalist) | am: | Kommentare: 2

Hardware-Entwickler haben eine Definition für Open-Source-Hardware veröffentlicht. Sie orientieren sich dabei an der einst nur für Software formulierten Open-Source-Definition der Open Source Initiative (OSI). Open-Source-Hardware hat ein offenes Design und soll es möglich machen, ein physikalisches Produkt nachzubauen, zu verändern und wieder zu verbreiten. So heißt es in den Prinzipien:

„Open source hardware is hardware whose design is made publicly available so that anyone can study, modify, distribute, make, and sell the design or hardware based on that design. The hardware’s source, the design from which it is made, is available in the preferred format for making modifications to it. Ideally, open source hardware uses readily-available components and materials, standard processes, open infrastructure, unrestricted content, and open-source design tools to maximize the ability of individuals to make and use hardware. Open source hardware gives people the freedom to control their technology while sharing knowledge and encouraging commerce through the open exchange of designs.“

Klingt wie eine Erinnerung an meine Gymnasiastentage. Da gab es nämlich einen kleinen Kreis von Elektrobastlern, die darum wetteiferten, Radioempfänger und -sender in immer kompaktere Formen zu bekommen. Schaltpläne und Verpackungstricks wurden bereitwillig untereinander ausgetauscht, um immer bessere und kleinere Geräte zu bekommen. Das ultimative Mogelmittel haben wir nie fertig bekommen; denn es fand sich immer noch eine Verbesserung. Und genau das ist das Problem mit der Open-Source-Hardware.

Denn Hardware muss tatsächlich irgendwann gebaut werden, was meistens länger dauert als bei Software. In der Zeit Fertigungsvorstufe bis erster Produktion sind keine Verbesserungen möglich. Es sind danach auch nicht ständig Nachbesserungen möglich. Release early, release often, die Maximen der Open-Source-Software-Entwicklung, sind bei Hardware unmöglich. Updates gibt es nicht, Bugfixes natürlich auch nicht. Daraus hat Eric Raymond, der Verfasser von „The Cathedral and the Bazaar“ und einer der Vordenker der Open-Source-Bewegung, einmal den Schluss gezogen, Open Source sei nur bei Software möglich.

Das Verdikt ist schon länger etlichen von Open Source faszinierten Leuten herzlich schnuppe gewesen. Vor allem in Ostasien gibt es sehr rege Gruppen, die Radiosender und -empfänger, Verstärker, Fernseher oder Walky-Talkys bauen. In Deutschland gab es mal eine Gruppe, die ein Open Source Car bauen wollte. Das OSCar erhielt für sein Design sogar einen Preis, gebaut wurde es nie. Jüngeren Datums sind die Initiativen Openmoko (ein Handy) und OpenPandora (eine Spielekonsole). Einen Taschencomputer namens NanoNote hat es tatsächlich mal gegeben. Aber letztlich ist aus allen Open-Source-Hardware-Initiativen nicht viel geworden.

Trotzdem gibt es offenbar genug Leute, die von dem Gedanken freier Hardware nicht lassen mögen. Vielleicht bringt ja die Formulierung von Open-Source-Hardware-Prinzipien weiter, obwohl meines Erachtens die Probleme wie oben erwähnt andere Ursachen haben. Doch deswegen sollte man solche Initiativen nicht als Zeitverschwendung missachten. Zumindest werden die Beteiligten an solchen Projekten eine Menge lernen, sowohl über die Technik wie auch über die Schwierigkeiten der Fertigung. Ein ziemlich praxisnahes Studium.

Das Erfreulichste ist allerdings, dass sich offenbar der Open-Source-Gedanke immer tiefer in den Köpfen, in dieser Gesellschaft verankert, dass mit Open Source neues probiert wird, dass nichts abschreckt, weil man allenfalls nicht alleine auf die Schnauze fällt. Anstrengungen in Richtung Open-Source-Hardware sind Ausdruck von Optimismus. Und vielleicht klappt es ja plötzlich doch mit diesem oder jenem Gerät. Der Versuch ist es wert.

Gartner: Anwender erwarten von Open Source Wettbewerbsvorteile

von: Ludger Schmitz (freier Journalist) | am: 14.02.2011 | Kommentare: 2

„Das Erreichen von Wettbewerbsvorteilen ist inzwischen zu einem wichtigen Grund für die Wahl einer Open-Source-Software-Lösung geworden“, erklärt Gartner-Forschungsdirektor Laurie Wurster in einer Pressemitteilung. Das sei die große Überraschung einer Umfrage des Marktforschungsinstituts vom August letzten Jahres unter 547 IT-Managern und CIOs aus elf Ländern. Sie ist Grundlage der neuen Studie „Survey Analysis: Overview of Preferences and Practices in the Adoption and Usage of Open-Source Software“.

Nicht mehr der Kostenvorteil von Open Source ist demnach das wichtigste Motiv zur Nutzung von quelloffener Software. „Obwohl der Versuch, durch Open Source Kosten zu senken, weiter ein wichtiges Motiv ist, haben wir in dieser Umfrage festgestellt, dass mehr Antwortende Open-Source-Software einen größerem Wert beimessen, als einfach etwas umsonst zu bekommen“, erklärt Wurster. Die Anwender beginnen, Open Source unter anderen Gesichtspunkten zu betrachten. „Wenn sie den Code anpassen und damit für ihr Unternehmen einzigartig machen können, verschaffen sie sich einen Wettbewerbsvorteil.“

Als weitere Vorteile von Open Source nennen fast ein Drittel der Befragten Flexibilität, höhere Innovation, kürzere Entwicklungszeiten und schnellere Beschaffungsprozesse. Die praktischen Erfahrungen der Anwender mit quelloffener Software haben deutlich zugenommen. Vor fünf Jahren hatte Gartner einen Open-Source-Anteil von zehn Prozent am Softwareportfolio der Anwender festgestellt. Jetzt prognostizieren die Marktforscher, innerhalb der nächsten 18 Monate werde dieser Anteil 30 Prozent erreichen. Besonders deutlich nimmt laut Garner die Nutzung von Open Source in der firmeninternen Softwareentwicklung zu – was zur These passt, die Anwender strebten durch Code-Anpassung Wettbewerbsvorteile an.

Die Vorteile scheinen die Anwender schrittweise zu realisieren, die Nutzung von Open Source zieht sich von unten nach oben durch die Organisationen. Bei fast der Hälfte der Befragten kommt Open Source in einzelnen Abteilungen und Projekten zum Einsatz. Erst 22 Prozent der Anwender adaptieren quelloffene Software unternehmensweit. 21 Prozent der Befragten evaluiert noch die Vorteile von Open Source.

Die wichtigsten Anwendungsbereich von Open Source sind Datenmanagement und -integration, Anwendungsentwicklung, Architektur und Governance. In zweiter Reihe folgen Verbesserung und Re-engineering der Business-Prozesse, Sicherheit, Risiko- und Compliance-Analyse, Rechenzentrums-Modernisierung und -Konsolidierung sowie Virtualisierung.

meet & greet mit open source berlin zum Thema IAM

von: Nina Keller | am: | Kommentare: 1

Angespornt durch die durchweg positive Resonanz auf das erste meet & greet mit open source berlin widmet sich das zweite Treffen nun dem Thema Identity Management. Am 21.02.2011 laden das Netzwerk open source berlin, das Handlungsfeld Open Source, die Landesinitiative Projekt Zukunft und der SIBB herzlich dazu ein teilzunehmen.

Für jede größere Organisation ist ein funktionierendes Identity- und Access-Management essentiell für beispielsweise eine effiziente Mitarbeiterverwaltung oder die Regelung von Zugriffen auf freigegebene Projektverzeichnisse.
Das meet & greet umfasst drei Vorträge zum Thema „Identity- und Access-Management“ und richtet sich insbesondere an Interessierte aus Politik und öffentlicher Verwaltung sowie IT-Anwender und Entscheider aus Unternehmen.
Des Weiteren bietet das meet & greet Gelegenheit zum Erfahrungs- und Gedankenaustausch mit den Netzwerkpartnern des öffentlich geförderten Netzwerkes open source berlin, Vertretern des Verbandes der Software-, Informations- und Kommunikations-Industrie in Berlin und Brandenburg (SIBB), sowie Vertretern der Landesinitiative Projekt Zukunft und des Handlungsfeldes Open Source. Das aktuelle Programm finden Sie hier.

Die tarent wird am  21.02.2011 das neue Produkt OSIAM, ein Identity- and Access- Management- System vorstellen.
Sie haben Interesse an der Veranstaltung teilzunehmen? Wenden Sie sich an
unser Sales-Team via “sales@tarent.de”.

Heute fällt Meego, morgen QT

von: Elmar Geese | am: 11.02.2011 | Kommentare: 1

Jetzt ist es so gekommen wie wir alle längst erwartet haben: Die sinkenden Schiffe im Smartphone Markt, Nokia und Microsoft, haben aneinander festgemacht. Vermutlich glaubt Nokia, damit das rettende Ufer erreicht zu haben. Aber es ist ein Deal von dem nur Microsoft profitieren kann.
Der Kollateralschaden ist nicht nur im Verlust einiger Arbeitsplätze in Finnland zu suchen, um die dort jetzt besonders gezittert werden dürfte, es gibt auch weitere naheliegende Opfer. Als nächstes dürfte es Trolltech und damit die kommerzielle Entwicklung der QT Plattform treffen. Denn nach der neuen Strategie hat Nokia schlicht und einfach keinerlei Verwendung mehr für QT, denn Meego ist damit für Nokia erledigt, und damit Trolltech als Unternehmen und QT als Technologie.
Was wird nun passieren? Es wird sich vielleicht eine mitfühlende Hand finden, die sich Trolltech annimmt, und die bestehenden Verträge zuende führt. Neues Geschäft mit QT Technologie wird es schwer haben, zumal der mobile Markt nun zugemauert ist. QT ist dort nicht auf Windows neuestem Betriebssystem verfügbar, und “nebenbei” auch nicht auf Android, nicht mal unter Symbian. Desktopprodukte macht Nokia nicht, warum sollte es also weiterhin Geld in das Unternehmen stecken? Und auch dort ist QT nicht mehr auf dem Stand der Zeit, so wird unter Windows auch nach etlichen Jahren Verfügbarkeit .NET immer noch nicht unterstützt, da ist man noch bei ActiveX. Irgendwie erscheint das alles morsch und brüchig.
Intel kann sich jetzt mit Meego alleine vergnügen, was auf Dauer auch nichts bringt. Und was auch immer Intel tut, QT kann es dabei sowieso nicht gebrauchen. Es wird eng für Trolltech werden. Im weitestgehend nicht-kommerziellen Bereich gibt es ja noch KDE, und das braucht die Technologie wenigstens noch unter Linux. Vielleicht stellt sich ein heilsamer Schock ein, und die Community übernimmt die QT Entwicklung, das wäre eine Lösung. In den nächsten Jahren wird QT im Mobilbereich jedoch keine Rolle spielen, weder auf Smartphones, noch auf Tablets. Einen Großsponsor wie Nokia wird es nicht mehr haben, und ein neuer ist nicht in Sicht. Das Thema “unabhängige Plattform” hat sich für QT jedenfalls erledigt. Und die Open Source Community lernt nach der Oracle/Java Geschichte die nächste Lektion: kommerziell getriebene Open Source Projekte haben Probleme mit der Nachhaltigkeit. Bei Basistechnologien wie Meego oder QT kann das besonders wehtun.

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