von: Ludger Schmitz (freier Journalist) | am: 25.02.2011 | Kommentare: 0

Cloud Computing kommt trotz klarer IT-strategischer, finanzieller und praktischer Vorteile gegenüber dem In-house-Computing nicht recht voran. Die wichtigsten Gründe treten immer deutlicher zutage: Die potenziellen Anwender befürchten ein Anbieter-Lock-in, und deutsche Datenschutzgesetze lassen sich mit den Details der meisten Cloud-Angebote nicht vereinbaren. Diese Situation könnte sich jetzt schnell ändern. Denn nimmt Gestalt an, was seit geraumer Zeit als das beste Argument gilt, um Bedenken der Anwender auszuräumen: ein Open-Source-Cloud-Angebot im geografischen Rahmen nationaler Gesetze.

Seit einiger Zeit schon streben hierzulande Open-Source-orientierte Softwarehäuser und Service-Anbieter ein Cloud-Angebot an. Dabei orientieren sich einige eher in Richtung einer Corporate Cloud, was im Wesentlichen auf Virtualisierung, insbesondere auf virtualisierte Desktops auf Basis der internen IT-Ressourcen eines Unternehmens hinausläuft. Eine andere Ausrichtung versucht sich auch in Richtung Public Cloud, Anwenderunternehmen übergreifenden Services aus der Wolke. So hat die Linux Solutions Group (LiSoG) ihren Fokus auf einen einfach zu implementierenden Referenz-Stack von Open-Source-Lösungen in der letzten Zeit in Richtung eines Open-Source-Cloud-Stack (OSCS) verschoben.

Diese Open-Source-Cloud-Initiative ist sehr breit angelegt und umfasst auf allen Layern von der Linux-Basis bis hinauf zu Business-Anwendungen mehrere Anbieter. Die unter einen Hut zu bringen war wohl nicht so einfach. Denn bisher gibt es dieses technisch heute schon realisierbare Cloud-Angebot nicht. Logische Anbieter wären größere Servicefirmen, insbesondere Internet-Provider. Aber Fehlanzeige.

Nach einigen Monaten Vorarbeiten wird nun auf der CeBIT (an den Ständen von LiSoG in Halle 2/D44 und Equinix in Halle 4/A58) eine neue Gruppe einen Showcase präsentieren. Die Grundlage ist dabei strikt Open Source. Die Hersteller wollen den Anwendern völlige Souveränität über ihre Daten in der Wolke lassen. Und deren Adjektiv „deutsche“ signalisiert, dass alle Daten und Verarbeitungsinstanzen in Deutschland bleiben, was datenschutzrechtliche Probleme vermeidet.

Mit von der Partie sind zehn Beteiligte; nämlich neben Tarent die Boston Server & Storage Solutions Group, der RZ-Betrieber Equinix, Emulex, Rising Tide, Fortinet, OpenQRM, Datenwerk und SEP. Hinzu kommt die LiSoG. Deren Mitgliedschaft deutet an, dass die Gruppe für die Mitarbeit weiterer Unternehmen offen ist.

Im Rahmen des Open Source Forums in Halle 2 auf der CeBIT beschäftigen sich gleich eine Reihe von Vorträgen mit dem Thema Open-Source-Cloud. Unter anderem berichtet tarent-Entwicklungschef Michael Kleinhenz über Grundlagen dieses offenen Computing-Modells und seine Prinzipien.

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