von: Ludger Schmitz (freier Journalist) | am: 29.04.2011 | Kommentare: 0

29.4.2011 – Das Marktforschungsinstitut Gartner hat die Machtverhältnisse am Betriebssysteme-Markt unter die Lupe genommen, und zwar nach Umsätzen der verschiedenen Anbieter im Jahre 2010. Zunächst aber ist insgesamt festzustellen, dass Systeme für Server um 5,7 Prozent zugelegt haben, verhaltener als das Client-Segment mit 9,3 Prozent. Dies führt Gartner darauf zurück, dass nach dem Abflauen der Wirtschaftskrise im Desktop-Segment ein besonders hoher Bedarf an neuen PCs besteht.

Auf der Client-Seite führt natürlich Microsoft mit einem Umsatz von fast 24 Milliarden Dollar, was einem Marktanteil bei Betriebssystemen insgesamt von 78,6 Prozent entspricht. Das ist noch einmal ein leichtes Plus gegenüber 2009 und erklärt sich laut Gartner vor allem dadurch, dass sich Windows 7 als Nachfolger von Vista und XP durchsetzt. Der nächstfolgende Wettbewerber hat zwar gegenüber dem Vorjahr um 15,8 Prozent kräftig zugelegt, ist aber weit abgeschlagen: Apple kommt mit einem Umsatz von 520 Millionen Dollar auf einen Marktanteil von 1,7 Prozent.

Auf der Server-Seite sind die Gartner-Zahlen weniger aussagekräftig, weil die Analysten nicht hinreichend differenziert haben. IBM war 2010 mit 2,3 Milliarden Dollar deutlich der umsatzstärkste Anbieter, Marktanteil 7,5 Prozent. Auf Platz Zwei steht HP mit 1,1 Milliarden Umsatz (3,7 Prozent). Durch die Übernahme von Sun springt Oracle auf den dritten Platz im Server-OS-Geschäft und erreicht 780 Millionen Dollar (2,6 Prozent). Ein großer Teil dieser Umsätze dürfte im Unix-Geschäft zu verorten sein. Allerdings macht IBM bedeutende Umsätze mit Mainframe-Systemen, während alle Server-Player auch noch ein Linux-Business haben.

Welche Ausmaße das Linux-Geschäft hat, ist den Gartner-Angaben nicht zu entnehmen. Es gibt jedoch einen Hinweis auf die zunehmende Bedeutung des Open-Source-Systems: Red Hat hat gegenüber 2009 um 18 Prozent zugelegt, das größte Wachstum aller Betriebssystem-Anbieter überhaupt. Der Umsatz betrug im vergangenen Jahr 610 Millionen Dollar, was Platz Vier im Markt für Server-OS bedeutet. Novell-Suse ist in der Gartner-Aufstellung nicht mehr erfasst.

  • Twitter
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Google Bookmarks
  • MisterWong
  • RSS
  • email
  • LinkedIn
  • PDF
  • Print
  • Tumblr

Kommentare

Kommentar schreiben

Über Dich

Dein Kommentar