von: Ludger Schmitz (freier Journalist) | am: 05.05.2011 | Kommentare: 0

Das nach jeder Firmenübernahme anscheinend Unvermeidliche ist ebenfalls bei Novell eingetreten. Und es trifft auch den Bereich, der bisher noch für ein ganz gutes Geschäft gesorgt hat, nämlich Suse. Der neue Besitzer Attachmate hat im einstigen Novell-Hauptquartier in Utah einige hundert Mitarbeiter gefeuert, darunter etliche aus Produktmanagement, Support und Partnerschaften. Bekanntestes Opfer ist der bisherige Suse-Chef Markus Rex.

Nach Darstellung von Attachmate-Chef Jeff Hawn soll die Entwicklung und das Business mit Suse künftig stärker in der alten Suse-Heimat Nürnberg stattfinden. Das wird den dortigen Mitarbeitern kaum die Angst um ihre Arbeitsplätze nehmen. Denn Hawn hat zu seinem Nürnberger Statthalter Nils Brauckmann berufen, und der hat vor Mitarbeitern verkündet, er wolle „das Marktpotential der Marke Suse entfesseln“. Derartiges „Management-Speak“ lässt nichts gutes erwarten. In der Tat hat Brauckmann in einer Mail an Mitarbeiter bevorstehende Veränderungen angekündigt.

Für Suse-Anwender sind das sicherlich keine guten Nachrichten. Aber es sind auch noch nicht unbedingt schlechte. Denn Suse ist für Attachmate nichts anderes als das, was es schon bei Novell war: das beste Teil vom Ganzen. Der neue Besitzer wird Suse nicht an die Wand fahren, weil er den Business-Wert nicht erkennt. Eher könnte es geschehen, dass die Open-Source-unerfahrene Attachmate die nicht nur an Business-Regeln orientierten Spielregeln im Open-Source-Geschäft nicht kennt. Bis Fehler in dieser Hinsicht durchschlagende Wirkung zeigen, dauert es aber einige Zeit. Zunächst einmal gibt es also keine Ursache, in Panik zu verfallen.

Kommentare

Kommentar schreiben

Über Dich

Dein Kommentar

*