von: Ludger Schmitz (freier Journalist) | am: 25.05.2011 | Kommentare: 0

Seit Jahren verbreitet sich Open-Source-Software immer schneller, aber vielerorts handelt es sich um eng umgrenzte, punktuelle Lösungen. Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen scheuen einen breiteren Einsatz von quelloffener Software, obwohl es konkurrenzlos günstige und passende Lösungen gibt.

Das hat vor allem zwei Gründe: Erstens würde ein breiterer Einsatz voraussetzen, dass mehrere Open-Source-Lösungen zu integrieren sind, was die Implementierungskosten steigen lässt. Zweitens bekäme es der Anwender mit mehreren Anbietern zu tun. Er möchte aber lieber eine Gesamtlösung aus einer Hand.

An diesen Hemmnissen für eine schnellere Verbreitung von Open Source könnte sich recht bald einiges tun. Denn um das Problem der Isolierung der quelloffenen Lösungen von einander anzugehen, hat die Open Source Integration Initiative (OSII) die Arbeit aufgenommen. Dies ist ein neues Projekt von 20 Open-Source-Anbietern und dem Institut für Informationssysteme der Hochschule Hof, das die Linux Solutions Group (LiSoG) vorantreibt. Es wird außerdem unterstützt vom Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie.

Das Ziel der OSII besteht darin, einen großen modularen Baukasten von Open-Source-Lösungen anzubieten, aus dem sich Anwender flexible auch für größere Projekte bedienen können, ohne sich damit Integrationsprobleme einzuhandeln. Im Zentrum steht ein quelloffener Enterprise Service Bus von Sopera, an denen sich verschiedene Linux-Varianten, Middleware und Applikationen von Datenbanken über Speicher- und Archivierungslösungen bis hin zu Groupware und ERP anflanschen lassen. Dafür wird es normierte Schnittstellen geben, die offen sind und alle Programme gleichermaßen nutzen.

Technisch ist die Umsetzung dieses Vorhabens gar nicht so schwer. Trotzdem ist eine schon einige Jahre alte Initiative der LiSoG in gleicher Richtung bisher nicht recht vorangekommen. Das alte Problem scheint nun behoben zu sein. Denn in der OSII existiert eine Organisationsstruktur mit drei Arbeitsgruppen für die technische Integration, für Zertifizierung und für Vermarktung. Der neue Elan, der die OSII-Beteiligten ergriffen hat, zeigt sich schon darin, dass erst auf der CeBIT dieses Jahres erste informelle Kontakte geknüpft wurden. Auf dem LinuxTag in diesem Monat war dann der Gemeinschaftsstand von Linux-Verband (LIVE) und LiSoG der Ort konkreter Absprachen.

Hinter der Organisation der Initiative steht die Mittelstandsförderungs-Gesellschaft Baden-Württemberg (MFG), die auch die LiSoG unterstützt. Sie wird künftig auch das Marketing vorantreiben und der zentrale Ansprechpartner für Anwender des Open-Source-Baukastens sein.

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