Welches Drumherum braucht Open-Source-Software?

von: Ludger Schmitz (freier Journalist) | am: 24.01.2012 | Kommentare: 0

Offener Sourcecode ist zwar ein Argument, wird aber keinem Anwender für eine Kaufentscheidung reichen. Es liegt auf der Hand, dass Open-Source-Software mehr braucht, um am Markt anzukommen. Und das geht weit über Produkt-Features hinaus. Dies hat Florian Weikert durch eine Internet-Umfrage für seine Bachelor-Arbeit „Product Features in Commercial Open Source Software“ in Erfahrung gebracht. Sie lässt sich als PDF downloaden von der Website der Open Source Research Group von Professor Dirk Riehle an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen Nürnberg.

Leider war die Teilnahme an der Umfrage sehr schwach. Von den 37 Antworten ließen sich etliche nicht auswerten, weil sie sehr unvollständig waren. Es blieben eigentlich nur die Erklärungen von Softwarehersteller, weil es von Service-Providern und Distributoren zu wenig Feedback gab.

Hersteller von Open-Source-Software schätzen Maintenance, Updates, Garantieerklärungen zur Funktionalität, Features, einfachen Support, Anwenderschulung vor Ort, Installation und Konfiguration sowie Integration als besonders wichtige Produkteigenschaften ein. Als weitgehend irrelevant gelten Non-copyleft-Anwendungsrechte, „Indemnification“ (zum Schutz vor Klagen Dritter), die Zertifizierung von Entwicklung und Prozessen sowie Hosting. Auch beim Gegenchecking, der Analyse, welche Kombinationen von Produkteigenschaften die meisten der Befragten favorisierten, fand sich im Prinzip das gleiche Ergebnis.

Die Basis der Untersuchung ist allerdings zu schmal, um als wirklich fundierte Auskunft gelten zu können. Die Ergebnisse entsprechen dem, was wohl jeder erwarten würde, der ein paar Jahre das Open-Source-Business beobachtet. Der Autor Weikert sieht in seiner Studie auch prompt nicht mehr als eine Grundlage für intensivere Analysen. Immerhin: Der methodische Anfang ist gemacht.

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