Die tarent solutions GmbH, Tochterunternehmen der tarent AG wurde im Mai 2013 von der IESE Business School ausgezeichnet.
Die tarent ist Mitglied der 500 wachstumsstärksten Unternehmen in Europa.
Wir freuen uns über diese Auszeichnung und bedanken uns bei der IESE für das Zertifikat.

Die tarent AG läutet das Jahr 2013 mit einer neuen Besetzung des Vorstands ein.
Seit dem 01.01.2013 wird das Unternehmen zusätzlich zu den bisherigen Vorständen Boris Esser und Alexander Steeg, auch von Dr. Stefan Barth und Kai Ebenrett geleitet.
Alle Vier sind erfahrene Experten der IT-Branche und werden ihre Stärken nun gemeinsam in die Unternehmensführung einbringen.
Während Boris Esser als CMO weiterhin verantwortlich für die Bereiche Vertrieb und Marketing ist und Alexander Steeg, wie bisher, als CFO den Bereich Finanzen und Controlling leiten wird, wird Dr. Stefan Barth als COO den Bereich Entwicklung & Produktion führen. Kai Ebenrett wird als CBDO den Bereich Business Development leiten, sowie die Beteiligungen der tarent AG betreuen.
Mit diesem Schritt stellt die tarent AG die Weichen für eine erfolgreiche Geschäftsentwicklung in 2013, die neben der bekannten Expertise bei der Entwicklung anspruchsvoller IT-Projekte zukünftig um ein Open-Source Produktportfolio erweitert wird.

Jürgen Nimptsch, Oberbürgermeister der Stadt Bonn, besuchte in der vergangen Woche die tarent AG in Bonn. Unter dem Fokus Bonn als IT-Standort diskutierte Herr Nimptsch gemeinsam mit dem Vorstand und dem Aufsichtsrat der tarent. Dabei ging es in erster Linie um die Weiterentwicklung der IT-Branche in Bonn und um Konzepte zur Unterstützung der Innovationsentwicklung.

Auch die Start-up und Gründerszene Bonns war Thema in dem Gespräch mit dem Oberbürgermeister. Viel mehr müsse in die Jungunternehmer investiert werden, so Herr Nimptsch. Auch der Vorstand, sowie der Vorsitzende des Aufsichtsrats der tarent AG schlossen sich Herrn Nimptsch an; Start-ups und Jungunternehmer, die frisch von der Universität kommen sollten von erfahrenen Wirtschaftsunternehmen begleitet und unterstützt werden.
Die tarent AG bedankt sich für die Zeit von Herrn Nimptsch und freut sich auf die weitere gemeinsame Zusammenarbeit.
Heute Abend um 19.40 Uhr stellt NTV in einem Überblick über regionale Unternehmen des Rhein-Sieg Kreises die tarent AG vor. Wir würden uns freuen, wenn Sie einschalten.
Den Spot, sowie unseren neuen Imagefilm werden wir Ihnen außerdem in der kommenden Woche auf unserer Website vorstellen, seien Sie gespannt!
Oracle hat einfach kein „glückliches Händchen“ mit Open Source. Im Gegensatz zur Entwicklung bei IBM scheint diese Art Softwareentwicklung einfach nicht zu einem Datenbankriesen zu passen, der noch sehr tief in seinen proprietären Ursprüngen verwurzelt ist. Der vergebliche Versuch, Red Hat zu übernehmen und durch eine Kopie das Wasser abzugraben ist unvergessen. Java hat den Mobile-Zug verpasst. OpenOffice erlebte erst die Abspaltung LibreOffice und wurde dann an die Apache Software Foundation entsorgt. Über MySQL war, seit es Oracle im Januar 2010 mit Sun in seinen Besitz gebracht hat, auch mehr Schlechtes als Gutes zu hören.
Gleichwohl ist MySQL eins der erfolgreichsten Open-Source-Produkte. In einer Anwenderbefragung der Abteilung Commercial Adoption of Open Source (CAOS) beim Marktforschungsunternehmen The 451 Group aus dem Frühling dieses Jahres erklärten 80 Prozent, MySQL einzusetzen. Der Open-Source-freundliche CAOS-Analyst Matthew Aslett meint: „Das MySQL-Ökosystem ist jetzt wohl gesünder und lebendiger als jemals zuvor.“ Das Business rund um diese quelloffene Datenbank werde bis 2015 sogar noch durchschnittlich 40 Prozent pro Jahr zulegen.
Jedoch prognostizierte Aslett auch weniger positive Zahlen. Denn befragt nach ihren Zukunftsplänen in Sachen Datenbanken hatten nur 62 Prozent der Anwender erklärt, auch 2014 noch MySQL verwenden zu wollen. Für 2017 waren es sogar nur noch 54 Prozent. Diese Differenz zum zunehmenden Geschäft erklärt sich wohl aus dem unverändert bommenden Datenbank-Business infolge des Internets. Größter Gewinner, so Aslett, seien NoSQL-Datenbanken, die besser als die zweidimensionalen SQL-Tabellen mit den in Internetzeiten wichtigeren 3D-, Audio- und Video-Dateien umgehen können. Weiteren Zulauf erhielten für klassische Datensätze die relationalen Alternativen PostgreSQL und MariaDB.
Eigentlich verwundert das angesichts der jüngeren Geschichte von MySQL nicht. Gleich nach der Übernahme durch Oracle ging fast das gesamte MySQL-Team von der Fahne. Sie gründeten zwei Firmen: Monty Program um den MySQL-Mitbegründer Michael „Monty“ Widenius schuf den Fork MariaDB. SkySQL bietet Support für MySQL und MariaDB. Kurz darauf führte Oracle für den Support neue Lizenzpreise ein. Anwender müssen zum Teil mehr als das Dreifache im Vergleich zur Sun-Preisliste zahlen.
Allerdings hat Oracle MySQL nicht glatt vergessen. Immerhin erschienen unter neuer Ägide die Versionen 5.5. und 5.6 mit wichtigen technischen Verbesserungen. Die blieben aber hinter den Hoffnungen des alten MySQL-Teams – und einiger Anwender – zurück. Diese hatten seit Version 4.0 erkennen lassen, dass sie die Open-Source-Datenbank in die Leistungsklasse einer proprietären Oracle-Datenbank oder IBM DB2 heben wollten.
Daraus kann unter Oracle-Herrschaft nichts werden. Denn dann würde MySQL zunehmend an Oracles Kerngeschäft mit der proprietären Datenbank nagen. Oracle wird den Ast nicht absägen, auf dem die Firma sitzt. Das Kernprodukt muss deshalb deutlich überlegen bleiben. Sonst schwinden die Einnahmen, und die Aktienkurse sinken. Das zu verhindern ist wichtiger, als die Hoffnungen der Anwender zu erfüllen.
Als Oracle OpenOffice an die Apache Software Foundation (ASF) weiterreichte, haben nicht wenige gehofft, der Datenbankriese möge ein Einsehen in seine Unfähigkeit haben, mit Open Source umzugehen, und auch MySQL an die Apache-Stiftung übereignen. Oracle hat ein gutes Beispiel vor Augen, das auf keinen Fall zu machen. Denn die Open-Source-Bürosuite lebt jetzt als Apache OpenOffice wieder auf. Das wäre auch mit MySQL unter ASF-Kontrolle zu erwarten. Es könnte durchaus eine ernste Konkurrenz für Oracles Hauptdatenbank entstehen.
Also wird MySQL weiterhin ein eher kümmerliches Dasein fristen – und die Konkurrenz beflügeln. Das kann Oracle egal sein. Denn es gibt genug Anwender, die sich unter den Fittichen eines großen Herstellers sicherer fühlen als bei kleinen Open-Source-Anbietern. Ergo wird auch MySQL weiterhin eine wichtige, wenn auch schwächere Rolle spielen.
Fast zum gleichen Zeitpunkt haben sich kürzlich Risikokapitalanleger bei zwei Open-Source-Unternehmen eingekauft. Vier Millionen Dollar bekam SkySQL in einer ersten Investitionsrunde, 30 Millionen sammelte Eucalyptus ein. Beide Fälle sind recht aufschlussreich. Denn nachdem es in den letzten Jahren einen ständigen Rückgang der Investitionen in Open-Source-Unternehmen gegeben hatte, zeigen sich in diesen Fällen durchaus Muster, die dafür sprechen, dass Investoren Open Source wieder als vorteilhaftes Geschäftsmodell ansehen.
SkySQL gibt es erst seit eineinhalb Jahren, und es ist kein Unternehmen, das Open-Source-Software herstellt. Im wesentlichen macht die Firma ihr Geschäft mit Support und Beratung für die Open-Source-Datenbank MySQL. Die gehört Oracle, und der Datenbankriese hat durch rabiate Preiserhöhungen für Support viele Anwender gegen sich aufgebracht. Die suchen nun nach Alternativen, aber eigentlich gibt es da nur eine, nämlich SkySQL. Nach einer alten Weisheit der Volkswirtschaftslehre ist neben einem Monopolisten am Markt (Oracle) immer Platz für mindestens einen zweiten Anbieter, eben SkySQL.
Deren Investoren setzen anscheinend nicht nur auf die millionenfache Verbreitung von MySQL, was allein schon eine „Business Opportunity“ ist. Risikokapital setzt auf die Zukunft. Das heißt in diesem Fall, dass Kapitalgeber meinen, Oracle werde wie auch schon im Fall OpenOffice und Java nicht den angemessenen Umgang mit Open-Source-Software lernen. Hier sagen die Geldgeber also: Erstens können proprietär aufgestellte Unternehmen nicht Open Source. Zweitens ist das ein Markt mit riesigen Perspektiven.
Parallelen dazu weist das Beispiel Eucalyptus auf. Dieser Anbieter bildet die Programmierschnittstellen des weltweit größten Cloud-Angebots Amazon Web Services (AWS) als Open Source nach. Diese lassen sich dann in der klassischen lokal vorhandenen IT-Infrastruktur (on premise) ebenso nutzen wie für Private Clouds oder eben den Zugang zur Public Cloud AWS. Das ist erstens ein durchgängiges Konzept und birgt zweitens eine Perspektive, Cloud Computing offen zu halten, nicht im Anbieter-Lock-in gefangen zu werden. Nach einigen Irrwegen in den letzten Jahren ist das Unternehmen jetzt wieder auf einen konsequenteren Open-Source-Kurs zurückgekehrt. Die Belohnung war die dritte Investitionsrunde mit 30 Millionen Dollar Einnahmen.
Es scheint also, das lehren die Beispiele Eucalyptus und SkySQL, durchaus institutionelle Investoren zu geben, denen das Vorzeichen „Open“ perspektivisch besser Marktchancen signalisiert. Hier geschieht etwas völlig anderes als in den späten 90er Jahren des letzten Jahrhundert. Jetzt wird nicht mehr jeder halbwegs plausibel klingenden, Internet-basierenden Idee hinterher gerannt.
Vielmehr haben einige Investoren wohl erkannt, dass ganz viel von dem, worauf die Anwender heutzutage setzen, sich unter dem Begriff Offenheit zusammenfassen lässt. Open Standards, Open Source, Open Cloud, Open Data, Open Innovation… Die Zukunft liegt auf der Hand. Ob allerdings die Ziele entsprechend aufgestellter Unternehmen so „open“ bleiben, ist nicht unbedingt gesagt. Die Kapitalgeber wollen nur eins: „Return on Investment“. Deren Maxime Kapitalvermehrung steht über dem der Offenheit als Business-Orientierung. Deswegen werden sehr viele Open-Source-Unternehmen vor Risikokapital zurückschrecken und – trotz der Meldungen von SkySQL und Eucalyptus – an diesem Markt weiterhin eine marginale Rolle spielen.
Auch in diesem Jahr beteiligt sich die tarent-Gruppe an der renomierten Konferenz zum Thema Identity.
Michael Kleinhenz, Mitarbeiter der tarent AG wird am Donnerstag, den 19.04.2012 um 10.30Uhr mit Allan Foster (ForgeRock) und Martin Kuppinger (KuppingerCole) an einer Session zum Thema The Role of Open Source in Today´s IAM Infrastructure teilnehmen. Während der gesamten Veranstaltung heißt die OSIAM GmbH, Tochterfirma der tarent AG und Anbieter einer Open Source Identity- and Accessmanagement Lösung, Gäste auf ihrem Stand herzlich willkommen.
Die European Identity & Cloud Conference findet zum 6. mal in München statt. Die englischsprachige Konferenz hat sich mit ihren mehr als 550 Teilnehmern aus über 20 Ländern in den vergangenen Jahren als eine der weltweit wichtigsten Events zum Thema Identity Management und IT-Sicherheit etabliert.
Wer die letzten Tage der Debatte um das „Anti-Counterfeinting Trade Agreement“ (ACTA) mitbekommen hat, wird ziemlich erstaunt sein. Polen, Tschechien, die Slowakei und Lettland ziehen ihre Unterschriften zurück, in Deutschland schiebt die zuständige Justizministerin das erst einmal auf die lange Bank und löst damit den nächsten Koalitionskrach aus. Und dann diese Demonstrationen am letzten Samstag. 30.000 sollen in Deutschland auf den Straßen gewesen sein. Wer in München dabei war, wird ohnehin leicht euphorisch. 16.000 Leute nach Polizeiangaben, gefühlt sind das mindestens 50 % mehr. Und das bei brutaler Eiseskälte.
Vor etwas mehr als einem Monat haben sie in den Chefetagen der Film- und Musikindustrie wohl kübelweise Champagner gesoffen, als ACTA unterzeichnet wurde. Das meinte jedenfalls ein junger, studentischer Demo-Teilnehmer neben mir, um fortzusetzen: Jetzt kriegen sie das Kotzen. Völlig falsch. In diesen Konzernetagen wird nicht gekotzt, da wird geklotzt. Jetzt fließen halt ein paar zig Tausend Dollar an Lobbyisten, PR- und Krisenberater. Und die haben weit mehr Einfluss als einige tausend Demonstranten.
So einfach wird das nicht, ACTA ad acta zu legen. Es reicht nicht, sich darauf zu verlassen, dass ohnehin schon die Piraten und die Grünen dagegen sind. Weite Teile der SPD auch und sogar der FDP, Zweifler selbst in der CDU/CSU. Genau da werden die Lobbyisten ansetzen. Nicht als Lobbyisten natürlich. Völliges Unwort. Sondern als Berater, ganz neutral, versteht sich.
Die Anti-ACTA-Bewegten wären schlecht beraten in der Ansicht, führend auf die Zielgerade einzulaufen. Es kommt noch viel dicker. Sie haben nämlich nichts am Hut mit dem, was man Lobbyismus nennt. Schon der Begriff gilt ihnen als igittigitt. Damit ähneln sie der Open-Source-Bewegung. Aber beide müssen langsam lernen, dass man um gezielte Maßnahmen zur Einflussnahme und Interessenvertretung in der Politik auf die Dauer nicht herum kommt.
Nein, diesmal fürchten sich davor nicht die Gallier, sondern „unsere transatlantischen Freunde“ (so der Sprachgebrauch unserer Bundesregierung). Es geht nicht um Asteroiden, Weltraumschrott oder die Wut des Teutates: „Macht die EU die US-Cloud-Provider schlecht, um Raum für europäische Cloud-Companies zu schaffen?“ sorgt sich ein David Linthicum in der der „Computerworld“. Der Online-Dienst gigaom.com legt gleich noch ein Pfund drauf: „Anschnallen für die nächste Welle des Cloud-Protektionismus.“ So zitiert jedenfalls die „Computerwoche“.
Die beiden Zitate legen nicht einmal nahe, dass sie nur aus der rechtskonservativen Ecke der USA kommen müssen. Die Obama-Regierung hat vor nicht ganz einem Jahr den Patriots Act um vier Jahre verlängert. Und der ist nun Auslöser der Turbulenzen. Denn dieses Gesetz, in Kraft seit 2001, besagt auch, dass Behörden bei Verdachtsmomenten auf Daten zugreifen können, die auf Servern von US-Unternehmen liegen – wozu auch im Ausland angesiedelte Tochterunternehmen gehören.
In der ganzen Tragweite ist das bekannt, seit ein Microsoft-Manager im letzten Jahr eingestand, sein Unternehmen könne nicht garantieren, dass US-Behörden die Finger von Daten europäischer Kunden in der Microsoft-Cloud ließen. Das hat damals in der altkontinentalen Presse mächtig die Runde gemacht. Der Patriot Act gilt seither als einer der wichtigsten Gründe, warum europäische Unternehmen, insbesondere aus Deutschland, eine auffallende Cloud-Zurückhaltung zeigen. Sie fürchten Industriespionage.
Nunmehr entgeht den US-Cloud-Anbietern ein Geschäft. Derweil hauen europäische Konkurrenten in die Kerbe. Es wird immer beliebter festzustellen, dass man erstens keine finanzielle Beteiligung eines US-Unternehmens habe sowie zweitens nur in deutschen oder europäischen Rechenzentren seine Cloud-Angebote bereitstelle und Daten speichere. T-Systems wirbt gar für eine „Deutsche Cloud“; Firmenchef Reinhard Clemens verspricht: „Wir agieren im europäischen Rechtsraum, und die US-Behörden können nicht einfach auf Daten unserer Kunden zugreifen.“ Das Wörtchen „einfach“ hätte er besser weglassen sollen, aber inzwischen argumentieren so eine ganze Reihe von deutschen Cloud-Anbietern. Auch in der hiesigen Open-Source-Anbieterschaft, die am Aufbau eines Open-Cloud-Angebots arbeitet, ist die Verschlossenheit vor US-amerikanischer Neugier ein wichtiges Argument.
Prompt ist aus amerikanischer Sicht die böse EU schuld. Diese, nicht etwa ein US-Gesetz, verschlechtert die Marktchancen der US-Cloud-Provider. Protektionismus? Aber sicher doch! Das Wort bedeutet ursprünglich, sich und sein Eigentum vor fremdem Zugriff abzusichern. Die Amis scheinen auch gut 40 Jahre nach Ende des Vietnamkriegs einfach nicht kapieren zu können, dass ihnen die Welt nicht gehört. Wer glaubt, dass ein Gesetz wie Patriot Act patriotische Größe verleiht, darf sich nicht wundern, wenn er in der Cloud den Kopf gewaschen kriegt. Da braucht es keine Schläge von Teutates mehr.
Heute ist ein rabenschwarzer Tag. Nicht weil es wieder einmal einer von denen ist, an dem man zu nichts Vernünftigen kommt, weil man die ganze Zeit mit idiotischen Kleinigkeiten beschäftigt ist. Nein, heute hat die EU das ACTA-Abkommen unterzeichnet. ACTA ist das Kürzel für „Anti-Counterfeiting Trade Agreement“, als Handelsabkommen gegen Produktpiraterie. Aber damit hat ACTA überhaupt nichts zu tun.
ACTA ist kein Handelsabkommen, sondern ein Grundsatzabkommen zur Behandlung von allem Möglichen im Internet, über das die USA, die EU, Japan etc. unter starkem Engagement von Lobbygruppen diverser Industriebranchen seit 2007 verhandelt haben. Es geht auch nicht um gefälschte Produkte, sondern, ACTA ist da sehr ausholend, um Urheberrechte, Warenzeichen, industrielles Design und Patente. Für Vergehen sieht ACTA hohe Strafen und Kompensationen für verlorene Geschäfte vor.
Eine ganze Reihe elementarer demokratischer juristischer Prinzipien hebelt ACTA glatt aus (mehr dazu hier). Darüber hinaus wird nicht der Raubkopierer bestraft, sondern auch der, wer die Mittel zur Verbreitung von Fälschungen bereitstellt. Das bedroht vor allem Internet-Service-Provider, die ebenfalls haftbar gemacht und somit zur Internet-Zensur verpflichtet werden. ACTA ist der schwammig formulierte Rahmen für Dinge wie den US-amerikanischen Gesetzentwurf SOPA (Stop Online Piracy Act).
Die EU-Kommission hat ACTA jetzt unterzeichnet. Das bedeutet, dass als nächstes das EU-Parlament seine Zustimmung geben muss. Dann sind die nationalen Parlamente in der Europäischen Gemeinschaft dran, diese Vorgabe in ihre jeweiligen Gesetze umzusetzen. In Deutschland wird bereits erste Kritik laut, wie die „Computerwoche“ berichtet.
Das lässt dann doch wieder etwas optimistischer in die Zukunft blicken. Und zwar aus zwei Gründen. Erstens ist ACTA so schwammig formuliert, scheint sich auf alles zu beziehen. Solche Dokumente haben einen entscheidenden Nachteil: Sie bieten Interpretationsspielraum. Den können die Gesetzgeber ausnutzen. Es kursiert der Verdacht, die EU habe nach ihrem anfänglichen Engagement für ACTA nicht mehr zurückrudern können und in der Folge für Verwässerung gesorgt.
Zweitens ist das Internet so, wie es ACTA vorsieht, einfach nicht mehr einer Kontrolle zu unterwerfen. In den USA hat die ACTA-Umsetzung SOPA einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Wikipedia, Craigslist und Dutzende andere wichtige Englisch-sprachige Websites haben sich kürzlich für einen Tag einfach abgemeldet. Inzwischen liegt SOPA auf Eis.
Produktpiraterie einen Riegel vorschieben zu wollen ist völlig richtig. Es kann aber nicht angehen, dazu gleich den Zugang zum Internet, ein mit dem unpfändbaren Fernseher vergleichbares Kommunikationsmedium, zu beschneiden. Schon gar nicht sollten Politiker auf die Idee kommen, Firmen, nämlich Internet-Service-Provider, sollten ersatzweise das machen, was der Staat nicht darf: Zensur ausüben.
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