Auch in diesem Jahr beteiligt sich die tarent-Gruppe an der renomierten Konferenz zum Thema Identity.
Michael Kleinhenz, Mitarbeiter der tarent AG wird am Donnerstag, den 19.04.2012 um 10.30Uhr mit Allan Foster (ForgeRock) und Martin Kuppinger (KuppingerCole) an einer Session zum Thema The Role of Open Source in Today´s IAM Infrastructure teilnehmen. Während der gesamten Veranstaltung heißt die OSIAM GmbH, Tochterfirma der tarent AG und Anbieter einer Open Source Identity- and Accessmanagement Lösung, Gäste auf ihrem Stand herzlich willkommen.
Die European Identity & Cloud Conference findet zum 6. mal in München statt. Die englischsprachige Konferenz hat sich mit ihren mehr als 550 Teilnehmern aus über 20 Ländern in den vergangenen Jahren als eine der weltweit wichtigsten Events zum Thema Identity Management und IT-Sicherheit etabliert.
Adobe hat zwar nur angekündigt, den Media-Player Flash für mobile Geräte nicht mehr weiterentwickeln zu wollen. Damit bliebe die Flash-Zukunft auf stationären Systemen, also Desktops, offen. Faktisch ist es aber das Ende des proprietären Players. Denn die Adobe-Kapitulation auf Mobile-Umgebungen schwächt die Akzeptanz von Flash insgesamt und macht den Player für Entwickler weniger attraktiv. Stattdessen wird die Alternative HTML5 an Zuspruch gewinnen.
Adobe scheint das selbst so vorauszusehen. Denn inzwischen hat das Unternehmen auch das Software Development Kit Flex zum Entwickeln von Flash-Applikationen an die Apache Software Foundation übergeben. Open-Sourcing soll die Flash-Welt noch etwas am Leben erhalten. Adobe aber verabschiedet sich damit weiter von seinem proprietären Schwergewicht, dessen beste Tage schon gezählt waren, als Apple sich gegen Flash entschied. Ein proprietärer Anbieter setzte früh auf einen offenen Standard.
HTML5 bekommt weiteren Rückenwind aus einer Ecke, aus der das nicht zu erwarten war: Microsoft. Fast zeitgleich mit Adobes Flash-Aufgabe kam die Meldung, das Unternehmen wolle Silverlight nicht weiterentwickeln. Ursprünglich war das eine Browser-Erweiterung für so genannte „Rich Internet Applications“, also zum Beispiel 3D, Animationen, Videos, und sollte die Entwicklungsumgebung für Anwendungen auf Windows Phone 7 werden. Daraus wird nun auch nichts. Was bleibt, ist HTML5.
Damit scheiden zwei proprietäre Technologien aus dem Rennen aus, kurioserweise sogar schon jetzt, obwohl die Alternative, der offene Standard HTML5, noch gar nicht endgültig verabschiedet ist. Aber die letzten Entwürfe haben Adobe und Microsoft wohl erkennen lassen, dass ihre Technik dagegen eine schlechte Figur machen wird. HTML, einst nur eine textbasierende Seitenbeschreibungssprache, bekommt mit Version 5 nicht nur wesentlich mehr Grafikfähigkeiten, sondern wird sich auch auf Video und Audio erstrecken.
Damit werden entsprechende proprietäre Technologien zwar nicht automatisch unnötig. Aber es ist ein in der IT-Geschichte bemerkenswerter Vorgang, dass deren Anbieter ihre Produkte zurückziehen und einem offenen Standard den Vorzug geben. Prompt aufkeimende Hoffnungen, nun könnten auch noch weitere offene Standards mehr Anerkennung finden, gibt tarent-Geschäftsführer Elmar Geese einen Dämpfer: „Jetzt ist die Disziplin der Browser-Hersteller gefordert, HTML5 schnell, vollständig und möglichst einheitlich zu unterstützen. Da gibt es noch einiges zu tun, damit die Softwarewelt ein Stückchen offener wird.“
Für IT-Anwender könnten die Niederlage proprietärer Technologien und der Sieg eines offenen Standards eine wichtige Lehre sein: Auf Proprietäres zu setzen, kann teuer werden. Die Schulungskosten sind für die Katz, Websites müssen neu entwickelt werden. Die Erfolgsgeschichte von HTML zeigt, dass offene Systeme zukunftssicherer und nachhaltiger sind.
Sehr heftig haben mehrere Open-Source-Initiativen der Behauptung des Vereins Team OpenOffice (wie hier berichtet) widersprochen, OpenOffice stehe vor dem Aus und das werde sich auf abgeleitete Programme negativ auswirken.
Die Apache Software Foundation (ASF) nannte den Verein nicht beim Namen, machte ihn aber gründlich rund. Sie erklärte zunächst einmal die Hintergründe. Die ASF hat Quellcode und Markenrechte an OpenOffice am 1. Juni dieses Jahres von Oracle erhalten. Seither befindet sich das Produkt in der so genannten Inkubationsphase. Die steht unter Aufsicht eines Podling Projekt Management Committee (PPMC), das ein Produkt in dieser Zeit analysiert und die späteren Entwicklungslinien festlegt. Das Apache-Projekt OpenOffice hat momentan 70 Entwickler (Committer), das sind zehn Mal mehr als in anderen Apache-Projekten. Mit anderen Worten: Der Prozess ist zwar langatmig, aber er läuft im Prinzip ganz gut.
Entsprechend betont die ASF: „Apache OpenOffice.org is not at risk.“ Sie rügt den Hamburger Verein, ohne ihn beim Namen zu nennen, als „ehemalige Mitarbeiter am einstigen OpenOffice-Produkt“, die jetzt „destruktive Erklärungen“ verbreiten. Die Gruppe kriegt gleich noch einen verpasst: Sie sei nicht autorisiert, eine Spendensammlung für OpenOffice.org zu veranstalten („they are barred from doing so“). Derlei sei eine Verletzung der Apache-Markenrechte an dem Produkt und nicht, wie notwendig, von der ASF authorisiert.
Auch The Document Foundation hat reagiert und die Darstellung des Vereins zurückgewiesen, OpenOffice-Ableger wie LibreOffice würden künftig nicht mehr so zügig entwickelt werden. Florian Effenberger erklärte gegenüber dem Autor: „LibreOffice wird aktiv weiterentwickelt. Wir halten uns an unseren Release-Plan, pflegen zwei Versionszweige (3.3 und 3.4), beheben Fehler, implementieren neue Funktionen und haben auf der LibreOffice-Konferenz jüngst Ports für iOS, Android sowie eine Browser-basierende Version angekündigt. Auch eine Sicherheitslücke wurde erst vor Kurzem geschlossen.“
An LibreOffice arbeiten, so der Stand zum einjährigen Bestehen der TDF Ende September 2011, sogar mehr Leute als im Apache Projekt. Es sind 270 Entwickler und noch einmal so viele für die Anpassung an lokale Sprachen. „Das zeigt deutlich, dass LibreOffice dank vieler Entwickler und Unterstützung zahlreicher Firmen aktiv weiterentwickelt wird“, erklärt Effenberger. „Wir haben mit der TDF binnen eines Jahres genau das geschafft, was uns so wichtig war: die Unabhängigkeit von einem einzelnen Sponsor.“
Es gibt in der ASF-Erklärung einen Vorwurf Richtung TDF, womöglich hinter den Desinformationen zu stecken. Effenberger nimmt derlei gelassen und stellt vielmehr fest, es habe „von Anfang an einen sehr guten und offenen Kontakt“ zur ASF gegeben. „Apache-Vertreter posten mitunter auf unseren Listen, und wir schreiben manchmal auf deren Listen.“ Im Übrigen hat auch die ASF in ihrem Statement der Document Foundation zum einjährigen Bestehen gratuliert und der LibreOffice-Community viel Erfolg gewünscht. Eine vom Team OpenOffice ins Spiel gebrachte Wiedervereinigung mag zwar technisch möglich sein, vorher aber wären Lizenzprobleme zu lösen.
Von IBM gibt es keine offizielle Stellungnahme zu den zwischenzeitlich aufgetauchten Spekulationen, die Firma könnte kein Interesse mehr an dem auf OpenOffice basierenden „Symphony“ haben oder auf die Code-Basis von LibreOffice wechseln wollen. Allerdings reagierte ein IBMer, Mitglied im AFS-Open-Office-PPMC, unter dem Kürzel „dpharbison“ mit einem Kommentar zu einem solchen „ITworld“-Bericht. Seine Firma werde das Produkt, das es ohnehin zum kostenlosen Download im Internet gibt, nicht verkaufen, sondern demnächst mehr als drei Millionen Programmierzeilen aus der Symphony-Entwicklung als Open Source freigeben. Außerdem habe IBM etliche aus dem Pekinger Symphony-Entwicklungsteam auf das Apache-Projekt abgestellt und einige Entwickler aus der aufgelösten Hamburger Entwicklungsfirma von OpenOffice eingestellt. IBM werde sich OpenOffice einige Millionen Dollar kosten lassen.
Der Kalte Krieg zwischen den Militärblöcken NATO und Warschauer Pakt funktionierte so: Die Supermächte USA und UdSSR bedrohten sich gegenseitig mit ihren immer größeren atomaren Waffenpotenzialen nach der Devise: Greifst du mich an, kann ich dich im Gegenschlag immer noch vernichten. Angriff ist also Selbstmord. Die Abschreckung funktionierte, wenn es auch einige Male, vor allem in der Kuba-Krise, Spitz auf Knopf stand.
Im Prinzip hat es auf diese Weise auch in der IT geklappt. Die Unternehmen benutzten ihr Patentportfolio. Man erteilte gegenseitig Lizenzen, nahm es aber nicht immer so genau. Wenn du mich deswegen verklagst, haue ich dich mit meinen Urheberrechten in die Pfanne. Also hat jede Seite lieber die Hunde mit dem Paragrafenbiss im Zwinger gehalten.
Zwei Faktoren haben das geändert, der heiße Krieg ist ausgebrochen: Im IP-Wettrüsten wurden Patente auf banale, schon bekannte Techniken plötzlich wertvoll – und von Gerichten anerkannt. Eine Firma, SCO, beanspruchte weitgehendes geistiges Eigentum an Linux und verklagte auf Milliarden Dollar Linux-Anwender und Anbieter. Das erwies für die Klägerin (wie hier berichtet) als ein FiaSCO, die Klagen wurden abgewiesen, die einst prosperierende Firma verlor massenhaft Kunden und steht jetzt vor der endgültigen Pleite.
Der Analyst Ray Lyman von The 451 Group hat sich mit den Lehren aus dieser Businessstrategie beschäftigt, über Patente und Gerichte Umsatz zu machen, nachzulesen auf dem Portal „LinuxInsider“. Er bezieht sich auf drei Firmen, die in letzter Zeit heftig sich gegenseitig und andere IT-Unternehmen mit Patentklagen überzogen haben.
Microsoft war dabei noch relativ zurückhaltend, hat aber längst nicht mehr – wie früher – die Samthandschuhe an. Die Firma hat sich allerdings frühzeitig auf die Seite von SCO geschlagen und auch behauptet, Linux verletze hunderte MS-Patente. Das und die früher regelmäßigen Polemiken gegen Open Source verbauen der Firma nun den Zugang zu den Communities, die sie anzusprechen versucht. Microsoft ist für den IT-Nachwuchs vielleicht nicht gerade ein Feind, aber „out“.
Oracle verklagt Google wegen einer Implementierung von Java, das Sun Open Source gestellt hat. Das zieht juristische Unsicherheit über die Programmiersprache nach sich. Die Folge ist, dass Java seine ideale Ausgangsposition als Basis für mobile Applikationen verloren hat. Es gibt Alternativen, und Oracle treibt die Entwickler ihnen zu. Die Firma verliert eine externe Gefolgschaft.
Apple, kürzlich noch der Dominator im Smartphone-Geschäft, fällt nur eins ein, um die an Android-Systeme verlorene Position zurückzuerobern: Klagen gegen Hersteller wie Motorola, HTC oder Samsung. Wettbewerb findet also nicht mehr über Leistungsfähigkeit der Geräte, Features oder Preise statt.
Die Reaktion: Google, bisher nicht auf der Patentschiene, kauft Motorola, um mit deren reichen Patentportfolio im Nacken, Apple (auch noch Microsoft und Oracle) Paroli auf gleicher Ebene bieten zu können. Samsung versucht per Klage die Einführung des kommenden iPhone5 in Korea zu verhindern, obwohl die Firma einer der größten Apple-Zulieferer ist.
Spätestens jetzt wird klar, dass die Sache aus dem Ruder läuft. Nach der Sprache des Kalten Krieges wäre jetzt „der Ernstfall“ eingetreten. Jede Attacke hat genau die gleiche Gegenattacke ausgelöst. In der Politik der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts hätte das niemand überlebt. Werden es die Firmen?
Vermutlich werden sie schon überleben, meint Lyman, denn sie sind von anderer Größe und Innovationskraft als SCO damals. Aber sie werden sich immens schaden: Die Patentkriege ruinieren das Image, sie schrecken potenzielle Kunden ebenso ab wie Partner und Entwickler. Sie verunsichern und stellen die Lebensfähigkeit technischer Plattformen in Frage. Sie zerstören oft mühsam austarierte Geschäftsbeziehungen zu Partner und Lieferanten. Sie binden eine gewaltige Menge Kapital, das die Kassen von Anwaltskanzleien füllt, aber in der Folge nicht mehr für Innovation zur Verfügung steht. Sie führen zu Milliarden-schweren Investitionen, die nicht im Business-Fokus der Unternehmen liegen. Sie lenken das Management der Firmen von den eigentliche Aufgaben ab. Patente blockieren letztlich auch noch die Fantasie in den Entwicklungsabteilungen: Angst vor Klagen schürt Furcht vor Innovation.
Nicht alle dieser Punkte hat 451-Analyst Lyman so angesprochen. Aber seine Ausführungen zeigen seine Intention, nämlich, dass das bestehende Patentrecht in den USA für deren Wirtschaft letztlich schädlich ist. In den Vereinigten Staaten wird die Kritik am Patentrecht immer lauter – und in der Europäischen Union ist die Politik immer mehr bereit, auf die historisch überholte US-Patent-Linie einzuschwenken. Es ist zum Haareraufen.
So gefällt mir die Rückkehr aus dem Urlaub an den Arbeitsplatz: „Die unendliche Geschichte“ (heiseOpen) ist jetzt nun wohl doch vorbei. Leider denke ich schon. Seit fast zehn Jahren hat nicht nur mich SCO amüsiert mit immer neuen – und bizarreren, blamableren – Versuchen, nachzuweisen, das Linux von Unix abgekupfert wurde. Früh war zu erkennen, dass es nichts als ein groß angelegter Bluff war, großen IT-Firmen Millionen aus den Taschen zu ziehen.
Zu solchen Berichten habe ich gern Willy (Mink) Deville gehört: Demasiado Corazon, zu viel Mut. Das Stück ist so gut, dass man damit schon mal den Ärger vergessen konnte, dass SCO mit seinen Klagen auch Anwender überzogen hat. Vergeblich, wie sich bald zeigte. Aber die Firma hat tausende Linux-interessierte Organisationen erst einmal zurückschrecken lassen. Seit Jahren ist davon nichts mehr zu spüren. Die IT-Geschichte ist über SCO hinweggegangen. Und einer der aggressivsten Versuche, „intellectual property“ großzügig zu Kohle zu machen, ist in einem FiaSCO geendet.
Nach elfundneunzig Verfahren hat nun ein Berufungsgericht festgestellt, dass das Copyright an Unix Novell gehört. SCO könnte nur noch beim US Supreme Court Klage erheben. Der Oberste Gerichtshof dürfte diese aber kaum zur Verhandlung annehmen. Also entfallen für SCO nun die Grundlagen für die Klagen gegen IBM, Red Hat und andere. Außerdem muss die Firma gut 2,5 Millionen Dollar an Novell, heute Attachmate, zahlen.
Dazu dürfte es kaum mehr kommen. SCO hat keine nennenswerten Einnahmen mehr. Die Anwender des einst legendären SCO-Unix sind längst zu anderen Unix-Derivaten, vor allem aber zum Hauptgegner Linux gewechselt. SCO hat nichts mehr. Nicht einmal mehr Entwickler, nur noch ein paar Manager. Die werden künftig nicht einmal mehr zur Beauftragung von Anwälten für Klagen gebraucht. Game over.
Eins der berühmtesten Essays der Open-Source-Geschichte ist „The Cathedral and the Bazaar“ von Eric Raymond. Der Autor vergleicht darin proprietäre Softwareentwicklung mit hochheiligen, geheimnisumgebenen einer Kathedrale, während dem gegenüber Open-Source-Entwicklung die Wuseligkeit der Menschenmassen auf einem Basar hat. Das Bild hat sich in vielen Köpfen festgesetzt. Die Meinung ist verbreitet, Open-Source-Software entstehe durch die Zusammenarbeit vieler unabhängiger „Feierabend-Programmierer“. Das ist eine ziemlich romantische Sicht; die Realität sieht anders aus.
Bekannt ist dies insbesondere vom Linux-Kernel. Nach einer Analyse der Linux Foundation vom Ende letzten Jahres (PDF-Download) sind zwischen 2005 und 2010 mehr als 70 Prozent der Änderungen am Kernel von Personen gekommen, die bei Firmen angestellt waren.25 Prozent der Codebeiträge kommen von unabhängigen Personen oder solchen, deren Position sich nicht genau klären lässt. Vier Prozent kommen von Beratern und aus Universitätskreisen. Die Entwicklung des Linux-Kernels stützt sich also vorwiegend auf Firmenmitarbeiter. Besonders rege waren in diesem Zeitraum Mitarbeiter von Red Hat, Novell, IBM und Intel. Allein aus diesen Firmen kommt fast ein Drittel der Kernel-Modifizierungen. Linux-Distributionen enthalten noch einen deutlich höheren Grad an firmengenerierter Open-Source-Software.
Wie sieht es bei anderer Open-Source-Software aus? Beim Browser Firefox ist nichts bekannt. Die Bürosuite OpenOffice stützte sich bei der Programmierung früher vor allem auf Sun, genau genommen auf mehr als 100 Entwickler in Hamburg, die Sun beim Kauf von Star Office übernommen hatte. Die unabhängige Community war vor allem bei der Fehlersuche, bei Dokumentation und bei Marketing engagiert. Wie hier berichtet, hat der Sun-Käufer Oracle inzwischen hingeworfen und OpenOffice der Apache Software Foundation übergeben.
Das heißt nun allerdings keineswegs, dass OpenOffice künftig von unabhängigen Entwicklern vorangetrieben wird. In der Apache Software Foundation ist eins der größten Projekte Eclipse. Und das ist kein Basar und auch keine Kathedrale, hat der Forrester-Analyst Jeffrey Hammond angemerkt, eher ein Shopping-Center, in dem die zahlreichen Eclipse-Projekte Läden sind. Alle haben eigene kommerzielle Absichten und unterschiedliche Bedürfnisse, aber sie nutzen gemeinsam eine Infrastruktur und haben ein übergeordnetes Gesamtinteresse, nämlich Open Source. Diese Analogie lässt sich auch ganz gut auf die gesamte Apache Software Foundation übertragen.
Matthew Aslett, ein Analyst aus der Abteilung Commercial Adoption of Open Source (CAOS) bei The 451 Group, hat sich 22 Eclipse-Projekte genauer angesehen und im CAOS-Blog beschrieben: In zehn Unterprojekten von Eclipse stammen 90 bis 100 Prozent des Codes von Firmen, in drei Fällen von individuellen Programmierern. Noch krasser wird das Bild, wenn man hinzurechnet, dass in weiteren vier Fällen 50 Prozent und mehr des Codes von einer einzigen Firma stammen.
Jetzt muss man in Betracht ziehen, dass ein kaum zu kalkulierender Teil der Software mit dem Open-Source-Label ausschließlich oder weitgehend von IT-Anbietern kommt. Das ist zum Beispiel bei Gerätetreibern der Fall. Oder Firmen veröffentlichen Programme, die nötig sind, um eine proprietäre Anwendung auf Basis von Linux laufen zu lassen. Nicht zu vergessen sind die zahlreichen, sehr verbreiteten kommerziellen Open-Source-Produkte, bei denen sich Hersteller das alleinige Recht vorbehalten, für die Enterprise-Version das Programm zu pflegen. Hier dürfen nur Vertriebspartner und wenige „trusted developers“ mitentwickeln. Beispiele dafür sind SugarCRM und Alfresco. Obwohl viele in Frage stellen, ob derlei noch Open Source ist, laufen diese Produkte unter einer OSI-akzeptierten Lizenz.
Mithin wird ein gewaltiger Teil der Open-Source-Welt nicht von einer Community entwickelt, sondern von Firmen getrieben. Das bedeutet erstens, dass Open-Source-Software nicht den Launen und Befindlichkeiten einer unüberschaubaren und unkalkulierbaren „Horde“ von Freizeitprogrammierern unterliegt. Das Firmenengagement ist allein schon ein Garant für Beständigkeit – auch in Sachen Fehlerbehebung und Support. Und es bedeutet zweitens, dass immer mehr IT-Anbieter Grundsätze der Open-Source-Welt als vorteilhaft für ihre eigene Softwareentwicklung erkennen.
In den USA verschärft sich die Debatte um Sinn oder Unsinn von Softwarepatenten. Wasser auf die Mühlen der Gegner solcher Schutzrechte dürfte eine neue Studie des Rechtswissenschaftlers James Bessen von der Universität Boston sein. Er vergleicht die Patentvergabe zwischen 1996 und heute mit den daraus resultierenden Folgen.
Auffallend ist dabei, dass nur ein verschwindend geringer Teil der Softwarepatente aus den Bereichen Datenverarbeitung, digitale Kommunikation, Bildanalyse und IT-Sicherheit von Firmen aus dem Softwaresektor beantragt wurde. Der Maschinenbau hat viermal mehr Softwarepatente eingereicht. Nur 24 Prozent der Startup-Firmen melden Patente an, obwohl in den USA die Zahl der gehaltenen Patente bei Investoren als wichtiges Indiz für den Wert eines Unternehmens gilt.
1996 hielt die Softwareindustrie nur 2,8 Prozent der Softwarepatente. Bis 2006 stieg dieser Anteil auf 9,8 Prozent; er ist also um den Faktor 3,5 gestiegen. Erstaunlicherweise ist ganz Ähnliches mit rechtlichen Streitereien um Patentverletzungen geschehen: Seit 1999 hat sich die Zahl der Gerichtsverfahren verdreifacht. Fazit: je mehr Patente, desto mehr Ärger.
Hintergrund dieser Entwicklung ist, dass nicht nur die meisten Startups, sondern insgesamt die meisten Softwarefirmen überhaupt keine Patente beantragen. Stattdessen sind es einige Größen der IT-Branche, die massenhaft Patentschutz einfordern. Sie schaffen damit nach Ansicht von Bessen „Patent-Dickichte“, die nur noch mit großem finanziellen Aufwand zu durchblicken sind. Das können sich wiederum die kleineren Softwarehäuser nicht leisten, weshalb sie in erhöhter Gefahr sind, unwissentlich fremde Patentrechte zu verletzen. Dies hemmt wiederum innovative Potenziale. Patente schützen also nicht etwa Innovation, sondern behindert sie.
Der Jurist Bessen ist bekannt für seine patentkritische Einstellung. Bereits im Jahr 2000 hat er mit dem Wirtschaftswissenschaftler Eric Maskin, der 2007 den Nobelpreis für Wirtschaft erhielt, eine kritische Studie verfasst. Darin heißt es: „In einer dynamischen Welt dürften Firmen genügend Anreize zur Innovation ohne Patente haben und Patente dürften ergänzende Innovation verhindern.“ Die Möglichkeit, für Software Patentschutz zu bekommen, sei entgegen der Theorie offenkundig kein Anreiz für Innovation. Denn die Forschungsinvestitionen der IT-Branche sind durch das Patentrecht keineswegs beflügelt worden.
Gemeinsam mit kernel concepts baute die tarent bis letzte Woche den freien Groupware-Client Evolution zu einem Kolab Client aus. Nun ist evolution-kolab fertig.
Entwickelt wurde evolution-kolab im Auftrag des Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik.
Evolution ist ein freies (GPL-lizenziertes) E-Mail- und Groupwareprogramm für GNU/Linux, Mac OS X und andere unixoide Systeme. Kernel concepts und die tarent haben nun mit evolution-kolab eine Extension entwickelt, welche ermöglicht Kolab in GNOMEs Evolution zu integrieren, was bisher nicht möglich war. Neben Email-Funktionen integriert das Plugin auch den Zugriff auf Kontakt-, Notiz-, Termin- und Kalenderdaten.
Weitere Informationen finden Sie auf der Projekt Homepage von evolution-kolab.
Die weltgrößte IT-Messe findet zum Format früherer Jahre zurück. „Die Bude ist voll.“ In den besonders prominenten Hallen 2 bis 8 herrscht Besucherandrang wie lange nicht mehr. Schon der erste Messetag, üblicherweise ein schwächer besuchter Tag, überraschte die Aussteller. Kaum Gelegenheit für das Standpersonal, einmal Luft zu holen.
Der heutige zweite CeBIT-Tag bringt den erwarteten Ansturm. Belagerungszustand an den Demopoints. Spontane Besprechungen mit Entscheidern und Spitzenkräften auf Ausstellerseite sind definitiv nicht mehr möglich. Besonders heftig geht es im „Open-Source-Viertel“ der Halle 2 zu. Die Vortragsbühne Forum Open Source ist meistens dermaßen umzingelt, dass die benachbarten Aussteller das Pech haben, dass es beschwerlich werden kann, überhaupt zu ihren Präsentationen zu kommen.

Foto: Cebit 2011, Vortrag von Michael Kleinhenz (tarent GmbH) über Cloud Computing
Aber die Vorträge bringen anschließend auch Publikum an die Stände. So auch, als tarents Chef-Software-Architekt Michael Kleinhenz Grundlagen des Cloud Computing und insbesondere die Rolle und Perspektiven von Open Source in der Wolke erläutert. Weit über 100 Messebesucher interessierten sich dafür. Die Cloud ist ein omnipräsentes Thema dieser CeBIT. Inzwischen orientieren sich auch immer mehr Open-Source-Anbieter auf die Cloud.
Im Rahmen der am letzten Wochenende veranstalteten Open Source Entwicklerkonferenz FOSDEM fand ein Java Workshop statt, der von Interesse der Entwickler fast überrollt wurde. Nicht selten waren deutlich mehr Interessenten als Sitzplätze vorhanden. Der Workshop wurde durch die tarent als Hauptsponsor unterstützt, Elmar Geese, Gründer des führenden Open Source Lösungsanbieters: “Wir freuen uns sehr über das Interesse, das freies Java heute erfährt. Nach unserer Meinung sollte man sich nicht einfach darauf verlassen, das große IT Industrieunternehmen Java herstellen und verteilen. Open Source funktioniert nur dann wirklich, wenn sie in Kollaboration hergestellt wird.” Insoweit sei die jetzige Situation nach dem Erwerb von SUN durch Oracle dazu geeignet das sich auch andere Unternehmen oder Communities mehr als bisher in die Java Entwicklung einbringen.
Auf der FOSDEM hatte auch Oracle’s JDK7-Projektleiter Mark Reinhold zum Thema der zukünftigen OpenJDK-Governance referiert. Geese dazu: “Wir müssen sehen, was da passiert. Wir setzen auf Kooperation, aber wir sind auch vorsichtig. Java ist zu groß und zu wichtig um schleichend reproprietarisiert zu werden.”
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