Debian-Projekt klärt über Patente auf

von: Ludger Schmitz (freier Journalist) | am: 13.07.2011 | Kommentare: 0

Das Projekt zur Entwicklung der freien Linux-Variante Debian hat ein Dokument mit vielen wertvollen Informationen rund um Patente und Patentklagen ins Netz gestellt: ein „Community Distribution Patent Policy FAQ“. Es wurde im Auftrag des Debian-Projekts vom Software Freedom Law Center (SFLC) entwickelt und ist eine lesenswerte knappe Einführung in die Patentproblematik.

Eigentlich zielen die Informationen auf Community getragene Linux-Distributionen, aber die Auskünfte sind auch in einem breiteren Sinne für alle Open Source-Software-Projekte interessant. Allerdings ist diese FAQ ausdrücklich keine verbindliche Rechtsberatung. Im Detail sehen einige Rechtsvorschriften und -verfahren in Europa anders aus als in den USA. Aber die größte Gefahr von Patentklagen kommt aus den USA und wird spätestens dann groß, wenn eine Organisation dort Produkte vertreibt. Das Debian-Projekt ist gegen Patente, hält sie für eine Gefahr für freie Software und eine Behinderung von Innovationen. Das Projekt möchte mit dem FAQ dazu beitragen, dass die Risiken nicht unterschätzt werden.

Das Dokument erklärt in sehr kurzen Absätzen die Grundbegriffe. Danach erläutert es, was als Patentverletzung gilt, welche Konsequenzen daraus erwachsen und welche Verteidigungsstrategien sinnvoll sind. Schließlich geht es darauf ein, wie verschiedene Communities von Patentklagen betroffen sein können, wie sie sich vorbeugend schützen können. Schließlich gibt das Papier Handlungsempfehlungen, die das Risiko von Patentklagen minimieren.

Unbedingt lesenswert!

Deutschland – Debian-Land?

von: Ludger Schmitz (freier Journalist) | am: 16.06.2011 | Kommentare: 0

Offenkundig gibt es hierzulande besonders viele Entwickler, die nicht etwa die Linux-Distribution Suse bevorzugen, weil sie hierzulande entwickelt wird. Im Gegenteil, alle Kenner der Szene wissen, dass vor allem Linux-geneigte IT-Verantwortliche eher zu Debian neigen, weil diese Variante sich strikt proprietärer Elemente enthält.

Diese Neigung spiegelt sich auch in Zahlen wider, die der Debian-Entwickler Christian Perrier seit einigen Jahren erhebt. Er untersucht, aus welchen Ländern die Debian-Entwickler stammen, und hat kürzlich seine neue Analyse vorgelegt. Demnach kommen zum Stichzeitpunkt dieses Jahres 155 aktive Entwickler aus Deutschland. Damit machen deutsche Entwickler die zweitstärkste Gruppe aus nach denen aus den USA. Die stellen knapp mehr, nämlich 162. Deutlich weniger, nämlich 91 Entwickler, stammen aus Frankreich, aber das bringt Platz drei.

Wie jede Statistik hat auch diese kurios-humorvolle Aspekte. Setzt man nämlich die Zahl der aktiven Entwickler in ein Verhältnis zur Bevölkerungsstärke, steht die Karibikinsel Martinique an der Spitze: Daher kommt zwar nur ein Entwickler, aber bei einer Bevölkerungsgröße von nicht einmal 400.000 Einwohnern… Auch zwei Schweizer Debianer retten in diesem Ranking das weiße Kreuz auf rotem Grund: Platz zwei.

Also, werte Entwickler und Debian-Nutzer: Soll auf der roten Flagge der Schweiz das Kreuz nur ein weißes Fleckchen bleiben? Seid ihr deutschen Debianer, gerade abgesunken auf Platz neun im Nationenvergleich, damit zufrieden? Ein Gruß auch noch an die 15 aktiven österreichischen Debian-Entwickler: Werd’s mehr, und ich hör auf Österreicher-Witze zu erzählen. Obwohl besonders der mit dem 8er Dübel sauguat ist – aber nicht unbedingt Informatiker-feindlich.

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