LinuxTag 2011 – where .com meets .org

von: Nina Keller | am: 29.04.2011 | Kommentare: 0

Fast schon traditionell nimmt die tarent auch in diesem Jahr am LinuxTag 2011 in Berlin teil. Neben dem exklusiven Sponsoring der Konferenzen, wird die tarent mit einem Stand auf dem Lisog/ Live Gemeinschaftsstand vertreten sein. Auch das von der tarent unterstützte freie Projekt freedroidz nimmt als Aussteller an den LinuxTagen teil.

Besuchen Sie uns in Halle 7.2b, Stand 130, gleich gegenüber finden Sie den gemeinsamen Stand von freedroidz und der FSFE. Beachten Sie außerdem unser Vortragsprogramm.
Wir freuen uns auf den LinuxTag und natürlich auf Sie!

Tagesschau.de für den Einsatz Offener Standards ausgezeichnet

von: Nina Keller | am: 30.03.2011 | Kommentare: 0

Tagesschau.de, die Internetplattform der ARD, wird heute anlässlich des “Document Freedom Day” für den Einsatz Offener Standards ausgezeichnet. Die Auszeichnung verleihen die Free Software Foundation Europe (FSFE)  und der Förderverein für eine Freie Informationelle Infrastruktur e.V. (FFII) dafür, dass die angebotenen Sendungen zusätzlich im offenen Videoformat “Ogg Theora” verfügbar sind.

In Berlin überreichen FSFE und FFII eine Urkunde sowie eine Torte mit der Aufschrift “rOgg On!” an Sven Bruns, Leiter der Technik von tagesschau.de. In Hamburg nimmt die stellvertretende Redaktionsleiterin von  tagesschau.de Sabine Klein die DFD-Torte für die Redaktion entgegen.

“In einer Zeit, in der unfreie Videoformate noch dominieren, ist tagesschau.de ein Vorbild für andere Rundfunkanstalten, wie Nutzer ungehindert Zugang zu ihren Medien bekommen”, sagt Matthias Kirschner, Deutschland- Koordinator der FSFE.

Ogg Theora ist ein offenes Videoformat, das, im Gegensatz zu patentierten Videoformaten, jeder Software-Hersteller einfach und ohne Lizenzpflicht unterstützen darf. So ist es auch für die Software-Nutzer möglich, ohne die Abhängigkeit von einem Hersteller auf den unterschiedlichsten Geräten Ogg Theora abzuspielen.

Stephan Uhlmann vom FFII Vorstand: “Aus Bequemlichkeit kann man einfach das gerade dominierende Format unterstützen, statt auf Offene Standards zu setzen. Diese Dominanz kommt jedoch mit Patenten daher, deren exklusive Kontrolle lternative Software-Lösungen und spätere Innovationen blockieren. Mit Offenen Standards dagegen können Anwender ihre Software frei wählen. Ganz gleich ob Apple, Microsoft oder GNU/Linux: die  Videos von tagesschau.de werden immer abspielbar sein.”

Ogg Theora wird von allen Abspielprogrammen in gängigen GNU/Linux-Distributionen unterstützt. Durch den VLC-Player können Ogg-Dateien auch unter Microsoft Windows und Apples Mac OS X abgespielt werden. Des Weiteren unterstützen viele moderne Webbrowser das Format direkt.
Auf tagesschau.de gibt es alle regulären Video-Beiträge als Ogg Theora. Auf tagesschau24 wird das Video mit dem neuen Web-Standard HTML5 direkt eingebunden. An anderen Stellen muss noch manuell auf “Download der Videodatei” und dann Format “Mittel (Ogg)” geklickt werden.

“Wir hoffen, dass zeitbald alle weiteren Multimediainhalte — insbesondere die Mediathek und Live-Streams — auch in einem Freien Format verfügbar seien werden.  Außerdem würden wir uns über Ogg-Theora- oder  WebM-Videos in den besseren Qualitätsstufen freuen”, meint Matthias Kirschner.

Pressebilder der Preisübergabe werden am 30. März ab 14 Uhr auf http://wiki.fsfe.org/DFD-2011-Berlin-Hamburg-Bilder verfügbar sein.

Über den Document Freedom Day

Der Document Freedom Day (DFD) ist ein weltweiter Aktionstag für freie
Dokumtenformate und offene Standards. Er findet seit 2008 jährlich am
letzten Mittwoch im März statt. In den vergangenen Jahren haben über
200 Teams von Freiwilligen in über 60 Ländern anderen Menschen den
Wert von offenen Dokumentenformaten und offenen Standards vermittelt.
Dieses Jahr wird die Städtepatenschaft für Berlin von der tarent AG
und in Hamburg von inmedias.it GmbH übernommen.

Pressekontakte

Free Software Foundation Europe (FSFE)
Matthias Kirschner
mk@fsfe.org
Linienstraße 141, 10115 Berlin
Telefon: +49-30-275 95 290
Mobil:  +49-1577-178 000 3

FFII Geschäftsstelle Berlin
Stephan Uhlmann
uhlmann@ffii.org
Malmöer Str. 6, 10439 Berlin
Telefon: +49-170-4225008

Free Software Foundation Europe besteht seit zehn Jahren

von: Ludger Schmitz (freier Journalist) | am: 15.03.2011 | Kommentare: 0

Im März 2001 wurde die erste Schwesterorganisation der FSF gegründet.

In diesem Monat feiert die FSFE ihr zehnjähriges Bestehen. Anlässlich ihres Geburtstags wird die als gemeinnützig anerkannte Organisation auf ihrer Website auf wichtige Ereignisse in diesem Zeitraum zurückblicken. Zwei besondere Auszeichnungen hat die FSFE schon im letzten Jahr erhalten. Im Frühjahr 2010 bekam ihr erster und langjähriger Präsident Georg Greve das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland. Fast gleichzeitig wurde der FSFE als „zukunftsweisende Organisation“ die Theodor Heuss Medaille für ihr außergewöhnliches Engagement für die gleiche und gerechte Teilhabe an der Informationsgesellschaft verliehen.

In den vergangenen Jahren hat sich die europaweit aktive FSFE einen Namen für ihr Engagement gemacht. Sie verbreitet in der Öffentlichkeit die Idee freier Software und kämpft gegen deren Benachteiligung. Die Organisation streitet insbesondere für offene Standards, gegen Softwarepatente und gegen Digital Rights Management. Ein immer wichtigeres Tätigkeitsfeld ist die Beratung von Unternehmen und vor allem Behörden über die Nachteile proprietärer und die Vorteile freier Software.

Der amtierende FSFE-President Karsten Gerloff bedankte sich bei allen Mitstreitern. „Wir haben einen langen Weg gemacht und sind sehr stolz auf das, was wir gemeinsam erreicht haben.“ Gleichwohl geben es noch viel mehr zu tun, weshalb er zu engagierter Mitarbeit in der FSFE aufrief.

Viele Apps verletzen Open-Source-Lizenzen

von: Ludger Schmitz (freier Journalist) | am: 10.03.2011 | Kommentare: 0

Apps stellen ihre Entwickler vor ein Problem: Wenn sich die Minianwendungen nur extrem preiswert verkaufen lassen, gleichzeitig aber die Chance gering ist, über Absatzzahlen zu einem rentablen Geschäft zu kommen, muss die Entwicklung der Apps eben schnell vonstattengehen. Da liegt die Versuchung nahe, sich an schon vorhandenen Codezeilen zu bedienen. Was natürlich nur da geht, wo der Code vorliegt, bei Open-Source-Software also. Genau ist offenbar sehr verbreitet.

Der US-amerikanische Open-Source-Provider OpenLogic hat 635 der beliebtesten Apps für Android und iOS in Google’s Adroid Market beziehungsweise Apple’s App Store analysiert. Für einen Vergleich der Software brauchte es nicht mehr als das Tool „OSS Deep Discovery“. Die damit entdeckten Übereinstimmungen prüfte OpenLogic, um sicher zu gehen, dann noch einmal per Hand. In insgesamt 68 Programmen, also bei rund elf Prozent der analysierten Apps, fand sich Code unter einer Open-Source-Lizenz. Dabei handelte es sich 52 Mal um die Apache-Lizenz und 12 Mal um die GNU General Public License GPL.

Beide Lizenzen schreiben Weiterverwertern von Code unter anderem vor, auf die Ursprungslizenz hinzuweisen und den gesamten Quellcode offen verfügbar zu machen. Doch 47 Apps mit Open-Source-Elementen entsprachen diesen Anforderungen nicht. Missachtung der Lizenzbedingungen also in mehr als zwei Drittel der Fälle, 69 Prozent. Es geht sogar noch dreister: Für einige dieser Apps beanspruchten ihre Entwickler für sich trotzdem in vollem Umfang das Copyright.

OpenLogic hat nicht bekannt gegeben, um welche Programme es sich handelt. Aber die Anbieter dieser Apps werden sich nun nicht nur beeilen müssen, ihre Entwicklungen so zu ändern, dass sie den Bedingungen der Open-Source-Lizenzen entsprechen. Andernfalls drohen juristische Folgen. Deren Folge ist üblicherweise, dass Gerichte den ursprünglichen Entwicklern Anrecht auf einen Teil der Einnahmen zusprechen.

Gleichwohl hat die Open-Source-Gemeinde die Gepflogenheit, nur jenen „Copycats“ mit Klagen zu drohen, die sich uneinsichtig zeigen und nicht nachbessern. So nennt Karsten Gerloff, Präsident der Free Software Foundation Europe (FSFE) die Raubkopiererei bei Apps „ein ernst zu nehmendes Problem“. Aber er hält es wie OpenLogic auch für möglich, dass es Lizenzverstöße unbeabsichtigt oder aus Nachlässigkeit gegeben hat. Es kommt jetzt also auf die Reaktion der Codekopierer an. Denen droht darüber hinaus eine weitere Strafe: der Ausschluss aus App-Stores.

FSFE meets freedroidz

von: Nina Keller | am: 06.12.2010 | Kommentare: 2

Als Supporter der FSFE (Free Software Foundation Europe) will die tarent nicht nur unterstützen, sondern auch netzwerken, Wissen teilen, weitergeben und ebenso natürlich Wissen erlangen. Ein kleiner Wissensaustausch fand vor zwei Wochen in den Räumlichkeiten der tarent zum Thema freedroidz statt.
Unser Team rund um die kleinen Lego Mindstorms erarbeitete mit den FSFElern und einigen anderen Interessierten wie das Konzept freedroidz funktioniert und welche Möglichkeiten es gibt, diese weiterzugeben, um den Einstieg in die Entwicklung freier Software zu erleichtern.Wir freuen uns sehr über das Interesse und die Unterstützung und möchte noch einmal ausdrücklich für den erfolgreichen Workshop danken!

Und wer sich jetzt fragt : “Was ist denn eigentlich die FSFE?” , den möchten wir auch nicht im Dunklen stehen lassen :

Die Free Software Foundation Europe widmet sich der Förderung Freier Software und der Arbeit für Freiheit in einer sich entwickelnden digitalen Gesellschaft. Der Zugang zu Software bestimmt, wer an einer digitalen Gesellschaft teilnehmen darf. Die Freiheiten, Software zu verwenden, zu verstehen, zu verbreiten und zu verbessern erlauben eine gleichberechtigte Teilnahme und sind daher sehr wichtig.
Mehr über den Workshop gibt es  hier, mehr über FSFE hier.

FSFE nimmt sich die BSA zur Brust – Kampf um offene Standards in der EU

von: Ludger Schmitz (freier Journalist) | am: 19.10.2010 | Kommentare: 0

Die neue Version 2.0 des European Interoperability Framework (EIF) steht kurz vor der Fertigstellung. Sie ist zwar nicht verbindlich, aber eine meist akzeptierte Empfehlung für die IT in den öffentlichen Verwaltungen der EU. Im Kern des EIF geht es vor allem um einen Begriff: Standards, besser: welche Art Standards für Behörden akzeptabel sind. Es nimmt nicht Wunder, dass in der jetzigen Schlussphase Interessengruppen noch einmal alle Register ziehen.

Nach den ersten Entwürfen zur neuen EIF-Version, sah es zunächst so aus, als würde die proprietäre Seite der Industrie sich durchsetzen. Aber die eigentlich geheimen Vorlagen kamen an die Öffentlichkeit, und es hagelte reichlich Kritik, nicht nur von der Presse, sondern selbst bis ins bürgerliche Lager im Europäischen Parlament. Der Wind hat sich gedreht, der letzte EIF-Entwurf empfiehlt die Nutzung komplett freier Standards.

Prompt ist die Business Software Alliance (BSA), hinter der Firmen wie Apple, HP, IBM, Microsoft, SAP oder Siemens stehen, auf den Plan getreten. Sie hat der Europäischen Kommission einen Brief geschrieben, um ihre Positionen noch einmal zu bekräftigen. Darin heißt es unter anderem: „Die Anforderung des EIF-Absatzes 5.2.1, dass eine offene Spezifikation ‘frei implementierbar’ sein muss, ist uneindeutig und suggeriert, dass der Standard frei von geistigem Eigentum sein muss (intellectual property rights, IPR). In der Praxis jedoch enthalten viele der heute weithin adaptierten offenen Spezifikationen Innovationen, die von Firmen patentiert wurden, und die zu FRAND-Bedingungen lizenziert werden.“

Die BSA möchte also auch kostenpflichtige Standards akzeptiert sehen. Als erfolgreiche Beispiele solcher Standards nennt sie Wifi, GSM und Mpeg. Es folgt der schon zu erwartende Wink mit dem Zaunpfahl: „Wenn die EU auf kostenfreie/patentfreie Spezifikationen setzt, werden Unternehmen sich wenig ermutigt fühlen, ihre Innovationen einfließen zu lassen.“

Auch dieses BSA-Schreiben fand den Weg an die Öffentlichkeit und die Free Software Foundation Europe (FSFE) schrieb der EC ebenfalls einen Brief. Darin heißt es mit Verweis auf das Internet, dass kostenfreie Spezifikationen Innovationen keineswegs verhindern. Vor allem aber argumentiert die FSFE gegen FRAND-Bedingungen. Fair, Reasonable And Non-Discriminatory schließt kostenpflichtige Standards nicht aus, genau genommen nicht einmal patentbehaftete. Vor allem aber der Kostenaspekte macht sie unbrauchbar für Software unter vielen Open-Source-Lizenzen, beispielsweise der GNU GPL, der Mozilla Public License und der Apache Public License.

Mit einer FRAND-Definition von Standards im EIF 2.0 wären Spezifikationen möglich, die im Effekt die Verwendung eines Großteils von Open-Source-Software ausschließen. Es ist glücklicherweise kaum anzunehmen, dass IT-politische Leitungsgremien auf EU-Ebene sich in eine Falle locken lassen, die ihren bisherigen Orientierungen glatt widerspricht.

Attackiert Steve Jobs Open Source?

von: Ludger Schmitz (freier Journalist) | am: 04.05.2010 | Kommentare: 1

2. 5. 2010 – Die Free-Software-Anhängerschaft hatte zum 1. Mai Anlass, auf die Barrikaden zu gehen. Viele interpretierten eine E-Mail des Apple-Chefs Steve Jobs als Kriegserklärung gegen Open Source.

Der französische Koordinator der Free Software Foundation Europe (FSFE), Hugo Roy, hatte sich in einem offenen Brief an Jobs beschwert: Die Darstellung, Adobe sei proprietär, Apple aber offen treffe nicht zu. Beispielsweise verwende Apple das proprietäre Video-Kompressionsverfahren (Codec) H.264 statt des offenen Codecs Theora.

Erstaunlicherweise antwortete Steve Jobs, und zwar folgendermaßen: „Alle Video-Codecs sind von Patenten geschützt. Ein Patentpool tritt gerade zusammen, um Theora und andere ‘Open-Source’-Codecs zu verfolgen. Nur weil etwas Open Source ist, bedeutet oder garantiert das unglücklicherweise nicht, dass es nicht die Patente anderer verletzt. Ein offener Standard unterscheidet sich von gebührenfrei oder Open Source.“

Im Gesamtkontext liest sich das wie eine Attacke des Marketing-Magiers gegen Open-Source-Software, weil sie Patente verletze. Prompt kochten die Emotionen hoch.

Man muss sich die Sätze genauer anschauen, insbesondere den Zweiten. Er bedeutet nicht, Apple werde gegen Theora und andere Open-Source-Codecs gerichtlich vorgehen. Jedoch könnte Apple zu dem „Patentpool“ gehören. Es ist aber auch möglich, dass Jobs von einer anderen Allianz gehört hat, die einen Angriff auf Open-Source-Codecs vorhat. Die Frage ist also: Läuft da etwas im Hintergrund?

Leitende Mitarbeiter der FSFE haben sogleich erklärt, es sei niemals auszuschließen, dass Freie Software unbewusst gegen Patente verstoße. Sie sei dagegen ebenso wenig sicher wie Closed-Source-Programme proprietärer Hersteller. Daher seien Softwarepatente eigentlich Innovationsverhinderer. Folglich zeige die E-Mail von Jobs, wie wichtig der Kampf gegen Softwarepatente sei.

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