Open-Source-Organisationen öffnen sich

von: Ludger Schmitz (freier Journalist) | am: 05.11.2012 | Kommentare: 0

Der in letzter Zeit deutlich zunehmende Trend zu Open Everything (siehe den letzten Blog-Beitrag hier) hat deutlich Auswirkungen auf klassische Open-Source-Organisationen gehabt. Bei ihnen steht nicht mehr allein die Verbreitung von Open-Source-Software und ihrer Prinzipien im Vordergrund. Die Erweiterung des Begriffs Offenheit auf andere Bereiche war anfangs keine bewusste strategische Entscheidung. Dem Adjektiv Open galt allerdings eine grundsätzliche Sympathie.

So wurde das Projekt Open Streetmap, das nichts mit Sourcecode zu tun hat, vorbehaltlos als „gut“ angesehen. Dieses Projekt hat seinerseits initiale Wirkung für die Forderung nach Open Data und Open Government gehabt. Open-Source-Anbieter, darunter auch tarent, haben sehr früh erkannt, dass sie für diese Wellen gute Voraussetzungen mitbringen. Denn Open Data und Open Government funktionieren nur auf der Grundlage unabhängiger und offener Schnittstellen, auf internationalen Standards sowie mit offenen Dokumentenformaten. Die so erweitere Interessenlage der Open-Source-Anbieter hat sich alsbald in der Ausrichtung der Open-Source-Organisationen niedergeschlagen.

Kurz vor dem Zusammenschluss von Linux-Verband (LIVE) und Linux Solutions Group (LiSoG) zur Open Source Business Alliance (OSB Alliance) Mitte letzten Jahres gab es auf dem LinuxTag eine Diskussionsrunde zum Thema „Open Minds Economy“. Thema war, was sich alles öffnen ließe beziehungsweise eine Öffnung verdiene. Auf dem LinuxTag 2012 wurde daraus bereits eine ganztägige eigenständige Veranstaltung, die konkreter Open-XYZ-Segmente beschrieb.

Noch zu Zeiten der LiSoG war in ihr aus Diskussionen über das Verhältnis von Open Source und Cloud Computing – hier geht es nicht mehr um die Verfügbarkeit von Sourcecode – bereits das Open-Cloud-Projekt Deutsche Wolke entstanden. Es wurde unverändert in die OSB Alliance übernommen und bildete den Kern des erstens Auftritts des Vereins auf der CeBIT 2012. Seit dem Sommer letzten Jahres ist aus der LinuxTag-Initiative Open Minds Economy eine Working Group der OSB Alliance entstanden, Open Education.

Ein ähnlicher Wandel lässt sich bei der Open Source Business Foundation (OSBF) erkennen. Anfang 2011 formierte sich in ihr die Projektgruppe Open Cloud. Gleichzeitig steigerte die Projektgruppe Events ihre Aktivitäten in Richtung neuer Veranstaltungsformen und -inhalte, bei denen nicht mehr Open Source im Vordergrund stand. Im Frühjahr 2012 entstand auch die über die Nürnberger Initiative FabLab vereinten, auf den Nachwuchs ausgerichteten Projektgruppen Open Education und Electric Creatives. Gleichzeitig finden sich seither in den öffentlich zugänglichen Mitglieder-Newsletters keine Berichte mehr über Aktivitäten der Projektgruppen Embedded, Interoperability, OS Service Quality Alliance und Open Source Research.

Obschon auch vom Projekt Open Cloud keine Neuigkeiten mehr zu finden sind, scheint sich über die Hebel Open Education und Events das Gewicht auf Open XYZ zu verschieben. Ein wichtiger gestalterischer Kopf dieser Neuorientierung könnte der hier schon im letzten Blog-Entry zitierte Unternehmensberater Stefan Probst sein, der in der OSBF sehr engagiert ist. Er ist mit seiner Beschreibung, was alles Open sein könnte, quasi in die Offen-sive gegangen.

Die dritte relevante Organisation in Sachen Open Source ist die Free Software Foundation Europe (FSFE), wobei es ihr nicht nur um Open Source geht, sondern deutlich pragmatischer um Freie Software. Die FSFE versucht sehr engagiert, auf die deutsche und europäische Politik Einfluss zu nehmen. Das betrifft auch offene Standards, was Schnittstellen und Dokumentenformate einschließt, denn die gelten ihr als Voraussetzung für Freie Software. Von diesem obersten Ziel weicht die FSFE nicht ab. Auf ihren Web-Seiten gibt es keine Statements der Organisation zu Themen wie Open Access, Data oder Government, auch wenn offene Standards dafür Voraussetzungen sind.

Die Gründe für die zunehmende Verlagerung der Aktivitäten der klassischen Open-Source-Vereine auf Open-XYZ-Themen sind vielschichtig. Ein Moment besteht sicher allein schon darin, dass Open-Source-Software allgegenwärtig ist und ihre weitere Verbreitung eher positiven Erfahrungen der IT-Anwendern als öffentlich wirksamen Aktionen verdankt.

Ein weiterer Grund dürfte darin bestehen, dass Themen wie Open Access, Open Data, Open Government, Open Education in der Presse deutlich besser aufgenommen werden. Sie sind einfacher zu verstehen als Open Source – wobei die mit Open XYZ immer verbundene und nicht ganz unkomplizierte Lizenzform Creative Commons anscheinend gar nicht so hemmend wirkt. Open Everything entspricht einem vom Internet beeinflussten Zeitgeist, der auf eine Demokratisierung der Gesellschaft durch Offenheit hinausläuft.
Von hervorragender Wichtigkeit aber ist, dass Open-Source-Anbieter – und damit ihre Vereine – sehr gut positioniert sind, um aus dem Openness-Trend geschäftliche Vorteile zu ziehen. Was auch immer offener werden soll: Es braucht dafür offene Standards, Schnittstellen und Dokumentenformate. Mit denen kennen sich Open-Source-Anbieter bestens aus.

Ferner werden öffentliche Verwaltungen und Forschungsinstitutionen bei einer Orientierung auf Offenheit Wert darauf legen, deren technische Umsetzung bestimmt nicht einem einzigen Unternehmen zu überlassen, sondern auch auf Anbieterseite Offenheit voraussetzen. Bei solchen Aufträgen ist reibungslose Kooperation verschiedener IT-Anbieter gefragt. Genau damit, mit vertrauensvoller Zusammenarbeit statt eifersüchtiger Abschottung haben Open-Source-Unternehmen große Erfahrungen.

Kurzum: Open Everything erweitert die geschäftlichen Möglichkeiten der Open-Source-Anbieter.

Der LinuxTag präsentiert sich offener denn je

von: Ludger Schmitz (freier Journalist) | am: 30.04.2012 | Kommentare: 0

Es sind kaum mehr als drei Wochen, dann versammelt sich in Berlin wieder die Open-Source-Gemeinde, genauer gesagt vom 23. bis 26. Mai auf dem Berliner Messegelände unter dem Funkturm zum LinuxTag. Jetzt liegt auch das Vortragsprogramm vor. Und demnach schaut es so aus, als stehe uns eine Veranstaltung mit neuen Themen und brisanten Präsentationen bevor.

Hochkarätige Schirmherrschaft ist beim LinuxTag üblich. In diesem Jahr trägt das Ehrenamt die Bundes-CIO Cornelia Rogall-Grothe. Die Eröffnungsrede wird Andreas Statzkowsky halten, Staatssekretär für Inneres und Sport in Berlin sowie CDU-Repräsentant. Gleich danach kann die politische Konkurrenz zu den Themen Datenschutz, Vorratsdatenspeicherung, Open Source, Open Data und Netzpolitik ihre Positionen erläutern. Angesagt haben sich Jimmy Schulz (FDP), Lars Klingbeil (SPD), Konstantin von Notz (Bündnis 90/Die Grünen) und Alexander Morlang (Piratenpartei).

Am ersten und zweiten Tag der Kongressmesse dominiert der Behörden- und Business-Kongress mit zwei parallelen Vortragsreihen. Am ersten Tag referiert Heinz-M. Graesing von der Stadt Treuchtlingen über „Zehn Jahre Open Source in einer kommunalen Verwaltung“. Das Thema lässt eine selbstkritische Reflektion ebenso erwarten wie der folgende Beitrag von Peter Hofmann aus der Stadtverwaltung München: „Wie wird Linux am Desktop business-tauglich?“ Da fehlt nur das Wörtchen „endlich“.

Der Hammer folgt Tags darauf, denn erstmals tritt ein Vertreter von Microsoft auf dem LinuxTag auf. Es ist James Utzschneider, General Manager Open Source bei Microsoft, der die Open-Source-Strategie seines Unternehmens erläutern soll. Nachdem dieser Softwareriese kürzlich höchst ungewöhnlich ein eigenes Tochterunternehmen für alles gegründet hat, was mit Open Source und Standards zu tun hat, ist zu erwarten, dass er viele Fragen eines nicht unbedingt höflich lauschenden Publikums zu erwarten hat.

Am Freitag geht es vor allem um das Thema Cloud Computing. Dass dieses Thema von der Open-Source-Gemeinde inzwischen offensiv angegangen wird, zeigt sich schon am Eröffnungsvortrag von Univention-Chef Peter Ganten: „Die Rolle von Open Source und Open Standards im Cloud-Zeitalter“. Ganten ist auch Vorsitzender der Open Source Business Alliance, in der es eine Arbeitsgruppe „Deutsche Wolke“ gibt. Am Samstag hat noch einmal die Piratenpartei ein Forum. Philip Brechler von ihrer Berliner Landtagsfraktion hat sich ein Thema vorgenommen, dass so klar auf dem LinuxTag noch nicht gestellt wurde: „Wie Open Source der Politik helfen kann“.

Im letzten Jahr war es nur eine Diskussionsrunde am Rande des LinuxTags, in diesem Jahr ist es in der Open Source Arena am 24.Mai gleich ein Themenblock: „Open Minds Economy“, auch das ist ein Anstoß der Open Source Business Alliance. Dabei geht es um Definition, Bedingungen, Erfolgsfaktoren und Hemmnisse einer offenen Zusammenarbeit in Industrie, Wissenschaft und Gesellschaft. Die Themen Bildung und freier Zugang zu Lernmaterialen stehen dabei im Vordergrund.

Schon am Eröffnungstag stellt sich „open valley berlin“ vor. Deutschlands Hauptstadt möchte ja erklärtermaßen das Silicon Valley Europas werden. Wie es in der Wirklichkeit ausschaut, sollen Fallbeispiele aus der Region aufzeigen. Themen sind beispielsweise das „Berlin Open Data Portal“ oder die Arbeiten von Berliner Open-Source-Unternehmen.

Wie seit vielen Jahren wird natürlich auch die tarent wieder auf dem LinuxTag dabei sein. Und tarent ist dort nachgerade berühmt für eine alles andere als konventionelle Präsentation. Man darf auch 2012 gespannt sein. Dieser LinuxTag wird bunter, verspricht mehr kontroverse Diskussionen denn je.

LinuxTag 2011 – der offizielle Bericht

von: Nina Haering | am: 17.05.2011 | Kommentare: 0

Der LinuxTag 2011 ist vorbei und somit auch das größte Open Source Event weit und breit. Trotz mehreren Stimmen, dass die Ausstellung des LinuxTags, die parallel zu Workshops und Vorträgen läuft, in diesem Jahr weniger besucht war im Vergleich zum Vorjahr, verzeichnete der LinuxTag e.V. ein deutliches plus. Vorallem die Anzahl der Vorträge innerhalb der 4 Messetage ist kaum zu toppen – es waren über 200.
Lesen Sie im Abschlussbericht des LinuxTags mehr dazu.

LinuxTag 2011 – where .com meets .org

von: Nina Haering | am: 29.04.2011 | Kommentare: 0

Fast schon traditionell nimmt die tarent auch in diesem Jahr am LinuxTag 2011 in Berlin teil. Neben dem exklusiven Sponsoring der Konferenzen, wird die tarent mit einem Stand auf dem Lisog/ Live Gemeinschaftsstand vertreten sein. Auch das von der tarent unterstützte freie Projekt freedroidz nimmt als Aussteller an den LinuxTagen teil.

Besuchen Sie uns in Halle 7.2b, Stand 130, gleich gegenüber finden Sie den gemeinsamen Stand von freedroidz und der FSFE. Beachten Sie außerdem unser Vortragsprogramm.
Wir freuen uns auf den LinuxTag und natürlich auf Sie!

Vortragsprogramm für den LinuxTag 2011 steht

von: Ludger Schmitz (freier Journalist) | am: 30.03.2011 | Kommentare: 0

 

Aufgepasst, „Gewohnheitstiere“! In diesem Jahr findet der LinuxTag nicht im Juni statt, sondern schon vom 11. bis 14. Mai. Nichts geändert hat sich am Ort, das Messegelände Berlin unter dem Funkturm. Inzwischen steht das Programm der rund 150 Vorträge und Workshops. Wie immer steht die Veranstaltung unter dem Slogan „Where .com meets .org“, der Schwerpunkt der Redebeiträge liegt aber wie üblich stärker bei .org, was eher ein technisch interessiertes Publikum anspricht.

Gleichwohl gibt es zu Beginn der Veranstaltung, am Mittwoch und Donnerstag, eine Reihe Vorträge, die auf ein Business-orientiertes Publikum zielen. Dabei geht es insbesondere um Open-Source-Geschäftsmodelle, Cloud Computing und Business-Apps. Doch parallel laufen auch schon deutlich technischer geprägte Tracks zu DataCenter, Java, Development, Hochverfügbarkeit und Adminstrationspraxis. Am Freitag und Samstag stehen ausschließlich technische Themen auf dem Programm.

Tarent wird wie immer mit einem großen Stand auf dem LinuxTag präsent sein. Das Unternehmen ist darüber hinaus mit Vorträgen dabei. Am Mittwoch (17 – 18 Uhr) spricht Jan Erhardt über „Behaviour Driven Development – testgetriebene Entwicklung richtig gemacht“. Am Freitag präsentiert er dann: „Pluginsysteme für Webanwendungen entwickeln mit OSGi“ (10 – 11 Uhr).

Michael Kleinhenz tritt gleich dreimal an: Am Donnerstag (12 – 13 Uhr) sind „Cloud-Anwendungen mit Java“ sein Thema. Am Samstag (16 – 16:30 Uhr) berichtet er über seinen Job: „Ein Tag als Softwarearchitekt“. Diesen Vortrag hält er noch einmal am Samstag (11:30 – 12 Uhr).

tarent auf dem LinuxTag 2010

von: Ludger Schmitz (freier Journalist) | am: 15.06.2010 | Kommentare: 0

Zufrieden dürfte das tarent-Team den LinuxTag 2010 bilanzieren. Wieder einmal war ihr Stand mit 81 Quadratmetern Fläche der größte aller Aussteller. Tarent bekräftigte damit seine unveränderte Unterstützung des LinuxTag e.V. Die Berliner Kongressmesse kam insgesamt auf 25 Prozent mehr Ausstellungsfläche und verzeichnete einen leichten Besucheranstieg von 10.700 auf 11.600.

Wie immer lud der Stand vor allem ein junges Publikum zur spielerischen Annäherung an IT und Open Source ein. Dies widerspiegelt eine zentrale personalpolitische Orientierung des Anbieter, wie Michael Kleinhenz, Chefarchitekt bei tarent, erklärt: „Uns kommt es weniger auf Spitzenprogrammierer an als auf Kreativität und Teamfähigkeit.“ Tarent sucht weitere Mitarbeiter für das Mutterhaus in Bonn und die Niederlassung in Berlin.
Mit der Gründung und dem schnellen Ausbau der Berliner Filiale hat Tarent auf die immer noch starke Nachfrage nach Open-Source-basierenden Lösungen in den Behörden der Bundeshauptstadt reagiert. „Ein Großteil der IT-Projekte der öffentlichen Hand sind Open-Source-Projekte“, berichtete Kleinhenz als Vertreter des LinuxTag e.V. auf der Eröffnungspressekonferenz der Kongressmesse. „Behörden sind Open-Source-freundlicher als Unternehmen.“ In einigen Fällen hätten die IT-Abteilungen von Firmen Linux-Projekten bereits zugestimmt, die dann doch an lizenzrechtlichen Unsicherheiten scheiterten. Kleinhenz: Open Source hat gerade in Rechtsabteilungen der Großunternehmen einen schweren Stand.“

Daher will tarent künftig verstärkt Unternehmen ansprechen. Dazu könnte das Unternehmen unter anderem Entwicklungen aus Projekten vermehrt in allgemeiner verwendbare Produkte umsetzen. Jedenfalls empfahl Kleinhenz dieses als Mittel für Open-Source-Unternehmen, um über die verbreiteten Geschäftsmodelle hinauszugehen, die auf Programmierung, vor allem aber auf Service und Support basieren.
Der LinuxTag ist eine einmalige Gelegenheit Community-Projekte und andere kleine Open-Source-Unternehmen kennenzulernen. Dabei lässt sich vieles entdecken, das man sonst nicht so leicht finden würde.

Linuxtag 2010: Jeden Tag ein Luxus Smartphone im Wert von je 500 Euro gewinnen !

von: Nina Haering | am: 01.06.2010 | Kommentare: 0

Die tarent führt auf dem LinuxTag wieder ihre traditionelle Verlosung hochwertiger Hardware an Menschen durch, die etwas für Open Source getan haben.
Teilnahme ist ganz einfach: Teilnahmekarte am tarent Stand 123 in Halle 7.2.A auf dem LinuxTag einwerfen, rechtzeitig um 17:00 zur Verlosung zur Stelle sein und entweder einen der Preise gewinnen, oder am nächsten Tag wieder mitmachen und es nochmal versuchen.
Der Hauptpreis ist ein N900 Linux Smartphone von Nokia, jeden Tag eins davon !
Dazu gibt es weitere Preise wie z.B. begehrtes tarent Merchandising.
Wir sehen uns also auf dem LinuxTag in Berlin.

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