Vortrag zum interaktiven Funkstreifenwagen auf der CeBIT

von: Ina Langenhorst | am: 13.02.2013 | Kommentare: 0

Vom 05.-09. März 2013 öffnet die Messe Hannover wieder die Tore für IT-begeisterte Besucher der CeBIT aus aller Welt.

Wir freuen uns, wenn wir Sie am Samstag, 09.03.2013 um 14:30 Uhr im CeBIT Open Source Forum  begrüßen dürfen! Thomas Haase ist der Projektleiter des “interaktiven Funktstreifenwagens” und wird über das Projekt für die Polizei Brandenburg berichten.

Dabei  wird er rückblickend die Entwicklung des “interaktiven Funkstreifenwagens” schildern und die Vorteile die sich aus der Entscheidung für eine OpenSource-Lösung ergeben haben. Nähere Informationen finden Sie hier in der aktuellen Ausgabe des Behördenmagazins, ab Seite 5.

Sie schaffen es leider nicht persönlich? Der Vortrag wird auch auf der Website des Linux-Magazins,  übertragen und steht später im Onlinearchiv zur Verfügung.

 

Was ist wichtiger: Open Source oder offene APIs?

von: Ludger Schmitz (freier Journalist) | am: 17.02.2012 | Kommentare: 0

Cloud Computing, so heißt es, wird die IT komplett umgestalten. Nichts soll bleiben von dem, was uns einst und bis heute IT-strategisch so wichtig war und ist. Auch eher zurückhaltende Zeitgenossen reden von einem „Paradigmen-Wechsel“. Jetzt scheint dieser der Open-Source-Szene eine neue Grundsatzdebatte eingebracht zu haben. Ist Open Source künftig noch so wichtig wie in den letzten zehn Jahren, oder werden offene Anwendungsprogrammier-Schnittstellen (APIs) wichtiger?

„Open APIs Are the New Open Source“, lautet eine Schlagzeile ausgerechnet in der Publikation „LinuxInsider“. Noch überraschender ist, wer sie verfasst hat: Jay Lyman, ein leitender Analyst bei 451 Research. Dort ist er Mitautor eines Blogs „Commercial Adoption of Open Source“ (CAOS) – und in dem bisher ausschließlich aufgefallen durch sehr fundierte Untersuchungen, die immer die Vorteile von Open Source hervorgehoben haben.

Nein, Lyman hat sich nicht vom Paulus zum Saulus gewandelt. „Open Source, offene Standards, Open Clouds und besonders Open Data dienen weiter als Grundlagen moderner IT-Offenheit“, schreibt er. Aber die APIs seien inzwischen ebenso wichtig, wenn nicht wichtiger. Vor rund zehn Jahren sei Open-Source-Software für die Anwender gut genug geworden. Heute habe alle Software offene APIs, „und ich glaube, wir sind an einem Punkt, wo nicht-offene Software ‘offen genug’ ist“. Als Beispiel führt er die Cloud APIs der Amazon Web Services an. Die sind gut dokumentiert, deshalb einfach zu adressieren, obwohl sie nicht Open Source sind. Die AWS erfreuen sich großer Beliebtheit; die Anwender stimmen mit ihrer Nachfrage ab. Fazit: Offene APIs sind offen genug.

Lymans Artikel war kaum erschienen, da regte sich schon der zu erwartende Widerspruch. Einer der ersten war Brian Proffitt, Redakteur bei „ITWorld“ und ein alter Open-Source-Hase. Er wandte primär ein, offene APIs reduzierten im Gegensatz zu Open Source nicht die Herstellerabhängigkeit, das Vendor Lock-in. Denn über offene APIs bekommen Anwender nur Zugriff auf die Services, die ein Anbieter zu einem bestimmten Zeitpunkt offeriert. Die Services und die finanziellen Konditionen dafür können sich jederzeit ändern, ohne dass ein Anwender unproblematisch zu einem anderen Anbieter wechseln könnte. Seine IT.Struktur ist schließlich auf diese APIs ausgerichtet, was sich nicht so mal eben schnell ändern lässt.

Proffitt stellt dem entgegen: Open Source bedeutet, dass ein Anwender mit seinen Wünschen und mit seinem Engagement einen gewissen Einfluss auf die Entwickler-Community hat. Bei proprietären Cloud-Anbieter, da können die APIs noch so offen sein, haben Anwender keinen Einfluss. Bestenfalls bereichern sie, wenn sie attraktive Applikationen in eine proprietäre Cloud einstellen (Beispiel Apple), das Angebot dieses Anbieters.

Meines Erachtens zeigen sowohl die Einschätzung von Lyman wie auch der Widerspruch von Proffitt, dass weite Teile der Open-Source-Szene sich noch schwer tun mit einer Beurteilung von Cloud Computing. Open Source on premise und Open Cloud in der Wolke zielen im Grunde beide auf eins: Freiheit der Anwender statt proprietärem Lock-in. Diese Freiheit lässt sich nur durch Offenheit erzielen. Offene APIs sind dazu nicht genug.

Es reicht nicht, APIs ausführlich zu beschreiben. Das sind Dokumente, und die sind folglich immer interpretationsfähig, auch ohne bösen Willen wandelbar. Es muss also eine Referenzimplementierung geben, die unumstößliche Prinzipien beschreibt, welche auch bei zukünftigen Änderungen (aufwärtskompatibel) gelten. Dieses System lässt sich glaubhaft nur machen, wenn in den API ausschließlich offene Standards Verwendung finden. Die dürfen nicht lizenzbehaftet sein, um vor künftigen Überraschungen sicher zu sein. Das ist es, was die Open Cloud Initiative und die Initiative Deutsche Wolke wollen (mehr dazu hier und hier).

Eigentlich ist man dann schon sehr nahe dran an Open-Source-APIs. Warum nicht gleich mit Open-Source-APIs arbeiten? Eher früher als später werden die in der Cloud ein ähnlich gutes Verkaufsargument sein, wie es Open Source im On-premise-Computing war und ist.

Offene APIs statt Open Source?

von: Ludger Schmitz (freier Journalist) | am: 04.01.2012 | Kommentare: 0

„Während es in der letzten Dekade um Open Source ging, wird es in der nächsten um offene APIs gehen.“ Mit diesem Satz beginnt ein Blog-Eintrag von Matt Asay auf „The Register“. Kompliment, auf diese krasse Art sollte ein Beitrag beginnen,der Verfasser buhlt ja schließlich um Leser. Und dass Asay gut schreiben und reden kann, hat er schon als Manager bei Novell, Alfresco und Canonical gezeigt. Der hat kein Problem damit, sich immer wieder weit aus dem Fenster zu hängen.

Diese Art als Self-Marketing abzutun wäre allerdings doch zu simpel. Denn Asay hat gute Gründe vorzuführen. Er hat es nicht schwer, reihenweise Analysten und andere Marktkenner zu zitieren, dass erstens zunehmend Services die IT beschäftigen. So neu ist das nicht. Wie lange dreht sich die IT-Welt schon um Service Management und die IT Infrastructure Library ITIL? Zweitens bedeuten aber Services etwas anderes als Software; denn sie werden über Anwendungsprogrammier-Schnittstellen, über APIs, bezogen.

APIs sind es, die Services zugänglich machen. Es nimmt nicht Wunder, dass seit etlichen Jahren Firmen, die ihrer IT eine Service-Orientierung geben, massiv an APIs arbeiten. Devise: Nicht Applikationen voraussetzen, nicht alle Anwendungen an all die verschiedenen Geräte anpassen, sondern den Geräten über APIs Zugang zu Softwareservices geben. Asay: „Minimaler Aufwand, maximale Produktivität.“ Das gilt nicht nur für den unternehmensinternen IT-Betrieb, sondern auch für die Integration von Partnern und Kunden.

Funktionieren wird eine solche Orientierung nur, wenn auf offene APIs gesetzt wird. Geschlossene Welten schließen immer andere aus – was dem Service-Ansatz Tiefe nimmt. Es bedarf also einer Standardisierung der APIs. Das ist erst recht wichtig, wenn man über einigermaßen überschaubare Systeme, beispielsweise eines Unternehmens, hinaus an Cloud Computing denkt.

Clouds sind dominiert von proprietären APIs. Ein paar Ansätze zu Offenheit gibt es. Die noch junge Open Cloud Initiative verlangt offene APIs. Auf dem Weg in die Richtung ist das Softwareprojekt OpenStack, in dem auf Anregung von Rackspace und Nasa unter anderem AMD, Citrix, Dell, HP und Intel dabei sind. Es soll eine Open-Source-Alternative zu den proprietären APIs der verschiedenen Cloud-Anbieter schaffen, wobei offenbar insbesondere das Google-Angebot und die Amazon Web Services (AWS) in Richtung größerer Offenheit gedrängt werden sollen.

Ich bin der festen Überzeugung, dass die heute fast durch die Bank mit proprietären APIs daherkommenden Cloud-Anbietern sich öffnen werden, wenn erst die Anfangsinvestitionen eingenommen sind. Offenheit wird das entscheidende Marketing-Argument im Cloud-Computing. Bis dahin aber wird es noch etwas dauern. Auch mit der Bestätigung für die Asay-These, offene APIs würden wichtiger als Open Source.

Cloud Computing ist sind gerade erst aus seiner infantilen, von viel Euphorie begleiteten, ersten Phase herausgewachsen. Im Gartner Hype-Cycle hat es den Hype-Peak hinter sich und beginnt nun den steilen Rutsch abwärts in das „Tal der Desillusionierung“. Nach einiger Zeit unten angekommen wird Cloud Computing langsam einer normaler Teil der IT-Welt. Diese Talsohle und dieser Wendepunkt wird markiert von einem Begriff: Open APIs. Vielleicht auch Open Cloud.

Aber erstens wird bis dahin Open Source ohnehin die Entwicklung der IT prägen, und zwar noch stärker als bisher. Zweitens wird auch danach das Fundament des Cloud Computing das sein, was es heute schon ist: Open Source. Diese zwei Aspekte hat Asay übersehen. Kann passieren.

Die neue digitale Kluft

von: Ludger Schmitz (freier Journalist) | am: 22.12.2011 | Kommentare: 0

Breitbandversorgung dürfte in diesem Jahr einer der beliebtesten technischen Begriffe von Politikern gewesen sein. Getan hat sich gleichwohl nicht viel, egal ob drahtlos oder leitungsgebunden. Man schaue sich dazu beispielsweise einmal den Breitbandatlas des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie an. Gleich nördlich des Münchner Autobahnrings A99 können die Leute schon froh sein, wenn sie mit 2 Mbit/s ins Internet kommen. 6 Mbit/s gibt es nur in den Kleinstädten. Rauf Richtung Regensburg, in der Hallertau, wird gespottet, die gelbe Post sei schneller als E-Mail. Mitten durch Bayern ziehen sich breite Streifen krass unterversorgter Gebiete.

Aber es gibt auch Habenichtse dort, wo man flott ins Internet kann. In dem ganz proper ausschauenden Stadtteil im Südwesten Münchens, in dem ich wohne, gibt es haufenweise Haushalte, die nicht einmal einen Computer haben. Es sind vor allem alte Leute und kinderreiche Familien mit Migrationshintergrund, die sich keinen PC leisten können. Letzte trifft es besonders hart; denn immer wieder verteilen Lehrer die Hausaufgaben auf CDs. In einigen Fällen habe ich helfen können, indem ich ausrangierte und zusammengebettelte Desktops verschenkt habe, ausgestattet mit Linux und Open-Source-Software. Ich möchte wetten, dass auf fast allen dieser Geräte inzwischen Windows und Spiele laufen, alles Raubkopien, ansonsten aber Open-Source-Anwendungen. Not schafft solche Verhältnisse.

So ärgerlich Windows und Raubkopien auch sind, schlimmer ist, dass PCs und Breitband-Internet offenbar nichts beitragen zu Bildung, demokratischer Teilnahme am öffentlichen Leben sowie allem, was mit Arbeit und Beruf zu tun hat. Denn was machen die Leute mit ihren Rechnern? Sie surfen, downloaden Musik und Filme, tummeln sich in nutzlosen sozialen Netzwerken wie Facebook und haben im Übrigen nicht den geringsten Schimmer von den damit verbundenen Gefahren.

Das ist „not-working“ und eröffnet eine andere Art der digitalen Kluft: fehlendes Wissen über die Möglichkeiten der digitalen Welt. Auf diese Entwicklung hat Danica Radovanovic in einem Blog der Publikation „Scientific American“ hingewiesen. Sie kommt zu diesem Schluss: „What is important to emphasize is that these digital divides, that go far beyond the pure infrastructure issues, need to become a key focus of engagement for profit and nonprofit organizations as they continue their missions to develop programs for social and digital inclusion.“

Radovanovic moniert „lack of awareness and promotion, digital illiteracy, lack of motivation, information gate keepers, human and economic factors“. Wie es dazu kommt, hat Simon Phipps, der einstige Open-Source-Chef von Sun, in seinem „Computerworld-UK“-Blog an Beispielen beschrieben: Schüler werden in der Anwendung proprietärer Software ausgebildet, statt ihnen anhand von Open Source die Vorteile der Partizipation aufzuzeigen. Erwachsene halten Computer für unergründliches High-Tech-Zeug. Immer wieder soll der Internet-Zugang reglementiert werden. Informationen der öffentlichen Verwaltungen gibt es nur gegen Bezahlung. Schutz der Privatsphäre läuft auf Geheimhaltung hinaus. Politiker ohne IT-Kenntnisse lassen sich von Wirtschaftsinteressen und Einflüsterungen der Lobbyisten leiten.

Allerdings scheint es mir nicht hinreichend, nur an diesen Punkten anzusetzen, um die neue digitale Kluft zu schließen. Es wird jedoch klar, dass Forderungen wie nach Open-Source-Software oder Open Data Ansätze sind, die weit über ihren technischen Inhalt hinausgehend eine gesellschaftliche Dimension haben.

oVirt: Ein Admin-Tool für KVM-Virtualisierung entsteht

von: Ludger Schmitz (freier Journalist) | am: 16.12.2011 | Kommentare: 0

Ein guter Administrator kann, so hat VMware dem Autor einmal erklärt, gleichzeitig etwa 40 virtuelle Maschinen überwachen und steuern. Dabei ist vorausgesetzt, dass er die ziemlich ausgefeilten und teuren Admin-Tools des Anbieters verwendet. Immerhin ist diese Zahl ein Vielfache dessen, was ein Administrator an physikalischen Servern schafft, wobei hier neben den Applikationen auch der Typ und die Größe der Server eine erhebliche Rolle spielen.

In der Linux-Welt ist man noch nicht so weit wie bei VMware. Hier dominiert klar der in Linux integrierte Hypervisor Kernel-based Virtual Machine (KVM). Dessen Beliebtheit hat sich noch deutlich gesteigert, seit im Mai 2011 die Open Virtualization Alliance gegründet wurde, die ihm noch mehr Schub verleihen soll. Anfang November traf sich die Allianz zu einem Workshop, um zu beraten, wie man KVM noch mehr Marktpräsenz verschaffen kann. Dabei wurde klar, dass es verschiedene Management-Tools für mit KVM virtualisierte Umgebungen gibt, allen voran Red Hats „Enterprise Virtualization“ oder „libvirt“ und „v2v“. Aber das sind keine integrierten Komponenten.

Das wird sich demnächst ändern. Canonical, Cisco, IBM, Intel, NetApp, Red Hat und Suse haben sich zusammengeschlossen und das Open-Source-Projekt „oVirt“ gegründet. Es soll eine umfassende Lösung zur Administration von KVM-virtualisierten Servern schaffen. Die Grundlage dazu wird das Produkt Enterprise Virtualization, das Red Hat als Open Source verfügbar gemacht hat.

oVirt wird die Admin-Umgebung für KVM. Das Projekt verfolgt ziemlich ambitionierte Ziele, die alle Administrationsprobleme der Virtualisierung adressieren. Das Management-Tool soll die Verfügbarkeit der virtuellen Maschinen durch präzisere Steuerung ihrer Komponenten (CPU-Anteil, RAM, I/O-Bandbreite etc.) steigern, Live-Migration vereinfachen, einen einfach nutzbaren System-Scheduler mit sich bringen, das Storage-Management umfassen und mehr. Das Ganze wird aus verschiedenen Einzellösungen bestehen, die separat oder als integriertes Tool zu verwenden sind und sich folglich einzeln weiterentwickeln lassen. Das Projekt geht soweit, dass „Building Blocks“ zur Einrichtung von Private oder Public Clouds entstehen sollen.

Angesichts der am Projekt beteiligten Gründungsfirmen ist davon auszugehen, dass oVirt sogleich der Management-Standard in virtualisierten Linux-Umgebungen wird. Das Projekt wird nicht nur für Anwender und Anbieter interessant, die intensiv auf Virtualisierung setzen. Es dürfte auch Auswirkungen dort haben, wo es Intentionen in Richtung Open Cloud gibt. Wer sich frühzeitig darauf einstellen will, ist gut beraten sich mit der bedeutendsten Grundlage, Red Hats Enterprise Virtualization bekannt zu machen.

Open-Data-Plattform wird Open Source

von: Ludger Schmitz (freier Journalist) | am: 06.12.2011 | Kommentare: 0

Open Data, also die programmatische Forderung, wonach viele Informationen der öffentlichen Verwaltungen, Bildungs- und Forschungseinrichtungen der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen sollen, gewinnt auch hierzulande an Boden. Die ersten Ansätze waren noch sehr zaghaft, und die dafür notwendigen Portale wurden aufwendig implementiert. Anders zum Beispiel in den USA: Die Obama-Administration präsentiert fast 400.000 Datensätze auf ihrer Open-Data-Plattform Data.gov.

Jetzt hat die US-Regierung auch noch deren Basis, die „Open Government Platform“, als Open Source veröffentlicht (Download). Diese Softwarekompilation versteht sich als „Data.gov-in-a-Box“. Sie soll es vereinfachen, Open-Data-Portale anzulegen. Es wird auf dieser Grundlage künftig wesentlich weniger Aufwand verursachen, durch Öffentlichkeit mehr Demokratie zu schaffen. Das bei Öffentlichkeitsverhinderungsstellen beliebte Kostenargument ist geplatzt.

Erste Mitgliederversammlung der Open Source Business Alliance

von: Ludger Schmitz (freier Journalist) | am: 21.11.2011 | Kommentare: 0

1 + 1 = 2 – außer wenn sich beispielsweise zwei Interessenvertretungen zusammenschließen. Das war wieder einmal zu erleben auf der ersten Mitgliederversammlung der neuen Open Source Business Alliance, zu der sich LIVE Linux-Verband und die Linux Solutions Group (Lisog) vereint haben. Hier wurden neue Ziele und Leitlinien festgelegt sowie ein neuer Vereinsvorsitzender gewählt.

Mit der Billigung der Jahresabschlüsse und der Entlastung ihrer einstigen Vorstände endete auf der MV endgültig die Geschichte von LIVE und Lisog. Die gemeinsame OSB Alliance, so der offizielle Kurztitel, hat 235 Mitglieder, 128 aus der Lisog und 107 aus dem Linux-Verband. Bei dieser Größe betrachtet sich der Verein als „führendes Netzwerk von Organisationen, die Open Source Software entwickeln, darauf aufbauen oder anwenden“, heißt es in einem Strategiepapier der Vorstands der OSB Alliance.

Dort heißt es auch: „Uns verbindet die Überzeugung, dass wir durch offenes Handeln und das Teilen geistigen Eigentums besser, effektiver und erfolgreicher für unsere jeweiligen Organisationen und für die Gesellschaft handeln können.“ Dieser politische Ansatz und der Bezug auf geistiges Eigentum war in den Vorläuferorganisationen, besonders im LIVE, eine Art „Common Sense“, war dort aber nicht so explizit formuliert.

Umgekehrt gehörte früher im LIVE unbedingtes Eintreten für Open Source zum „guten Stil“. Jetzt heißt es in einer Pressemitteilung der OSB Alliance, in Sachen technischer Entwicklung wolle sie „auf der Basis der Koexistenz von proprietärer und Open-Source-Welt die Interoperabilität beider Seiten verbessern“. Hinzu kommt im Übrigen als Ziel die Interoperabilität von Open-Source-Produkten.

Dazu will der Verein die Zahl seiner Arbeitsgruppen erhöhen. Derzeit gibt es deren vier:

* Im Projekt EVB-IT geht es um die ergänzenden Vertragsbedingungen für die Beschaffung von IT-Leistungen. Die aus ihnen abgeleiteten Vorlagen für Ausschreibungen und IT-Verträge bedürfen einer Neuformulierung, weil sie bisher Open-Source-Anbieter benachteiligen.

* Die Open Thin Client Alliance arbeitet an einer RDP-basierenden, Betriebssystem-unabhängigen Thin-Client-Infrastruktur.

* Die Initiative Deutsche Wolke möchte einen zu 100 Prozent aus Open-Source-Software gebildeten Stack von Cloud-Angeboten für Infrastructure- und Software-as-a-Service schaffen, die ausschließlich deutsche Rechenzentren zur Verfügung stellen.

* Eine viertes Projekt zielt auf die Verbesserung der Interoperabilität des ODF-Formats von Open und LibreOffice mit Microsofts OOXML-Format.

Auf der gesellschaftspolitischen Ebene will der Verein „durch Informationsverbreitung gute Rahmenbedingungen für Hersteller und Anwender von Open Source schaffen“. Auf der MV fiel in diesem Kontext mehrmals die Forderung „Lobby-Arbeit verbessern“. Um insbesondere in der Politik und in der Öffentlichen Verwaltung besser wahrgenommen zu werden, will die OSB Alliance zum einen mehr Mitglieder gewinnen, wozu der Verein den Nutzen der Mitgliedschaft verbessern will. Zum anderen möchte er sein Gewicht durch eine bessere Vernetzung von Hersteller, Kunden und Dienstleister erhöhen.

Weil der inzwischen 75-jährige Lisog-Mitbegründer und Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Strassemeyer, IBM, aus Altergründen zurückgetreten ist, wählte die MV Peter Ganten, Gründer des Bremer Linux-Infrastruktur-Softwareanbieters Univention, zu seinem Nachfolger. Außerdem wählten die Mitglieder Uwe Meyer-Gundelach, Distinguished Engineer von IBM, in den Vorstand. Tarent-Geschäftsführer Elmar Geese, bisher Vorsitzender des LIVE, ist übrigens Mitglied des Vorstands der OSB Alliance.

meet and greet mit open source berlin

von: Ina Langenhorst | am: 16.09.2011 | Kommentare: 0

Das Netzwerk open source berlin, das Handlungsfeld Open Source, die Landesinitiative Projekt Zukunft und der SIBB laden am 28.September nun schon zum dritten „meet and greet“ in die Hauptstadt ein. Das Programm steht diesmal ganz unter dem Motto „Groupware“ und richtet sich insbesondere an Interessierte aus Politik und öffentlicher Verwaltung sowie IT-Anwender und Entscheider aus Unternehmen.

Darüber hinaus bietet die Veranstaltung Gelegenheit zum Erfahrungs- und Gedankenaustausch mit den Netzwerkpartnern des öffentlich geförderten Netzwerkes open source berlin, Vertretern des Verbandes der Software-, Informations- und Kommunikations-Industrie in Berlin und Brandenburg (SIBB),sowie Vertretern der Landesinitiative Projekt Zukunft und des Handlungsfeldes Open Source.

Die tarent als Netzwerkpartner von open source berlin freut auf  zahlreiche Besucher in Berlin!

Weitere Informationen und das genaue Programm gibt’s hier nochmal.

Oracles Strategie und freies Java

von: Elmar Geese | am: 31.08.2011 | Kommentare: 0

Oracle hat seine Lizensierungspolitik weiter geändert. Es wird keine Verteilung des ehemaligen Sun-Java durch Linux Distributionen mehr geben können. Oracle verweist alternativ auf das OpenJDK. Da stellt sich natürlich die Frage: Ist das gut oder schlecht für Java?
Um es kurz zu machen: Ich glaube das es gut ist. In der Zukunft wird es bei vielen Marktteilnehmern ein noch stärkeres Interesse geben, trotz Java Technologieeinsatz nicht alleine von Oracle abhängig zu sein. Daher wird es dazu führen, das die Entwicklung des OpenJDK weiter vorranschreitet, und sich letztlich auch aus dem Oracle Einflussbereich lösen wird.
Für keine Community kann es eine bessere Motivation geben, als die Proprietarisierung und Technologiebeherrschung durch einen Marktführer im Bereich dieser Technologie. Deswegen will Sylvestre Ledru, einer der Debian Maintainer des Pakets (ein weiterer ist übrigens der tarent Mitarbeiter Torsten Werner) auch nicht ein Nachlad- und Installierfunktion für Oracle Java wie bei Flash einbauen. Dazu kommentiert Ledru in seinem Blog:
We could do that but we probably won't. We could either take this opportunity to improve Openjdk.
Permalien 27.08.11 @ 14:52

Java wird so weiter zu einer freien Alternative und Oracle geht gradlinig seinen proprietären Weg, mit ein paar Unberechenbarkeiten, damit es spannend bleibt. Denn das wird nicht das Letzte sein was wir in Bezug auf freies Java von Oracle hören, das zur Zeit ja noch die OpenJDK Entwicklung unterstützt (wie auch die IBM). Wenn Oracle auch das irgendwann beendet, werden wir eine ähnliche Situation wie beim Austieg aus OpenOffice, was zu LibreOffice führte. Nur das es dramatisch mehr Entwickler für Java gibt, als für LibreOffice. Sollte es gelingen, mehr Kontributoren für das OpenJDK zu gewinnen, kann auf Dauer kein proprietärer Anbieter mithalten, wo Wirtschaftlichkeitsaspekte eine Rolle spielen. Im Falle von Oracle sind es aber strategische Gründe und der absehbar unbegrenzte Atem die die eigene Strategie durchzuziehen. In diesem Spiel wird es dennoch keine Verlierer geben, mindestens die Kunden stehen jetzt schon als Gewinner fest, denn sie gewinnen die Freiheit der Wahl. Wer sowieso schon weitreichend Oracle Stacks einsetzt wird davon kaum berührt sein, für alle Anderen gibt es jetzt die Möglichkeit sich besser aufzustellen. Dazu gehört besonders der Mitbewerb von Oracle das gerne von RedHat Führungskräften als Feind No.1 bezeichnet wird. Eine gute Idee wäre, jetzt den Worten Taten folgen zu lassen und sich stark für ein freies Java zu engagieren, schon um den Wert der JBOSS Investition zu schützen.

Zukunft gestalten, Renaissance einleiten

von: Nina Haering | am: 08.07.2011 | Kommentare: 0

Genau darum und um vieles mehr rund um das Thema Open Source und Business ging es beim ersten OpenMind ManagerMorning auf dem LinuxTag 2011.  Branchenexperten und Lehrende diskutierten und philosophierten über IT und Veränderungen in der Gesellschaft. Den vollständigen Artikel können Sie hier lesen.

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