MySQL: Klingt eine Erfolgsgeschichte aus?

von: Ludger Schmitz (freier Journalist) | am: 08.08.2012 | Kommentare: 0

Oracle hat einfach kein „glückliches Händchen“ mit Open Source. Im Gegensatz zur Entwicklung bei IBM scheint diese Art Softwareentwicklung einfach nicht zu einem Datenbankriesen zu passen, der noch sehr tief in seinen proprietären Ursprüngen verwurzelt ist. Der vergebliche Versuch, Red Hat zu übernehmen und durch eine Kopie das Wasser abzugraben ist unvergessen. Java hat den Mobile-Zug verpasst. OpenOffice erlebte erst die Abspaltung LibreOffice und wurde dann an die Apache Software Foundation entsorgt. Über MySQL war, seit es Oracle im Januar 2010 mit Sun in seinen Besitz gebracht hat, auch mehr Schlechtes als Gutes zu hören.

Gleichwohl ist MySQL eins der erfolgreichsten Open-Source-Produkte. In einer Anwenderbefragung der Abteilung Commercial Adoption of Open Source (CAOS) beim Marktforschungsunternehmen The 451 Group aus dem Frühling dieses Jahres erklärten 80 Prozent, MySQL einzusetzen. Der Open-Source-freundliche CAOS-Analyst Matthew Aslett meint: „Das MySQL-Ökosystem ist jetzt wohl gesünder und lebendiger als jemals zuvor.“ Das Business rund um diese quelloffene Datenbank werde bis 2015 sogar noch durchschnittlich 40 Prozent pro Jahr zulegen.

Jedoch prognostizierte Aslett auch weniger positive Zahlen. Denn befragt nach ihren Zukunftsplänen in Sachen Datenbanken hatten nur 62 Prozent der Anwender erklärt, auch 2014 noch MySQL verwenden zu wollen. Für 2017 waren es sogar nur noch 54 Prozent. Diese Differenz zum zunehmenden Geschäft erklärt sich wohl aus dem unverändert bommenden Datenbank-Business infolge des Internets. Größter Gewinner, so Aslett, seien NoSQL-Datenbanken, die besser als die zweidimensionalen SQL-Tabellen mit den in Internetzeiten wichtigeren 3D-, Audio- und Video-Dateien umgehen können. Weiteren Zulauf erhielten für klassische Datensätze die relationalen Alternativen PostgreSQL und MariaDB.

Eigentlich verwundert das angesichts der jüngeren Geschichte von MySQL nicht. Gleich nach der Übernahme durch Oracle ging fast das gesamte MySQL-Team von der Fahne. Sie gründeten zwei Firmen: Monty Program um den MySQL-Mitbegründer Michael „Monty“ Widenius schuf den Fork MariaDB. SkySQL bietet Support für MySQL und MariaDB. Kurz darauf führte Oracle für den Support neue Lizenzpreise ein. Anwender müssen zum Teil mehr als das Dreifache im Vergleich zur Sun-Preisliste zahlen.

Allerdings hat Oracle MySQL nicht glatt vergessen. Immerhin erschienen unter neuer Ägide die Versionen 5.5. und 5.6 mit wichtigen technischen Verbesserungen. Die blieben aber hinter den Hoffnungen des alten MySQL-Teams – und einiger Anwender – zurück. Diese hatten seit Version 4.0 erkennen lassen, dass sie die Open-Source-Datenbank in die Leistungsklasse einer proprietären Oracle-Datenbank oder IBM DB2 heben wollten.

Daraus kann unter Oracle-Herrschaft nichts werden. Denn dann würde MySQL zunehmend an Oracles Kerngeschäft mit der proprietären Datenbank nagen. Oracle wird den Ast nicht absägen, auf dem die Firma sitzt. Das Kernprodukt muss deshalb deutlich überlegen bleiben. Sonst schwinden die Einnahmen, und die Aktienkurse sinken. Das zu verhindern ist wichtiger, als die Hoffnungen der Anwender zu erfüllen.

Als Oracle OpenOffice an die Apache Software Foundation (ASF) weiterreichte, haben nicht wenige gehofft, der Datenbankriese möge ein Einsehen in seine Unfähigkeit haben, mit Open Source umzugehen, und auch MySQL an die Apache-Stiftung übereignen. Oracle hat ein gutes Beispiel vor Augen, das auf keinen Fall zu machen. Denn die Open-Source-Bürosuite lebt jetzt als Apache OpenOffice wieder auf. Das wäre auch mit MySQL unter ASF-Kontrolle zu erwarten. Es könnte durchaus eine ernste Konkurrenz für Oracles Hauptdatenbank entstehen.

Also wird MySQL weiterhin ein eher kümmerliches Dasein fristen – und die Konkurrenz beflügeln. Das kann Oracle egal sein. Denn es gibt genug Anwender, die sich unter den Fittichen eines großen Herstellers sicherer fühlen als bei kleinen Open-Source-Anbietern. Ergo wird auch MySQL weiterhin eine wichtige, wenn auch schwächere Rolle spielen.

Sorgen machen wegen OpenOffice? Wieso?

von: Ludger Schmitz (freier Journalist) | am: 17.10.2011 | Kommentare: 1

Brutal krass geht Team OpenOffice.org e.V. zur Sache: Ein „plötzliches Ende“ drohe der Open-Source-Bürosuite: „OpenOffice darf nicht sterben!“ So beginnt ein Spendenaufruf für eins der erfolgreichsten Open-Source-Produkte, aktuell 1,5 Millionen Downloads pro Woche. Spenden sind Kernkompetenz des Vereins, der solche Kampagnen und Veranstaltungen für OpenOffice seit 2004 organisiert.

Mal nüchtern: Oracle hat OpenOffice von Sun übernommen und am 1. April dieses Jahres verkündet, keine weiteren geschäftlichen Interessen an dem Büropaket zu haben. Zugleich hat die Ellison-Company das Produkt in die Hände der Apache Software Foundation (ASF) übergeben. Es folgte die Kündigung aller rund 120 Mitarbeiter, die in Hamburg für den größten Teil der Programmierung von OpenOffice angestellt waren. Am 1. Juni standen sie alle auf der Straße. Arbeitslos, dank Oracle’s „Open-Source-Engagement“.

Seither, so der Verein, sind die einst dort angestellten Entwickler auf der Suche nach neuen Jobs, etliche haben schon andere. Jedenfalls können sie nicht mehr die Zeit aufbringen, die sie früher für die Weiterentwicklung von OpenOffice hatten. Ergebnis: Das Produkt kommt nicht mehr mit der Geschwindigkeit voran, die ihm einst ein Aufholen zu Microsoft-Office ermöglicht haben.  Pressesprecher Götz Wohlberg meint, das wären jetzt 5 statt 100 km/h.

Das dürfte, so argumentiert der Verein, Auswirkungen auf die Ableger von OpenOffice haben. Die letzte Abspaltung, LibreOffice besteht zum weitaus größten Teil aus OpenOffice-Code. Nicht anders ist es bei den Varianten RedOffice aus China und BR-Office aus Brasilien und was es sonst noch so gibt. Ergo „stirbt“ laut Team-Verein mit OpenOffice die ganze Welt der Open-Source-Office-Produkte. Und das darf natürlich nicht sein.

Dies wäre allerdings schon am 1. Juni absehbar gewesen, und es verwundert zuerst, dass der Verein erst jetzt davor warnt. Dann aber erwähnt Wohlberg, dass ja einige Communities, zum Beispiel Wikipedia, in der letzten Zeit Millionen mit Spendenaufrufen eingenommen haben. Bei seiner eigenen Rechnung wird ihm schier schwindelig: OpenOffice hat weltweit geschätzte zehn Millionen Anwender. Wenn nun jeder von denen ein Prozent der Lizenzkosten, die er nicht für MS Office gezahlt hat … Und wenn dann noch die IT-Anbieter, die durch das Bestehen von OpenOffice ihr Angebot verbreitern oder weitere Software entwickeln konnten, ebenfalls über den Daumen peilen und ein Prozent … Nicht auszudenken.

Nicht auszudenken ist allerdings auch, dass ein Erfolgsprodukt wie OpenOffice so einfach stirbt. Erstens ist es weiter da, weil es eben Open Source ist. Alle können es verwenden und auf dieser Code-Basis weiterentwickeln. Es könnte für viele Open-Source-Firmen und -Dienstleister höchst interessant sein, diese verbreitete Grundlage zum Angebot spezieller Erweiterungen zu machen, die Firmen oder öffentliche Verwaltungen benötigen. Von denen gibt es Tausende. Der Verein der Hamburger OOo-Spezialisten könnte aus seinen Kreisen auch eine solche Firma aufmachen. Und tatsächlich wird in diesen Kreisen auch darüber diskutiert.

Dann gibt es einige IT-Branchengrößen, die ein außerordentliches Interesse an OpenOffice haben, geradezu darauf angewiesen sind: IBMs „Symphony“ ist im Wesentlichen nichts als OpenOffice mit einer anderen Benutzeroberfläche. Wenn die an OpenOffice kein Interesse mehr haben sollten, gäbe es nur zwei Alternativen: IBM mag Symphony nicht mehr oder LibreOffice lieber. Zweitens ist da SAP, die sich an OpenOffice herangeschmissen hat, sogar musste. Denn die Verbindung R/3-Excel ist den Walldorfern zu einseitig. Deswegen haben sie auf eine Verknüpfung mit den OpenOffice-Modulen für Text, Kalkulation und Präsentation gesetzt.

Und schließlich hat das alte OpenOffice-Team aus Hamburg sowieso nicht mehr die Kontrolle über das Produkt. Denn Oracle hat es, wie gesagt, an die ASF übergeben. Dort wird jetzt entschieden, was mit OOo passiert, in welche Richtung es entwickelt wird. Nicht in Hamburg. Das ist zwar nicht schön für die einstigen OpenOffice-Entwickler, aber gut für den Rest der Welt. Die Entwicklung mag unter der ASF-Ägide nicht mehr so schnell voranschreiten, aber OpenOffice ist eh längst kein halbfertiges Produkt mehr.

Also cool bleiben; so dramatisch, wie der Verein es darstellt, schaut es bei genauerem Hinsehen nicht aus. Dass das Wegbrechen der mächtigen Firmensponsoren Sun bzw. Oracle gute Seiten haben könnte, gesteht auch Sprecher Wohlberg ein: Eingebunden in den Strukturen von Großkonzernen habe man in den letzten Jahren zu wenig auf die Kunden gehört. Nicht nur das werde sich ändern, sondern man sei jetzt generell frei und wolle viel ändern. Selbst gegen eine Wiedervereinigung mit LibreOffice spreche nichts. Der technische Aufwand sei in ein paar Wochen zu bewältigen.

Von der Seite gesehen, könnte eine Spende doch noch ziemlich sinnvoll sein.

Oracles Strategie und freies Java

von: Elmar Geese | am: 31.08.2011 | Kommentare: 0

Oracle hat seine Lizensierungspolitik weiter geändert. Es wird keine Verteilung des ehemaligen Sun-Java durch Linux Distributionen mehr geben können. Oracle verweist alternativ auf das OpenJDK. Da stellt sich natürlich die Frage: Ist das gut oder schlecht für Java?
Um es kurz zu machen: Ich glaube das es gut ist. In der Zukunft wird es bei vielen Marktteilnehmern ein noch stärkeres Interesse geben, trotz Java Technologieeinsatz nicht alleine von Oracle abhängig zu sein. Daher wird es dazu führen, das die Entwicklung des OpenJDK weiter vorranschreitet, und sich letztlich auch aus dem Oracle Einflussbereich lösen wird.
Für keine Community kann es eine bessere Motivation geben, als die Proprietarisierung und Technologiebeherrschung durch einen Marktführer im Bereich dieser Technologie. Deswegen will Sylvestre Ledru, einer der Debian Maintainer des Pakets (ein weiterer ist übrigens der tarent Mitarbeiter Torsten Werner) auch nicht ein Nachlad- und Installierfunktion für Oracle Java wie bei Flash einbauen. Dazu kommentiert Ledru in seinem Blog:
We could do that but we probably won't. We could either take this opportunity to improve Openjdk.
Permalien 27.08.11 @ 14:52

Java wird so weiter zu einer freien Alternative und Oracle geht gradlinig seinen proprietären Weg, mit ein paar Unberechenbarkeiten, damit es spannend bleibt. Denn das wird nicht das Letzte sein was wir in Bezug auf freies Java von Oracle hören, das zur Zeit ja noch die OpenJDK Entwicklung unterstützt (wie auch die IBM). Wenn Oracle auch das irgendwann beendet, werden wir eine ähnliche Situation wie beim Austieg aus OpenOffice, was zu LibreOffice führte. Nur das es dramatisch mehr Entwickler für Java gibt, als für LibreOffice. Sollte es gelingen, mehr Kontributoren für das OpenJDK zu gewinnen, kann auf Dauer kein proprietärer Anbieter mithalten, wo Wirtschaftlichkeitsaspekte eine Rolle spielen. Im Falle von Oracle sind es aber strategische Gründe und der absehbar unbegrenzte Atem die die eigene Strategie durchzuziehen. In diesem Spiel wird es dennoch keine Verlierer geben, mindestens die Kunden stehen jetzt schon als Gewinner fest, denn sie gewinnen die Freiheit der Wahl. Wer sowieso schon weitreichend Oracle Stacks einsetzt wird davon kaum berührt sein, für alle Anderen gibt es jetzt die Möglichkeit sich besser aufzustellen. Dazu gehört besonders der Mitbewerb von Oracle das gerne von RedHat Führungskräften als Feind No.1 bezeichnet wird. Eine gute Idee wäre, jetzt den Worten Taten folgen zu lassen und sich stark für ein freies Java zu engagieren, schon um den Wert der JBOSS Investition zu schützen.

Hintergründe zu Oracle’s OpenOffice-Geschenk an die Apache Foundation

von: Ludger Schmitz (freier Journalist) | am: 06.06.2011 | Kommentare: 0

Zahlreiche Open-Source-Produkte sind für Großunternehmen aus der IT-Branche unverzichtbar. Das ist die wichtigste Lehre aus aktuellen Vorgängen. Oracle interessiert sich zwar ausschließlich für Linux und (ein wenig) für MySQL. IBM aber hat umfassendere Ambitionen und scheut sich nicht, dafür tief in die Tasche zu greifen. Als Oracle das Interesse an dem mit der Übernahme von Sun erhaltenen OpenOffice verlor, weil es sich nicht so einfach zu einer Gelddruckmaschine machen ließ, sprang IBM ein, denn das Büropaket hat für Big Blue strategische Bedeutung.

Offenbar hat IBM in den letzten Wochen intensiv mit Oracle verhandelt und das Unternehmen mit sanftem Druck zu einer akzeptablen Lösung eines Problems bewegt. Oracle übergab am 1.6. OpenOffice.org (OOo) samt aller damit verbundenen Rechte an die Apache Software Foundation (ASF). Dort durchläuft dieses sehr verbreitete Produkt einen aufwändigen Evaluierungs- und Organisationsprozess (Incubator, ausführlicher hier). Mit größeren Problemen ist dabei nicht zu rechnen, so dass die Software eines Tages unter der Apache License 2 stehen wird und vielleicht den Namen Apache OpenOffce tragen wird.

Wie stark IBM in die Aktion involviert war, zeigte eine Pressemitteilung, die das Unternehmen am gleichen Tag veröffentlichte. Es versprach eine „aktive, unterstützende Rolle in der neuen OpenOffice.org“, man werde die weitere Entwicklung auch durch personelle Ressourcen unterstützen – offenbar beendet Oracle alle Entwicklungsarbeiten an OpenOffice. IBM braucht ein lebendiges OpenOffice-Projekt mit hohem Ansehen, was beides in der Oracle Zeit gelitten hat. Denn IBMs Bürosoftware-Suite Lotus Symphony basiert in weiten Teilen auf OpenOffice.

Aufschlussreich sind auch die danach erschienenen Statements führender IBM-Mitarbeiter in dieser Sache. Denen ging es vor allem darum, zu erklären, dass Apache und sein OpenOffice-Projekt trotz des Engagements von IBM unabhängig sei. Ed Brill, Director Lotus Software bei IBM, schrieb in seinem Blog: „In der Apache-Welt bewegen sich Projekte nach dem Willen von Individuen, nicht nach dem von Firmen.“ Bob Sutor, der für die Open-Source-Orientierung zuständige IBM-Vice-President, entwickelte auf seinem Blog zwar einige Ideen für die Zukunft von OpenOffice, versicherte aber, damit der Apache-Stiftung nicht hereinreden zu wollen.

Ein IBM-Mitarbeiter wird im künftigen OpenOffice-Projekt eine hervorgehobene Rolle spielen. Denn die Apache Software Foundation berief Rob Weir in das Leitungsgremium des Projekts. Weir vertritt IBM in diversen internationalen Standardisierungsgremien und spielte eine maßgebliche Rolle bei der Verabschiedung des Office-Standards Open Document Format (ODF). Jetzt betonte er, sich für „die Meritokratie des Apache-Prozesses“ stark machen zu wollen. „OpenOffice muss Vielfalt zeigen… Zu viel IBM- und/oder Oracle-Einfluss werden OO.org nicht helfen.“ Er rief IT-Unternehmen und Einzelentwickler auf, sich an der OpenOffice-Programmierung in dem Apache-Projekt zu beteiligen und beschrieb gleich detailliert die Arbeitsweise.

Wie wichtig die Apache-Stiftung das OpenOffice-Projekt nimmt, zeigt sich auch daran, dass Jim Jagielski, President der ASF, sein Mentor im Aufnahmeverfahren ist. Der brachte gleich ein weiteres Ziel der Organisation zur Sprache: Er habe bereits Kontakt zur LibreOffice-Organisation The Document Foundation aufgenommen und „hoffe, dass wir zusammenarbeiten können“. Die Schirmherrschaft von Apache nährt Hoffnungen auf eine Wiedervereinigung von Open- und LibreOffice. IBMs Bob Sutor: „Ich hoffe, dass OpenOffice in Apache betrachtet wird als ein Weg, einige Stränge zusammenzubringen, die sich von der Hauptprojektlinie in den letzten Jahren getrennt haben.“

Doch die Document Foundation hat bisher verhalten reagiert. Italio Vignoli, Mitglied in ihrem Steering Committee, bekundete zwar eine generelle Gesprächsbereitschaft, zeigt sich ansonsten aber eher zurückhaltend. Zuerst müssten diverse lizenzrechtliche Probleme um LibreOffice-eigene Entwicklungen aus dem Weg geräumt werden.

Oracle befreit sich vom OpenOffice-“Ballast“

von: Ludger Schmitz (freier Journalist) | am: 21.04.2011 | Kommentare: 0

Oracle beweist ein geradezu unglaubliches Geschick darin, die Open-Source-Gemeinde gegen sich aufzubringen. Der jüngste Fall ist die Erklärung, künftig keine kommerzielle OpenOffice-Version zu wollen. Die Bürosoftware solle ein von der Community verwaltetes Projekt werden. Besonders letzteres kling zunächst ganz gut. Aber sonst klingt gar nichts gut an der Verlautbarung von Oracle.

Denn das Unternehmen lässt sämtliche Fragen in diesem Zusammenhang unbeantwortet. Vor allem: Wird Oracle die Weiterentwicklung von OpenOffice finanziell unterstützen? Es schaut nicht so aus, denn die Firma erklärt lediglich, das Open Document Format (ODF) unterstützen zu wollen. Das könnte auch heißen, dass Oracle die in Hamburg angesiedelten Entwicklerkapazitäten, die ehemaligen StarOffice-Truppe, nicht mehr zur Verfügung stellt.

Offenbar sieht Oracle keine Möglichkeit, mit OpenOffice Geld zu verdienen. Und das ist bei der Firma nun einmal die Maxime. Das Image, eine Geldmaschine zu sein, kommt nicht von ungefähr. Das präzise Gegenteil einer Wohlfahrtsorganisation. Oracle erklärt, Linux und MySQL hätten einen breiten Zuspruch bei kommerziellen und behördlichen Kunden gewonnen. OpenOffice erwähnt die Firma nicht. Sie erklärt aber an anderer Stelle, es gebe ein breites Interesse an kostenlosen Anwendungen. Daran kann man eben nichts verdienen.

Also schmeißt Oracle der Community OpenOffice quasi vor die Füße und flucht: Dann seht halt selbst zu, wie ihr das Projekt weiterentwickelt kriegt. Damit ist OpenOffice allerdings nicht am Ende – auch wenn sich die Document Foundation genötigt sah, gleich zu bekräftigen, man werden den Fork LibreOffice wie geplant weiterentwickeln. Tatsächlich bietet sich die Document Foundation als Verwalterin von OpenOffice an. Beide Zweige könnten wieder zusammenwachsen. Als von Oracle unabhängige Einrichtung träfe sie sicher auf Firmen, die anders als Oracle ein Interesse an einer Alternative zu MS Office haben.

Oracle aber hat sich selbst ins Bein geschossen. Es geht nicht nur darum, dass die Firma wieder einmal in der Open-Source-Community für Verwirrung und Verärgerung gesorgt hat. In einer IT-Welt, in der Open Source immer stärker an Gewicht gewinnt, ist Oracle auch für andere Unternehmen suspekt. Eine Firma, die nur auf das eigene Interesse bedacht ist und dabei sprunghaft agiert, ist kein verlässlicher Partner.

FUD – Fear, Uncertainty and Doubt – Was wird aus Open Source bei Oracle?

von: Ludger Schmitz (freier Journalist) | am: 18.08.2010 | Kommentare: 0

Zwei Meldungen innerhalb weniger Tage haben für reichlich Aufregung gesorgt: Oracle lässt erstens OpenSolaris, die Open-Source-Version von Solaris, fallen und verklagt zweitens Google wegen angeblicher Patentverletzungen durch das Smartphone-Betriebssystem Andriod. Das waren zwei klare Affronts gegen Open Source.

Mit dem Kauf von Sun sind Oracle einige interessante und wichtige Open-Source-Produkte zugefallen: Glassfish, InnoDB, Java, Java ME (Micro Edition), MySQL, Netbeans, OpenJDK, OpenOffice.org, OpenSolaris und Virtual Box. Aber die Firma scheint mit Open Source nicht viel am Hut zu haben. „Oracle hat nicht wirklich eine Open-Source-spezifische Strategie“, erklärte kürzlich Chief Technology Officer Edward Screven. Oracle sei „open for Business“.

Das ist eine klare Ansage. Es geht ums Geschäft und sonst gar nicht. Das war immer schon Oracle’s Maxime, auch im Umgang mit Open Source. Nur zur Erinnerung: Als MySQL zur lästigen Konkurrenz wurde, kaufte Oracle die finnische Firma Innobase und damit deren InnoDB, das bis dahin die Storage Engine der Open-Source-Datenbank war. Als JBoss sich lieber von Red Hat kaufen ließ als von Oracle, versuchte Oracle kurzerhand gleich den Linux-Distributor zu kaufen. Als das auch nicht klappte, sollte der eben platt gemacht werden, nämlich durch die 1:1-Red-Hat-Kopie „Unbreakable Linux“.

Nun müssen eben die für Sun rausgeworfenen Gelder wieder in die Kassen kommen. Aus all den Open-Source-Produkten soll „Business“ werden. OpenSolaris hätte das proprietäre Solaris-Geschäft untergraben können. Also weg damit. In der Java ME für mobile Geräte stecken einige Patente. Die lassen sich jetzt vielleicht per Patentklage gegen Google versilbern. Damit sorgt Oracle auch gleich dafür, dass Android-Hersteller verunsichert werden und einige wohl vorsorglich Lizenzgebühren zahlen werden.

Was kommt als nächstes dran? Vor allem: Was wird Oracle mit den drei ganz wichtigen Produkten Java, MySQL und OpenOffice machen? Immerhin hat Oracle ihre Fortführung proklamiert. Die Frage ist bloß: wie? Oracle hat es geschafft, nicht nur in der Entwicklergemeinde, sondern auch unter Anwendern Angst, Verunsicherung und Zweifel zu verbreiten. Allein das behindert die Verbreitung von Produkten. Was wiederum bedeutet, dass sich Oracle „in den Fuss geschossen“ haben könnte, wie Oliver Diedrich einen bemerkenswerten Kommentar auf heiseOpen betitelt hat.

Denn wie die Open-Source-Community auf Oracle reagieren könnte, ist klar. Open-Source-Software stirbt eben nicht wie proprietäre Produkte. Offener Quellcode lebt weiter, andere greifen ihn auf, machen auf seiner Basis weiter. Forking nennt man das.

Bei zwei Open-Source-Produkten aus dem Oracle-Bestand gibt es das schon. Aus MySQL ist unter der Leitung dessen einstigen Initiators der Fork MariaDB entstanden. Und mit OpenSolaris macht das Projekt Illumos weiter.

Oracle beweist: Open Source ist unsterblich

von: Ludger Schmitz (freier Journalist) | am: 01.07.2010 | Kommentare: 0

Seit der Übernahme von Sun durch Oracle hat es immer sorgenvolle Stimmen gegeben, was nun wohl aus den Open-Source-Produkten und -Projekten werde, die Sun einst unterstützte. Mehr als ein Jahr nach dem überraschenden Coup von Oracle lässt sich eine Bilanz immer noch nicht ziehen. Unverändert sind Beobachter auf Stimmen einzelner Oracle-Manager angewiesen, die aber bisher verbreitete Befürchtungen letztlich nicht haben ausräumen können.

Aus der Sicht der Besitzer von Oracle-Aktien könnte das Unternehmen mit der Übernahme alles richtig gemacht haben. Nach Oracle-Angaben wird die Sun-Übernahme mehr zum Gesamtumsatz beitragen als die Käufe von BEA, Peoplesoft und Siebel zusammen. Aber es gibt noch andere Personen, die quasi einen Anteil an Oracle haben, nämlich jene, die Code für einst von Sun unterstützte Open-Source-Produkte beigetragen haben. Für diese Leute sieht es nicht so schön aus, was Oracle macht.

In der jüngsten Ausgabe des hauseigenen „Oracle Magazine“ hat sich der Chief Corporate Architect Edward Screven soeben über „the importance of open source and open standards“ interviewen lassen. Dabei geht er auf die von Sun übernommenen Open-Source-Produkte MySQL, Java und OpenOffice ein.

MySQL solle erstens in Sachen Features, Durchsatz und Qualität ein besseres Produkt werden, zweitens besseren Support erhalten und drittens besser mit anderen Oracle-Produkten verknüpft werden. Unverändert fehlt jedoch eine Angabe, wie Oracle das preislich attraktive Open-Source-Produkt in Relation zur Hausdatenbank am Markt positioniert. Ferner laufen die Aussagen zum dritten Aspekt der Integration darauf hinaus, dass in mancherlei Hinsicht nicht MySQL verbessert wird, sondern die Anwender Verbesserungen nur dann erleben werden, wenn sie andere Oracle-Produkte kaufen.

Es fällt auf, dass Screven nichts darüber sagt, wie Oracle die Entwicklung von MySQL gestalten möchte. Die Datenbank wurde seit frühen Entstehungszeiten ausschließlich von der Firma MySQL entwickelt. Die Rolle der „Community“ beschränkte sich auf eine ziemlich passive Anwenderrolle, nämlich auf Fehlersuche, Verbesserung der Dokumentation und Anregungen für die weitere Entwicklung. Wird das unter Oracle-Ägide so weiter gehen? Welches Motiv sollten die Anwender haben, mit ihrer Beteiligung die Profite von Oracle zu mehren, wenn sie nicht belohnt werden? Oracle bleibt die Antworten schuldig.

Java war nach Äußerungen von Oracle ein Hauptmotiv der Sun-Übernahme. Das Unternehmen hebt immer wieder die strategische Bedeutung der Programmiersprache hervor. Aber wie steht es um sie, wenn ihr Erfinder, James Gosling, das Handtuch wirft und bei Oracle kündigt? Seine Aussage zu dem Vorgang: „Warum ich gegangen bin, ist schwer zu sagen: So ziemlich alles, was ich dazu akkurat und ehrlich sagen könnte, würde mehr Schaden als Gutes bewirken.“ Was immer da vorgefallen ist, dieser Abgang und diese Aussage hinterlassen ein mulmiges Gefühl.

OpenOffice kommt in Oracle-Statements herzlich wenig vor. Die Bürosuite nimmt sich selbst in Oracle’s Gemischtwarenladen an wie ein Fremdkörper, es passt zu nichts rechts und links. Deswegen bildet sie bei Oracle auch eine selbständige Global Business Unit, mit eigenem Entwicklungs- und Verkaufsteam, mit eigenständiger Organisation. Deswegen hat mein Kollege Glyn Moody vorausgesagt, Open Office werde „wahrscheinlich weitestgehend vom Oracle-Topmanagement ignoriert“. Ich bin nicht sicher, ob ich das für eher besser oder eher schlechter halten soll.

Glyn Moody findet es übrigens besonders bemerkenswert, dass Oracle-Manager Screven in einem Beitrag über die Wichtigkeit von Open Source und Offenen Standards nicht auf OpenSolaris eingeht. In meinen Augen ist das ein klares Zeichen, dass Oracle mit dem Sun-Betriebssystem auch nach mehr als einem Jahr nicht recht etwas anzufangen weiß. Dabei wäre die nächstliegende Idee, endlich die erfolglose Red-Hat-Kopie „Unbreakable Linux“ aufzugeben und durch OpenSolaris zu ersetzen.

Oracle ist aber keine Betriebssystem-Company und bräuchte die erfahrenen „Deckhands“ aus Sun-Zeiten. Von denen sind aber etliche von Bord gegangen und haben anderswo angeheuert. Einer von ihnen ist besonders interessant und zeigt den Weg an: Simon Phipps, einst unter Kapitän Jonathan Schwartz der Sun-Steuermann in Open-Source-Gewässern. Heute ist er (hier sein fabelhafter „Webmink“-Blog) der Chefstratege des norwegischen Open-Source-Unternehmens ForgeRock.

ForgeRock hat zum Einstand gleich einmal eine lehrreiche Aktion hingelegt: Es veröffentlichte das Produkt OpenAM, das ein kaum überarbeiteter Fork des Open-Source-Produkts OpenSSO von Sun ist. Kurz zuvor hatte Oracle von seinen Websites die Download-Möglichkeit für diese Single-Sign-on-Lösung beseitigt. Dabei war OpenSSO unter Sun-Aufsicht noch gedacht als Kern eines umfassenderen Open-Source-Pakets für Authentifizierung und Rechteverwaltung. Genau diese Ausbaupläne verfolgt nun ForgeRock weiter.

Dies ist ein weiteres gutes Beispiel dafür, dass Open-Source-Produkte – anders als bei proprietären Lösungen – nicht einfach in Folge einer Firmenübernahme verschwinden, weil der neue Besitzer ihren Wert nicht erkennt oder sie ihm nicht ins Konzept passen. Für MySQL stünde der Nachfolger Maria DB schon bereit. Für Anwender ist es beruhigend zu wissen, dass Open-Source-Software auch dann unsterblich ist, wenn sie selbst mit dem Sourcecode nichts anzufangen wissen.

Die Open-Source-Community reagiert schnell, wenn ein Produkt in Gefahr ist, das viel versprechend angelegt ist, verbreitet ist und/oder benötigt wird. Sie agiert sogar prophylaktisch. Beispiele sind Adempiere, als das ERP- und CRM-Projekt Compiere ins Schlingern kam, oder Icinga, als es bei Nagios nicht mehr recht weiter ging.

Oracle scheint kein Verständnis für Open-Source-Entwickler- und Anwender-Communities zu haben. Und das könnte für den Softwaregiganten fatal enden. Wenn es dem Unternehmen nicht gelingt, Communities um seine Open-Source-Produkte zu bilden und an sie zu binden, wird es mit diesen Lösungen bald alleine stehen. Communities sind schneller ruiniert als aufgebaut. Ohne sie gibt es die Open-Source-Produkte nicht mehr, wohl aber Forks, Ableitungen von den alten Code-Grundlagen. Daraus muss Oracle kluge Lehren ziehen – nicht die Anwender.

MySQL: Oracle verspricht Kontinuität

von: Ludger Schmitz (freier Journalist) | am: 16.04.2010 | Kommentare: 0

16.04.2010 – Offenbar sind Sorgen über die Zukunft von MySQL unter den Fittichen von Oracle nicht mehr geboten. Der IT-Gigant hat die Open-Source-Datenbank in seinem riesigen Angebot klar positioniert: als Konkurrenz zu Microsofts SQL-Server.

Dieses hohe Ziel hat jedenfalls Edward Screven, Oracles Chief Corporate Architect, nach Berichten auf der O’Reilly MySQL Conference and Expo verkündet. Gleichzeitig solle MySQL eine schlanke und leicht zu administrierende Datenbank bleiben, obwohl sie einige Features der Oracle-Datenbank bekommen soll. Auch in Zukunft werde es Community-Versionen der quelloffenen Datenbank geben, um ihr eine weite Verbreitung zu sichern. Die Enterprise-Varianten von MySQL will Oracle erhalten und mit neuen Versionen fortlaufend verbessern.

Die schon angekündigten Neuerungen für MySQL scheinen darauf hinauszulaufen, die quelloffene Datenbank nicht im direkten Leistungsvergleich gegen SQL-Server zu positionieren. Vielmehr soll MySQL dem Microsoft wohl bei den Anwendern Boden streitig machen, denen besonders an einer Interoperabilität mit ihren großen Oracle-Datenbanken gelegen ist. Denn im Zentrum der Oracle-Pläne steht die Schaffung einer einfachen Datenmigration zwischen der großen eigenen Datenbank und dem Open-Source-Produkt. MySQL.

Eine deutliche weitere Änderung erfährt MySQL gleichwohl: Oracle wird seine Storage-Engine Falcon wieder durch InnoDB ersetzen. Diese war ursprünglich in MySQL eine zentrale technische Komponente. Aber die Entwickler hatten auf Falcon gesetzt, nachdem Oracle im Jahre 2005 InnoDB gekauft hatte.

Oracle lässt die 60er Jahre wieder hochleben

von: Ludger Schmitz (freier Journalist) | am: 16.02.2010 | Kommentare: 0

Den Oracle-Chef Larry Ellison muss man erlebt haben. Einmal im Leben, meistens reicht’s dann aber auch schon. So exzentrisch wäre wohl jeder gerne. Aber wer hat schon die Kohle, sich das leisten zu können, ohne demnächst auf Hartz IV zu sein?

Jetzt ist er mir, so ausgeflippt wie ich ihn von einer Jahre zurück liegenden Veranstaltung kenne, wieder begegnet. Ich war nicht dabei und entdecke den Bericht leider zu spät. John Rymer, Analyst bei Forrester Research, hat schon am 28. Januar 2010 einen wunderbaren Blog-Eintrag hingelegt mit dem Titel: „Peace, love, and the IBM System 360s“. Er zitiert Ellison aus einer Veranstaltung anläßlich der Eingemeindung von Sun: “Our vision for 2010 is the same as IBM’s for the year 1960.”

Typisch Larry! Die Konkurrenz kennt das schon: Der alte Provo, spielt immer noch den Herausforderer! Meine Meinung: Ellison wird zum Problem für Oracle. Wie hat es denn ausgeschaut in den 60ern? IT hieß IBM, die ganze 360-Schiene aufwärts, Konkurrenz faktisch ausgeschlossen. Das Ergebnis war ein Anti-Monopol-Verfahren in den USA, das „Big Blue“ mit Mühe überlebte.

Innovation fand nach IBM-Gusto statt – und bei den Unternehmen nur, wenn die IT-Chefs der Mainframes in den Rechenzentren dazu „motiviert“ wurden. Es brauchte mehr als die 60er Jahre, bis der Innovationsstau sich löste. Mit Apple und anderen ersten PCs, Intel, Microsoft, Motorola, Unix. IBM war von all dem, was in den 80ern passierte, nichts begriffen, hat stoisch weiter gemacht wie gehabt, bis die Firma in den frühen 90ern vor dem Kollaps stand. Notbremse, Radikalkur.

Wenn Ellison das nicht mehr weiß, dann Gute Nacht, Oracle! Dir steht Agonie bevor. Diesmal werden es wohl nicht 20 Jahre werden. Die Kissen der Marktmacht liegen sich inzwischen schneller durch. Die Heerscharen von Entwicklern bei Oracle verbessern die Produkte der Firma weiter. Aber wann hat irgendwer in den letzten Jahren Oracle als „innovativ“ empfunden? Der Lack ist ab.

Deswegen mache ich mir Sorgen um sämtliche Open-Source-Lösungen, die Oracle jetzt mit Sun gekauft hat. Vielleicht suchte Ellison dadurch ja innovative Elemente in seinen eingefahrenen Laden zu bringen. Aber unter den Vorzeichen der 60er Jahre werden die bald abwandern. Wie Ken Jacobs, den ich schon gut ein Jahrzehnt kenne. Der war, seit dem Oracle-Kauf von InnoDB, der Engine von MySQL, ein ruhiger und verlässlicher Partner der Open-Source-Seite. Nach 28 Jahren hat er bei Oracle hingeschmissen. Freie Fahrt für Larry’s spritfressene 60er-Straßenkreuzer und jedes Jahr neue Heckflossen.

|