tarent Interview im Beiheft der Financial Times

von: Nina Keller | am: 30.07.2010 | Kommentare: 0

Offenheit ohne Grenzen

die tarent im MediaPlanet der Financial Times
“Maßgeschneiderte Lösungen mit Herz, Hand und Hirn” so ist die tarent Anzeige auf der Rückseite des Financial Times Deutschland Beiheftes betitelt.
In der Sonderausgabe “Digitaler Sommer” des MediaPlanet berichten die Geschäftsführer der tarent GmbH, als Experten in einem Interview über Ihre Erfahrungen mit Open Source.
“Fast jeder von den ehemaligen Bedenkenträgern nutzt inzwischen in irgendeiner Form Open Source” so Geschäftsführer Boris Esser, auch sein Kompagnon Elmar Geese ist überzeugt von der Open Source Strategie “…unsere Kunden brauchen Systeme, die mitwachsen können”.

Lesen Sie das komplette Interview hier oder in der aktuellen Ausgabe der Financial Times Deutschland, welche ab dem 30.07.2010 erhältlich ist.

Open-Source-Groupware für unterwegs

von: Ludger Schmitz (freier Journalist) | am: 30.03.2010 | Kommentare: 1

Der Bonner IT-Dienstleister tarent hat die erste Version von „Syncphony“ (www.evolvis.org/) freigegeben. Diese freie Softwarelösung ermöglicht es, Kontakte, Termine, Notizen und Aufgaben zwischen der Groupware-Suite Kolab und mobilen Endgeräten zu synchronisieren. Dadurch lassen sich viele Smartphones wie Blackberrys, iPhones, Windows-Mobile-Systeme, diverse Nokia-Handys etc. an die freie Groupware anbinden. Das behebt den bisherigen großen Nachteil von Kolab, über keinen geeigneten Ansatz zur Integration mobiler Systeme zu verfügen.

Um das Defizit zu beheben, hat Kolab eine Programmierschnittstelle (API) für Webservices erhalten. Diese wird in Zukunft beliebigen Kolab-Clients den Zugriff auf den Groupware-Server erleichtern. Syncphony spricht die neue Schnittstelle über einen Funambol-Connector an, um die SyncML-Fähigkeit und die umfangreiche Gerätedatenbank von Funambol nutzen zu können.

Syncphony ist das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit der tarent GmbH und des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). „Es hat mich geärgert, dass die Verbreitung von Kolab daran litt, dass diese technisch interessante Open-Source-Groupware nicht mit Smartphones funktionierte“, erklärt tarent-Geschäftsführer Elmar Geese das Engagement seines Unternehmens.

Die Lösung wird als freie Software unter der AGPL-Lizenz veröffentlicht. Interessierte Entwickler sind aufgerufen, sich an der Weiterentwicklung zu beteiligen. Das Kolab-Herstellerkonsortium hat angekündigt, die Syncphony in Kolab zu integrieren.

Syncphony lässt sich über das evolvis- Repository (www.evolvis.org) herunterladen. Dort können sich auch Entwickler für die Mitarbeit registrieren.

Kolab hat jetzt Webservice Schnittstelle

von: Ludger Schmitz (freier Journalist) | am: 16.03.2010 | Kommentare: 0

Die tarent GmbH hat die freie Groupware-Suite Kolab durch eine Anbindung an die SyncML-Middleware funambol erweitert. Durch diese Erweiterung können nun Kontakte, Termine, Notizen und Aufgaben mit mobilen Endgeräten synchronisiert werden.

Im Rahmen der Synchronisationslösung hat Kolab eine Webservice-Schnittstelle erhalten. Dadurch wird es ermöglicht Groupware-Funktionen von Kolab einfach in andere Lösungen zu integrieren.

Syncphony ist das Ergebnis der Zusammenarbeit der tarent und des
Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). „Eine Smartphone
Integration ist für Groupware heute Pflicht. Es freut uns, dass wir diese
Lücke des Kolab Produktes schließen konnten“, erklärt tarent-Projektleiter
Stefan Walenda das Engagement des Unternehmens. „Ebenso wichtig erscheinen
uns die neuen Webservice-Schnittstellen.“ so Walenda. Groupware müsse sich heute, wie jede andere Kollaborationssoftware, in Service-Szenarien integrieren lassen. Syncphony biete durch seine Architektur viele Möglichkeiten, auch die der Integration weiterer Systeme.

Die Lösung wird, wie viele andere Lösungen der tarent, als freie Software
unter der AGPL-Lizenz veröffentlicht. Interessierte Entwickler können sich an
der Weiterentwicklung beteiligen.

Syncphony kann man im Softwarerepository evolvis herunterladen. Dort können sich auch Entwickler für die Mitarbeit registrieren.

SBK: Was Service-Orientierung im Unternehmen bringt

von: Ludger Schmitz (freier Journalist) | am: 01.03.2010 | Kommentare: 0

Seit Mitte dieses Jahrzehnts baut die Siemens Betriebskrankenkasse (SBK) das Softwarerückgrat ihrer IT massiv um. An die Stelle wenig integrierter Einzellösungen treten Services, die über ein Framework funktional zusammen wirken. Das ermöglicht der IT, den Fachabteilungen völlig neue Dienstleistungen anzubieten.

1999 machte die SBK den Schritt von der geschlossenen zur für Jedermann zugänglichen gesetzliche Krankenversicherung. Bei der Frage der Positionierung stand von Anfang an fest, dass die SBK nicht als Billigkasse, sondern durch die Qualität ihrer Kundenberatung und -betreuung am Markt gewinnen möchte. Dass diese Ausrichtung die richtige Wahl war, zeigen sowohl über die gesamte Zeit konstant steigende Mitgliederzahlen als auch eine Reihe von Auszeichnungen.

Auf diese sind die IT-Verantwortlichen des Hauses besonders stolz. Denn neben der Kompetenz der Mitarbeiter ist der strategische Ansatz in der IT eine wichtige Grundlage des Erfolgs. Der Kern der Strategie besteht darin, den Kundenbetreuern auf Grundlage von Services Werkzeuge an die Hand zu geben, mit welchen sie die Versicherten optimal beraten können.

Eine gute Kundenberatung setzt neben der Empathie des Beraters ein möglichst umfassendes und aktuelles Wissen über den Kunden voraus. „Aber die typischen Bestandssysteme von Krankenkassen sind Verwaltungsprogramme zur Abwicklung interner Vorgänge“, erklärt SBK-IT-Leiter Ralf Bayer. „Sie bieten nur einen sehr eingeschränkten Blick auf die Situation des Kunden im Ganzen. Der größte Bedarf der SBK bestand damals an einem System für Customer Relationship Management, CRM, das alle vorhandenen Informationen zusammenführt und diese bedarfsgerecht organisiert, und zwar unter Berücksichtigung höchster Sicherheitsstandards.“

Bei telefonischer Anfrage eines Kunden sollte der SBK-Berater nicht nur unverzüglich Auskunft über den Stand eines Versicherungsvorgangs geben können, ohne sich erst durch zwei Dutzend Masken zu arbeiten. Die Kunden der SBK erleben es vielmehr als guten Service und große Erleichterung, wenn ihr persönlicher Ansprechpartner ihre Versicherungs-Historie, die familiäre Umgebung oder zum Beispiel E-Mail als bevorzugte Korrespondenzform kennt und sie dies nicht immer neu angeben müssen. Bayer: „Das sind Randinformationen, die es aber ausmachen, ob ein Kunde sich bei einem Unternehmen persönlich betreut fühlt.“

Ab Herbst 2004 begann die SBK, mit dem Bonner Open-Source-Spezialisten Tarent ein CRM-System zu entwickeln und einzuführen. Es beruht auf zahlreichen kleinen Web-Services, die sich je nach Anforderung schnell erweitern lassen. Das IT-Konzept dahinter heißt Service-orientierte Architektur. Der Vorteil: Auf dieser Grundlage lassen sich deutlich schneller neue Anwendungen programmieren, weil sie auf bestehende Services zurückgreifen können.

Die Idee erwies sich im CRM-Projekt als praktikabel, so dass Tarent im Januar 2007 mit dem nächsten, ungleich größeren Projekt bei der SBK beginnen konnte. Diesmal sollte ein systemübergreifendes Workflow-System auf dem Konzept der Services geschaffen werden. Es erforderte erhebliche Vorbereitung, einen Kern von Services für ein so genanntes Framework zu entwerfen, um den herum sich anschließend wie Schalen weitere Services für spezielle Anwendungen legen lassen.

Die Arbeit an dieser Aufgabe nahm rund ein Jahr in Anspruch. „Das Framework erfordert genaueste Vorüberlegungen und äußerste Präzision“, erklärt Projektleiter und Systemarchitekt Dr. Christian Ullrich von der SBK. „Die Qualität des Kerns entscheidet später über die Güte und die Leistungsfähigkeit der Anwendungen.“ SBK-IT-Leiter Bayer gesteht: „Hier ist Kommunikation über das Warum und Wie extrem wichtig, da die lange Vorlaufzeit auf allen Ebenen früher oder später zu Ungeduld und Zweifeln führt.“

Doch Mitte 2008 waren auch die ersten Anwendungen fertig, darunter das überaus wichtige Modul „Zentrales Abrechnungsmanagement“. Es umfasst IT-technische Vorgänge, die im Rahmen der Kostenerstattung gegenüber den Versicherten anfallen. Bayer rückblickend: „Nach dem CRM-System war es ein logischer Schritt, auch kundenbezogene Prozesse zu unterstützen.“ Alle Funktionen zur Unterstützung der verschiedenen Aufgaben des Prozesses – vom Scannen bei Rechnungseingang über die Bearbeitung durch verschiedene SBK-Mitarbeiter bis hin zur Kostenerstattung – wurden erneut auf Basis von Web-Services realisiert.

Dabei erzielte die SBK gleich mehrere Effekte: Es ist sichergestellt, dass alle Vorgänge die richtigen Bearbeitungsschritte durchlaufen. Die Sachbearbeiter bekommen ihre Aufgaben elektronisch zugestellt. Wenn eine Aufgabe als erledigt abgehakt ist, wird sie automatisch an die nächste Instanz weitergeleitet. Das Controlling der Bearbeitungszeiten und -qualität hilft, auf Prozessengpässe oder -schwachstellen schnell zu reagieren.

Neben einer deutlichen Verringerung der Durchlaufzeiten schaffte vor allem die Prozesstransparenz für die Kundenberatung Vorteile. So hat ein Kundenberater die Möglichkeit, bei Anruf eines Versicherten vom CRM-System auf Daten im Workflow-System zugreifen. Dadurch kann er per Klick Auskunft geben, in welchem Bearbeitungsstadium sein Vorgang ist, ob vielleicht noch Unterlagen fehlen und wann genau mit einem Abschluss zu rechnen ist. Es ist nicht mehr notwendig, dass sich Kundenberater wie früher auf konjunktive und vage Aussagen beschränken, wie beispielsweise ‘Das Geld sollte in diesen Tagen überwiesen werden.’ Projektleiter Dr. Ullrich: „Wir sind gegenüber unseren Kunden klar auskunftsfähiger geworden.“

Allerdings greift ein derartiges System nur bei alltäglichen Abrechnungsfällen. Die Abläufe vom Unfall über Krankenhausaufenthalt, Hilfsmittel und Reha haben höchst unterschiedliche Formen. Als Lösung entwickelt die SBK gerade das „Gesundheitsberatung-Fallmanagement“. Hier wird ein Word-Dokument zum jeweiligen Fall automatisch an die Versichertenakte angehängt. Es ist bereits vorstrukturiert und entspricht beispielsweise im Pflegefall den gesetzlichen Dokumentationsvorgaben.

Für die nächste Entwicklungsstufe der Prozessunterstützung erstellte Dr. Christian Ullrich ein Konzept für flexible Workflows, das im Laufe des Jahres 2010 realisiert werden soll. Flexible Workflows ermöglichen es, den Prozessablauf während der Ausführung zu ändern. Dadurch erhalten Kundenberater ein Werkzeug, mit dem sie ohne Programmieraufwand bereits vorgefertigte Standardprozesse an die individuellen Bedürfnisse der Kunden anpassen können. Hierzu wählen die Kundenberater zunächst einen Standardprozess aus der Liste der vorgefertigten Prozesse aus. Anschließend können sie dem Prozess beliebige Aufgaben hinzufügen. Dies erfolgt mit Hilfe von Services, die nach Bedarf aufgerufen werden.

Inzwischen hat die SBK auf der Basis von Services eine Reihe von Prozessunterstützungen erfolgreich umsetzen können. „Da tritt schon eine gewisse Erwartungshaltung aus der Erfahrung auf, dass wir ein paar Dinge jetzt ganz schnell machen können“, erklärt IT-Leiter Bayer. „Den Ruf des Verhinderers, der in vielen Unternehmen an den EDVlern haftet, hat unsere IT absolut nicht mehr.“ Das erlaubt es ihm auch, „die Diskussionen über das Budget zielgerichteter und einfacher zu führen“.

Die IT-Strategie, auf Service-Orientierung zu setzen, kommt bereits in anderen Bereichen zu tragen, an die bei der Ersteinführung des Frameworks im Jahr 2005 niemand gedacht hatte. So gibt es mittlerweile ein Modul „Mitarbeitermanagement“ für die Verwaltung und Steuerung administrativer Vorgänge rund um die Mitarbeiter und die Organisation. Mit diesem Modul können beispielsweise neue Mitarbeiter entsprechend ihrer Aufgaben mit Rechten, Verteilern und Adressen ausgestattet werden. Umgekehrt stellt es mit Hilfe eines teilautomatisierten Prozesses bei Ausscheiden eines Mitarbeiters sicher, dass Ausweise eingezogen, Accounts und Passwörter für das IT-System gelöscht und E-Mails an andere Mitarbeiter umgeleitet werden. Ein anderer Prozess stellt sicher, dass bei einem Stellenwechsel innerhalb des Unternehmens Berechtigungen und Verteiler automatisch an die neue Rolle angepasst werden. Das stellt auch einen wichtigen Baustein für Datenschutz und Revisionssicherheit dar.

„Flexibilität ist unser wichtigster Vorteil“, erklärt SBK-IT-Leiter Bayer. „Wir bauen jetzt auf der Grundlage eines stabilen Frameworks in wenigen Wochen neue Services und Prozessunterstützungen.“ Bei den einstigen komplexen Anwendungen hätte die IT-Abteilung jedes mal Monate benötigt, das ganze Gebilde neu zu entwickeln. Doch nun ist es möglich, auf Neuerungen im gesetzlichen Umfeld, auf Änderungen in der Organisation oder in der Aufgabenverteilung flexibel und schnell zu reagieren. Bayer zieht das Fazit: „Unsere IT ist deutlich leistungsfähiger geworden.“

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