Nokia: MeeGo statt Symbian

von: Ludger Schmitz (freier Journalist) | am: 01.07.2010 | Kommentare: 0

Bei den Smartphones der N-Serie verabschiedet sich Nokia vom alten Betriebssystem Symbian. Das geht aus einer Aussage von Nokia-Sprecher Doug Dawson: „Künftig werden Geräte der N-Serie auf MeeGo basieren“ (Going forward, N-series devices will be based on MeeGo), zitiert ihn Reuters.

Die Nachrichtenagentur meldet aber, und die Website Tom’s Hardware hat das leider auch nicht hinterfragt, das bereits angekündigte nächste Spitzenmodell der Nokia-Smartphones, das Modell N8, werde das letzte mit Symbian sein. Das erscheint doch sehr fraglich. Denn erstens erklärt Reuters nicht, auf was sich diese Aussage stützt. Zweitens widerspräche sie der Aussage von Dawson. Drittens wäre es ein gehöriger Unsinn, ein neues Flaggschiff-Smartphone auf den Markt zu bringen, dessen Betriebssystem für diese Geräteklasse bereits abgekündigt ist. Die Kunden dürften nur noch sehr verhaltenes Interesse zeigen.

Nokias lange beherrschende Position im Handymarkt hat eine Analogie in der Dominanz des alten Betriebssystems Symbian. Beiden Führungsrollen hat zunächst Apple, zuletzt auch noch Google (Android) mächtig zugesetzt. Offenbar bleibt Symbian aber erhalten – nämlich als Betriebssystem für einfache Handys der unteren Preisklassen.

Laut Gartner haben Linux-basierende Systeme im ersten Quartal ihren Marktanteil von neun auf 14 Prozent erweitern können. Dies widerspiegelt vor allem den Erfolg von Google mit der Linux-Variante Andriod im für Kunden wie Hersteller gleichermaßen attraktiven Smartphone-Segment. MeeGo, ein Zusammenschluss der Linux-Entwicklungen Maemo von Nokia und Moblin von Intel, tritt erst Ende dieses Jahres mit Geräten auf den Markt, kommt also etwas spät. Allerdings wird dieses System unter der Leitung der Linux Foundation explizit nicht nur für Handys konzipiert, sondern für alle möglichen kleinen mobilen Geräten von Netbooks bis Infotainment-Appliances in Autos.

Im unteren Handy-Preissegment dürfte Symbian noch eine ganze Weile anzutreffen sein. Auch dieses System hat Nokia längst Open Source gestellt. Weil Microsoft im Handy-Highend kam mehr vertreten ist, läuft es hier auf ein Rennen zwischen Apple und Linux hinaus, während die beste Zeit von Research in Motion vorbei zu sein scheint. Für IT-Entwickler sind letztlich Linux-basierende Geräte vorteilhaft, denn diese sind offen. Und im Gegensatz zu Apple gibt es bei Google nur geringe, bei MeeGo keine Beschränkungen oder Auflagen, es sei denn, die Carrier schaffen die.

Apple bekommt wegen seiner undurchsichtigen und willkürlichen Interpretation seiner AGBs für App-Entwickler seit einiger Zeit Schwierigkeiten. In letzter Zeit kommen auch noch Beschwerden und Verdächtigungen hinzu, das Unternehmen könne „Google like“ persönliche Informationen über die Nutzer sammeln. Letztlich sind das beste Voraussetzungen für die Open-Source-Alternativen.

Linuxtag 2010: Jeden Tag ein Luxus Smartphone im Wert von je 500 Euro gewinnen !

von: Nina Haering | am: 01.06.2010 | Kommentare: 0

Die tarent führt auf dem LinuxTag wieder ihre traditionelle Verlosung hochwertiger Hardware an Menschen durch, die etwas für Open Source getan haben.
Teilnahme ist ganz einfach: Teilnahmekarte am tarent Stand 123 in Halle 7.2.A auf dem LinuxTag einwerfen, rechtzeitig um 17:00 zur Verlosung zur Stelle sein und entweder einen der Preise gewinnen, oder am nächsten Tag wieder mitmachen und es nochmal versuchen.
Der Hauptpreis ist ein N900 Linux Smartphone von Nokia, jeden Tag eins davon !
Dazu gibt es weitere Preise wie z.B. begehrtes tarent Merchandising.
Wir sehen uns also auf dem LinuxTag in Berlin.

Microsoft in der Klemme

von: Ludger Schmitz (freier Journalist) | am: | Kommentare: 0

1.6.2010 – „Von unten“ haben zuerst Netbooks, endgültig dann Smartphones von der Konkurrenz Microsoft das zukunftsträchtige Low-end-Geschäft mit den Massenmärkten im Mobile Computing verdorben – momentan sind hier Google mit Android und Apple die Platzhirsche. Nach oben geht es aber auch nicht weiter.

Einst hat Windows NT die zerstrittenen Unix-Anbieter aus dem Mittelstandsmarkt verdrängt. Seit einiger Zeit aber nimmt Linux im klassischen Mid-Level-Segment Microsoft die Kunden weg. Auf NT folgte sehr oft nicht Windows Server xy, sondern ein Linux-Derivat. Noch eine Stufe höher hat IBM mit Linux den Mainframes zu einem höchst vitalen zweiten Leben verholfen. Ganz, ganz oben, bei den Supercomputern hat Microsoft sich auch versucht. Dies wurde unter Business-Aspekten ein vollkommenes Desaster. Wieder hat Linux den Durchmarsch nach oben verhindert.

In der aktuellen Liste der Top500-Supercomputer finden sich fünf Systeme mit Windows Server HPC 2008, Marktanteil also ein Prozent. Da schneidet sogar noch Unix mit vier Prozent besser ab. Linux aber läuft auf 455 der schnellsten Rechner der Welt. Das sind 91 Prozent dieser Superrechner. Glyn Moody, Redakteur der britischen „Computerworld“, erkennt „die Verzweiflung“ des Microsoft-Teams für Supercomputing schon in einer „Erfolgsmeldung aus dem Jahr 2008. Der Wortlaut:

„Um den neuen und sich ausweitenden Bedürfnissen seiner akademischen und industriellen Anwender zu entsprechen, muss das National Center for Supercomputing Applications (NCSA) an der Universität Illinois, die Plattform unterstützen, die ihren Anwendern bekannt ist, was heißt, mehr als nur Linux-basierende High-Performance-Ressourcen anzubieten. Das NCSA erreichte dieses Ziel, indem es Window HPC Server 2008 auf seinem 1200-Node-Cluster installierte. Windows HPC Server 2008 hilft mit seinen bekannten Tools und Schnittstellen, High-Performance-Computing den durchschnittlichen Anwendern zugänglicher zu machen.“

Nein, das sollte niemals heißen, dass Frau Mustermann ihre astrologische Tagesprognose nicht mehr vom PC holt, sondern genau so einfach, nur halt schneller und differenzierter vom Supercomputer. Nein, nein, es sollte natürlich auch nicht heißen, dass Naturwissenschaftler, die Supercomputer benötigen, solche Fachidioten sind, dass sie vor solchen Großrechnern zu Mausschupsern schrumpfen. Nein, nein, nein! Es sollte nur heißen, dass Microsofts einziges Marketing-Argument Plattformen sind, „die ihren Anbietern bekannt sind“.

Linux hat ein besseres Argument: Es skaliert. Bekannter als Windows ist es in High-end-Kreisen allemal.

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