Suse-Anwender können aufatmen

von: Ludger Schmitz (freier Journalist) | am: 26.05.2011 | Kommentare: 0

26.5.2011 – Der rasante Niedergang von Novell und schließlich deren Übernahme durch Attachmate haben vielen Linux-Anwendern in Deutschland Sorgen gemacht. Denn die Novell-Abteilung Suse, Trägerin der hierzulande am stärksten verbreitete Linux-Variante, hätte mit in den Strudel gezogen werden können. Doch inzwischen hat der neue Eigner für Klarheit gesorgt. Die vielen Suse-Anwender in Unternehmen und Verwaltungen ebenso wie die privaten dürfen sich einer Sorge befreit sehen.

Suse ist nicht mehr irgendein Anhängsel im chaotisch anmutenden Novell-Gemischtwarenladen, sondern bei Attachmate eine selbständige Geschäftseinheit mit dem offiziellen Namen „Suse Business Unit“ und sauber getrennt von den anderen drei Abteilungen Attachmate, NetIQ und Novell. Die Suse-Zentrale bleibt in Nürnberg, es bleibt ferner bei den Standorten in Prag und Asien. Ängste, das Aus für Mono und damit verbundene Entlassungen (auch im einstigen Suse-Marketing im US-amerikanischen Novell-Hauptquartier) könnten sich zu einem Kahlschlag auswachsen, sind gewichen. Das News-Portal Pro-Linux berichtet, sie Suse-Mitarbeiter in Nürnberg fühlten sich nach der Trennung erleichtert und hofften auf mehr Eigenständigkeit.

Mit der Ankündigung bevorstehender Veränderungen hatte der von Attachmate eingesetzte neue Suse-Chef Nils Brauckmann, zunächst selbst für Verunsicherung in seiner Mannschaft gesorgt. Doch inzwischen hat er sein Team beruhigt: „Development, Vertrieb, Marketing, Standorte und Roadmaps bleiben unverändert.“ All das bleibe „klassisches Suse“. Die Nürnberger wollen jetzt für mehr Suse-Verbreitung in Amerika und vor allem in den boomenden asiatischen Märkten sorgen. Dafür hat Attachmate-Chef Jeff Hawn sogar mehr Ressourcen versprochen.

Solche Nachrichten sind nicht nur gut für die Mitarbeiter. Sie sind auch ein deutliches Signal an die Suse-Anwender. Ihr Distributor ist entschlossen, das Geschäft nicht nur fortzusetzen, sondern ihm neuen Schwung zu verleihen. Für Sorgen besteht, jedenfalls auf absehbare Zeit, kein Anlass mehr. Suse, vor allem auf Servern verbreitet, bleibt eine stabile Basis für Open-Source-Anwendungen.

Novell-Entlassungen betreffen auch Suse

von: Ludger Schmitz (freier Journalist) | am: 05.05.2011 | Kommentare: 0

Das nach jeder Firmenübernahme anscheinend Unvermeidliche ist ebenfalls bei Novell eingetreten. Und es trifft auch den Bereich, der bisher noch für ein ganz gutes Geschäft gesorgt hat, nämlich Suse. Der neue Besitzer Attachmate hat im einstigen Novell-Hauptquartier in Utah einige hundert Mitarbeiter gefeuert, darunter etliche aus Produktmanagement, Support und Partnerschaften. Bekanntestes Opfer ist der bisherige Suse-Chef Markus Rex.

Nach Darstellung von Attachmate-Chef Jeff Hawn soll die Entwicklung und das Business mit Suse künftig stärker in der alten Suse-Heimat Nürnberg stattfinden. Das wird den dortigen Mitarbeitern kaum die Angst um ihre Arbeitsplätze nehmen. Denn Hawn hat zu seinem Nürnberger Statthalter Nils Brauckmann berufen, und der hat vor Mitarbeitern verkündet, er wolle „das Marktpotential der Marke Suse entfesseln“. Derartiges „Management-Speak“ lässt nichts gutes erwarten. In der Tat hat Brauckmann in einer Mail an Mitarbeiter bevorstehende Veränderungen angekündigt.

Für Suse-Anwender sind das sicherlich keine guten Nachrichten. Aber es sind auch noch nicht unbedingt schlechte. Denn Suse ist für Attachmate nichts anderes als das, was es schon bei Novell war: das beste Teil vom Ganzen. Der neue Besitzer wird Suse nicht an die Wand fahren, weil er den Business-Wert nicht erkennt. Eher könnte es geschehen, dass die Open-Source-unerfahrene Attachmate die nicht nur an Business-Regeln orientierten Spielregeln im Open-Source-Geschäft nicht kennt. Bis Fehler in dieser Hinsicht durchschlagende Wirkung zeigen, dauert es aber einige Zeit. Zunächst einmal gibt es also keine Ursache, in Panik zu verfallen.

|