Android bei App-Entwicklern immer beliebter

von: Ludger Schmitz (freier Journalist) | am: 30.09.2010 | Kommentare: 0

Das Google-Betriebssystem Android für mobile Geräte hat offenbar sehr gute Perspektiven, denn bei den Entwicklern von mobilen Applikationen hat es mit enormer Geschwindigkeit Sympathien gewonnen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage, die IDC und Appcelerator Mitte September durchgeführt haben. Appcelerator aus dem kalifornischen Mountain View ist Hersteller von „Titanium“, einer Entwicklungsumgebung für mobile Applikationen, die unter der Apache-Lizenz 2.0 steht.

Rund 2400 Appcelerator-Anwender haben sich an der Umfrage beteiligt. 72 Prozent stimmten zu, Android sei „am besten aufgestellt, um eine große Zahl von unterschiedlichen Devices in der Zukunft zu betreiben“. Apple’s iOS kam da nur auf 25 Prozent. Dieser technische Aspekt ist aber nicht der einzig wichtige Faktor für den Markterfolg. Entsprechend favorisieren 59 Prozent langfristig Android, während 35 Prozent für iOS votieren. Die Kluft zwischen beiden hat sich seit einer ähnlichen Umfrage im Juni dieses Jahres um zehn Prozent zum Vorteil von Android vergrößert.

Wenn es aber darum geht, mit Mobile-Apps Geld zu verdienen, hat Apple weiterhin die Nase vorn. Denn hier finden rund neun von zehn Entwicklern Apple interessant, bei Android sind es acht von zehn. Besonders großes Interesse bekunden 44 Prozent an Google TV, knapp vor 40 Prozent für Apple TV. Bei den Tablets interessieren sich 62 Prozent für Android-basierende Geräte; die iPads liegen mit 58 Prozent auf Augenhöhe. WebOS- und Blackberry-Tablets finden nur jeweils 16 Prozent interessant.

Die größten Bedenken gegenüber Android haben drei Viertel der Entwickler hinsichtlich einer Fragmentierung des Systems. Das Apple-iOS gilt durch die Bank als fragmentierungssicher. Das mögen im Falle Android nur elf Prozent behaupten.

LibreOffice – OpenOffice-Fork sagt sich von Oracle los

von: Nina Haering | am: 29.09.2010 | Kommentare: 0

Oracle’s Probleme mit der Open-Source-Community reißen nicht ab; die Kluft wird vielmehr immer größer. Jetzt haben sich 21 wichtige Personen aus dem Projekt OpenOffice.org abgesetzt und die „Document Foundation“ gegründet. Diese will die in „LibreOffice“ umbenannte Open-Source-Bürosuite OpenOffice.org frei von Rechten irgendwelcher Firmen weiterentwickeln und vertreiben. Leiten soll die Entwicklung ein Steuerungskomitee der Stiftung.

Wieder einmal hat Oracle es geschafft, eine Open-Source-Community abzuschrecken. Zwar hatte die Firma OpenOffice als strategisches Produkt bezeichnet, ansonsten aber nichts zu dessen Zukunft verlauten lassen, keine Release-Zeitpunkte, keine angestrebten Features, keine Roadmap. Stattdessen gibt es ein Konkurrenzprodukt: Oracle Open Office. Die Document Foundation darf auch den am Markt bekannt Titel OpenOffice nicht verwenden, weil die Namensrechte mit dem Kauf von Sun auf Oracle übergegangen sind. Die Stiftung hat Oracle aufgerufen, Mitglied zu werden und ihr die Namensrechte zu übertragen. Worauf sie sehr hofft, denn LibreOffice ist erklärtermaßen nur ein Platzhalter.

Der Bruch mit Oracle birgt sowohl für den Softwareriesen als auch für das neue Community-Projekt einige Risiken. Denn in der Document Foundation sind einige Leiter des OpenOffice-Projekts, was Europa betrifft auch die Verantwortlichen für Sprachanpassungen und Marketing in den wichtigsten Märkten. Auf der anderen Seite fehlen dem LibreOffice-Projekt die mehr als 100 bei Oracle angestellten Mitarbeiter, die in Hamburg StarOffice und das Parallelprodukt OpenOffice entwickeln. Immerhin steht schon die Infrastruktur für Entwickler von LibreOffice.

Die Entscheidung zur Trennung von Oracle dürfte also nicht leicht gefallen sein. Allerdings war sie offenbar gut vorbereitet. Denn unmittelbar nach der Gründung der Foundation sicherten Red Hat und Novell zu, mehr als ein Dutzend Leute für die Entwicklung von LibreOffice abzustellen. Ubuntu dürfte auch mitziehen, denn Firmengründer Mark Shuttleworth kündige an, den Fork in die Distribution aufzunehmen. Ohnehin kann man davon ausgehen, dass Debian-basierende Distributionen zu LibreOffice wechseln werden. Google erklärte sich zum Unterstützer der Document Foundation und kündigte seine Beteiligung an dem Projekt an. Ermunternde Erklärungen bekam die Stiftung von der Open Source Initiative, der Gnome Foundation, der Standardisierungsorganisation OASIS und von der Free Software Foundation.

Kritik an Windows-Rückkehr in Solothurn

von: Ludger Schmitz (freier Journalist) | am: | Kommentare: 0

Obwohl schon 1400 PCs auf Linux umgestellt sind und das Projekt einer Migration der Desktops auf Open Source nur Monate vor dem Abschluss stand, hat die Regierung des Schweizer Kantons Solothurn alles gestoppt. Jetzt soll alles auf Windows 7. Da wundert man sich nicht nur, der Unix/Linux-Verband /ch/open übt in einer Pressemitteilung massive Kritik.

In dem seit 2006 laufenden Projekt hat es zahlreiche Schwierigkeiten gegeben, die auch /ch/open nicht unbekannt sind. Sie waren aber, so der Verband „auch nicht mehr als in vergleichbaren Projekten dieser Größenordnung“. Ein Gutachten hatte Einsparungen von 1 bis 1,5 Millionen Franken durch die Linux-Migration der Desktops als „plausibel“ bezeichnet. „Geradezu perfide“, so der Verband, seien also wiederholte Zweifel an der Wirtschaftlichkeit des Projekts. Allein dieses noch nicht komplette Gutachten zur Umstellung der Kantonsverwaltung auf Linux wird laut Solothurner Regierungsrat 300.000 Franken kosten.

Das wird noch der geringste Teil sein, warnt /ch/open. Denn bisher hat der Kanton die Kosten einer Migration auf Windows, die Lizenzgebühren für das Betriebssystem und Microsoft-Applikationen nicht einmal berechnet. Diese Zahlen dürften, so der Verband, der Öffentlichkeit überhaupt nicht gefallen. Der Verband fordert nun keine freihändige Auftragsvergabe zum Vorteil von Microsoft, sondern eine „rechtmäßige öffentliche Ausschreibung mit funktionalen Anforderungen und ohne Nennung von Produkt- und Herstellernamen“.

freedroidz@school

von: Nina Haering | am: 27.09.2010 | Kommentare: 1

Zwei Mitarbeiter aus dem freedroidz-Team haben sich mal wieder in Bonn eine Kiste Roboter gepackt und sind nach Berlin zum Willi-Graf-Gymnasium gefahren. Dort haben sie an zwei Tagen gelehrt, was eine Programmiersprache ist und wie sie in Java Legoroboter programmieren können.

Die Gruppe bestand aus 8 Schülern der zehnten Klasse die Informatik als Wahlpflichtfach genommen haben und noch keine Vorkenntnisse im Umgang mit Programmiersprachen hatten. In vier Zweiergruppen entwickelten die Schüler an den mitgebrachten Linux-Notebooks. Dabei wurden sie nach und nach an die verschiedenen Elemente von Java wie zum Beispiel Schleifen, Variablen oder If-Abfragen herangeführt. Nachdem erklärt wurde, wie die Sensoren und Motoren angesprochen werden, konnten die Schüler frei entwickeln und ihrer Fantasie freien Lauf lassen.
Am Ende gab es fünf voll funktionierende Roboter die mit Hilfe von Ultraschall-, Berührungs- oder Lichtsensoren die verschiedensten Aufgaben erledigen konnten, wie auf einer Linie fahren, in einem Kreis fahren oder Hindernissen auszuweichen.

Wir hoffen, dass freedroidz in Zukunft weiterhin Teil des Informatikunterrichts am Willi-Graf-Gymnasium sein wird und danken Herrn Eichhardt und dem WGG die den Workshop ermöglicht haben.

Joscha Häring

Wie Windows in den Iran kommt

von: Elmar Geese | am: | Kommentare: 0

Der interessierten Öffentlichkeit ist vermutlich nicht verborgen geblieben, was ein Wurm namens Stuxnet so anrichtet. Prominenter wurde die Situation dadurch, das auch ein iranisches Kernkraftwerk betroffen ist. Man geht von sehr professionellen Autoren der Schadsoftware aus.

Das alles ist nicht neu, schon seit Monaten darf man sich darüber wundern, wie eine Anlagensteuerung durch den Einsatz von Windows kompromittiert wird. Bereits im Juli 2010 wurde die Sicherheitslücke öffentlich bestätigt. Betroffen ist Siemens, als Lieferant des Betriebssystems zeichnet Microsoft verantwortlich. Es erscheint völlig schlüssig, dass am 29.9.2010 auf einer Sicherheitskonferenz in Vancouver 2 Microsoft Experten, Jeff Williams und Peter Ferrie dazu sprechen werden. Soweit alles wie immer. Ausser der Ort des Geschehens. Ich frage mich: wie kommt nicht nur ein deutsche Kernenergieanlage, sondern auch ein amerikanisches Betriebssystem ins Atomkraftwerk Buschehr (Iran) ? Man hört immer was von Handelsembargo.

Das United States Department of Treasury veröffentlicht alles mögliche Wissenswerte zu Thema Embargo, darunter auch das Dokument 741 PART 560—IRANIAN TRANSACTIONS REGULATIONS. In dem steht, was es für Verbote und Ausnahmen gibt. Man kann also nachlesen, was geht und was nicht. Wir können davon ausgehen, das der Einsatz von Windows im Iran grundsätzlich möglich ist, weil er offensichtlich passiert, und weder Microsoft, noch die US Regierung protestieren.
Tatsächlich gibt es eine Fülle von Ausnahmen, die es möglich machen, das auch US oder EU Unternehmen trotz Embargo Geschäfte in den betroffenen Regionen machen können. Es erscheint dennoch merkwürdig: einerseits begibt sich der Iran in Abhängigkeit von den USA und der EU, und vermutlich nicht nur wenn er AKWs betreiben will. Und andererseits beliefert der Westen den Iran mit für diesen existentieller Technologie. Das soll den Iran unter Kontrolle bringen und ist noch dazu ein gutes Geschäft.

So kommt es, das sich niemand darüber wundert, wenn über Windows Würmer im Iran berichtet wird. Vielleicht kommt demnächst raus, das Mahmud Ahmadinedschad ein iPhone hat oder einen Blackberry, und alle finden es normal. Dabei sollte technologische Autonomie ein wichtiges strategisches Ziel sein. Wer kann, löst sich aus seiner Abhängigkeit, wie China oder Brasilien es z.B. mit freier Software tun. Das wäre auch in Deutschland eine gute Idee.

Übrigens: Software wie Stuxnet und artverwandte funktionieren auch auf heimischen Anlagen.

Software Freedom Day 2010 ein voller Erfolg

von: Nina Haering | am: 24.09.2010 | Kommentare: 0

Viele neugierige Blicke zogen die “Freie Software Freunde Bonn” am Samstag in der Bonner Innenstadt auf sich.
So wie auch viele andere Freie Software Freunde auf der Welt, feierten die FSFB den Tag der Tage – und das hat auch geklappt.
Neben vielen bunten Luftballons, die mit “Software Freedom Day” gebrandet waren, wurden auch sehr viele Kubuntu CDs verteilt.
Vorallem die vielen Nachfragen “Und das ist wirklich kostenlos?” fielen natürlich auf und immer wieder war es schön die Philosophie der Freien Software weiterzugeben und die frohe Botschaft in die Welt zu tragen.

Ob wir nächstes Jahr wieder mitfeiern? Sehr gerne!

Apache erreicht eine Million Codebeiträge

von: Ludger Schmitz (freier Journalist) | am: | Kommentare: 0

Der Webserver Apache ist ein überaus prominentes und verbreitetes Produkt der Open-Source-Community. Nicht von ungefähr steht er im LAMP-Stack an Position zwei. Welch eine gewaltige Entwicklungsarbeit in Apache geflossen ist, zeigt eine Nachricht: Die Apache Software Foundation (ASF) meldet, sie habe jetzt den einmillionsten Commit erhalten.

Okay, nicht alles galt dem Webserver direkt; denn aus diesem Projekt sind inzwischen fast 100 weitere hervorgegangen, die alle über die ASF koordiniert werden. Diese Arbeit machen 300 Stiftungsmitglieder, eine von der Community verliehene Ehrung. Sie werden unterstützt von 2300 Committern. Der millionste Codebeitrag ging übrigens an das ASF-Projekt Lucene.

Die Open Source-Stiftung kann sich nach der Zahl der Codebeiträge also schon mit großen Software-Herstellern vergleichen. Und genau so geht an ihr auch nichts mehr vorbei. Zu ihren finanziellen Förderern zählen Firmen wie AMD, Facebook, Google, HP, VMware, Yahoo und – jawohl – Microsoft.

Freedroidz Workshop in Berlin

von: Nina Haering | am: 20.09.2010 | Kommentare: 0

Das Projekt Freedroidz macht sich mal wieder auf den Weg in die große weite Welt.
In Berlin Lichterfelde werden am 21. und 22.09.2010 Schüler des Willi-Graf-Gymnasiums mit Lego Mindstorms ihre ersten Erfahrungen mit der Informatik machen.
Auf den Weg machen sich Joscha Häring und Torsten Wylegala vom Projekt Freedroidz, mit dem Ziel Schwellen zum Einstieg in die Informatik zu senken. Spielend sollen die Schüler lernen, was Programmieren bedeutet, was Java ist und wie einfach die ersten Schritte sein können.
Bereits in den letzten Workshops zeigte sich der Ehrgeizig und die Kreativität der Schüler, die anhand der kleinen Roboter auf das Thema Programmieren stießen.
Initiiert wurde die Aktion von Herrn Eichhardt, Informatiklehrer am Willi-Graf-Gymnasium, der das Projekt auf dem LinuxTag 2010 kennenlernte.

Wir wünschen viel Spaß und viel Erfolg!

taren(n)t – 9. Berliner Firmenlauf

von: Torsten Kaden | am: 17.09.2010 | Kommentare: 0

tarent rennt. Na ja, nicht alle, aber immerhin 5 Berliner Mitarbeiter. Frank, Florian, Friedemar,  Thomas, Torsten + Sohn machten sich auf den Weg, um gemeinsam die unvorstellbaren 6 km zu bewältigen.
Damit wir uns nicht verlaufen, waren einige von uns mit GPS ausgestattet. Oder war es doch eher der Ehrgeiz, in einer bestimmten Durchschnittszeit ins Ziel zu laufen?
In Berlins City an einem Laufevent teilzunehmen, heißt auch immer ein Stück Sightseeing zu erleben.

Wir trafen uns nach der Arbeit im Einheits-Dress mit tarent-Logo und dann wurden wir auf der Straße des 17. Juni losgelassen, um den halben Tiergarten herum, vorbei an der Siegessäule am Potsdamer Platz, Brandenburger Tor und diversen Regierungsinstitutionen.

Als gut hat sich erwiesen, dass der Lauf vom Juni wegen der Fußball-WM (Stichwort: Public Viewing) verlegt wurde. Die für Läufer so wichtige Lufttemperatur lies schnelle Zeiten erwarten. Aber darum ging es natürlich überhaupt nicht. Im Ziel, bei schon erheblich kühleren Temperaturen, waren wir wieder alle vereint und ließen uns das alkoholfreie Bier schmecken.

Ob wir wollten oder nicht, wurden wir in der Ergebnisliste als tarent 1 und tarent 2 gelistet. Gar nicht mal schlecht, wie ich fand. Neugierige schauen bitte unter www.berliner-firmenlauf.de
Sogar mit Ziel-Videos.
Nächstes Jahr wieder? Na klar, vielleicht dann mit der Mannschaft tarent 3 und 4.

Solothurn stoppt Linux-Migration – Hinweis auf Hintergrundinfos

von: Ludger Schmitz (freier Journalist) | am: | Kommentare: 0

Nach neun Jahren heftiger Auseinandersetzungen hat der Schweizer Kanton Solothrun ein Projekt zur Migration von Desktops seiner Verwaltung auf Open Source gestoppt. Stattdessen wird nun Windows 7 eingeführt und Outlook statt Scalix zum Goupware- und Mail-Client. Bei OpenOffice soll es bleiben. Der Vorgang hat in Internetforen heftige Diskussionen und allerhand Polemiken ausgelöst. Manche Autoren versteigen sich gar zur These, das Projektende belege die Untauglichkeit von Open Source.

Der Diskussion täte etwas mehr Wissen ganz gut. Sehr zu empfehlen ist ein informativer Artikel über die Hintergründe des Projekts, den Andrea Müller für HeiseOpen geschrieben hat. Lesenswert sind ferner ein Leserkommentar zu diesem Beitrag sowie ein weiterer Kommentar zur ursprünglichen Nachricht.

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