freedroidz@school

von: Nina Keller | am: 27.09.2010 | Kommentare: 1

Zwei Mitarbeiter aus dem freedroidz-Team haben sich mal wieder in Bonn eine Kiste Roboter gepackt und sind nach Berlin zum Willi-Graf-Gymnasium gefahren. Dort haben sie an zwei Tagen gelehrt, was eine Programmiersprache ist und wie sie in Java Legoroboter programmieren können.

Die Gruppe bestand aus 8 Schülern der zehnten Klasse die Informatik als Wahlpflichtfach genommen haben und noch keine Vorkenntnisse im Umgang mit Programmiersprachen hatten. In vier Zweiergruppen entwickelten die Schüler an den mitgebrachten Linux-Notebooks. Dabei wurden sie nach und nach an die verschiedenen Elemente von Java wie zum Beispiel Schleifen, Variablen oder If-Abfragen herangeführt. Nachdem erklärt wurde, wie die Sensoren und Motoren angesprochen werden, konnten die Schüler frei entwickeln und ihrer Fantasie freien Lauf lassen.
Am Ende gab es fünf voll funktionierende Roboter die mit Hilfe von Ultraschall-, Berührungs- oder Lichtsensoren die verschiedensten Aufgaben erledigen konnten, wie auf einer Linie fahren, in einem Kreis fahren oder Hindernissen auszuweichen.

Wir hoffen, dass freedroidz in Zukunft weiterhin Teil des Informatikunterrichts am Willi-Graf-Gymnasium sein wird und danken Herrn Eichhardt und dem WGG die den Workshop ermöglicht haben.

Joscha Häring

Wie Windows in den Iran kommt

von: Elmar Geese | am: | Kommentare: 0

Der interessierten Öffentlichkeit ist vermutlich nicht verborgen geblieben, was ein Wurm namens Stuxnet so anrichtet. Prominenter wurde die Situation dadurch, das auch ein iranisches Kernkraftwerk betroffen ist. Man geht von sehr professionellen Autoren der Schadsoftware aus.

Das alles ist nicht neu, schon seit Monaten darf man sich darüber wundern, wie eine Anlagensteuerung durch den Einsatz von Windows kompromittiert wird. Bereits im Juli 2010 wurde die Sicherheitslücke öffentlich bestätigt. Betroffen ist Siemens, als Lieferant des Betriebssystems zeichnet Microsoft verantwortlich. Es erscheint völlig schlüssig, dass am 29.9.2010 auf einer Sicherheitskonferenz in Vancouver 2 Microsoft Experten, Jeff Williams und Peter Ferrie dazu sprechen werden. Soweit alles wie immer. Ausser der Ort des Geschehens. Ich frage mich: wie kommt nicht nur ein deutsche Kernenergieanlage, sondern auch ein amerikanisches Betriebssystem ins Atomkraftwerk Buschehr (Iran) ? Man hört immer was von Handelsembargo.

Das United States Department of Treasury veröffentlicht alles mögliche Wissenswerte zu Thema Embargo, darunter auch das Dokument 741 PART 560—IRANIAN TRANSACTIONS REGULATIONS. In dem steht, was es für Verbote und Ausnahmen gibt. Man kann also nachlesen, was geht und was nicht. Wir können davon ausgehen, das der Einsatz von Windows im Iran grundsätzlich möglich ist, weil er offensichtlich passiert, und weder Microsoft, noch die US Regierung protestieren.
Tatsächlich gibt es eine Fülle von Ausnahmen, die es möglich machen, das auch US oder EU Unternehmen trotz Embargo Geschäfte in den betroffenen Regionen machen können. Es erscheint dennoch merkwürdig: einerseits begibt sich der Iran in Abhängigkeit von den USA und der EU, und vermutlich nicht nur wenn er AKWs betreiben will. Und andererseits beliefert der Westen den Iran mit für diesen existentieller Technologie. Das soll den Iran unter Kontrolle bringen und ist noch dazu ein gutes Geschäft.

So kommt es, das sich niemand darüber wundert, wenn über Windows Würmer im Iran berichtet wird. Vielleicht kommt demnächst raus, das Mahmud Ahmadinedschad ein iPhone hat oder einen Blackberry, und alle finden es normal. Dabei sollte technologische Autonomie ein wichtiges strategisches Ziel sein. Wer kann, löst sich aus seiner Abhängigkeit, wie China oder Brasilien es z.B. mit freier Software tun. Das wäre auch in Deutschland eine gute Idee.

Übrigens: Software wie Stuxnet und artverwandte funktionieren auch auf heimischen Anlagen.

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